Ausbildung Handwerk wirbt für "Berufsabitur"

Das Abitur gemeinsam mit dem Gesellenbrief bekommen. Mit dem sogenannten Berufsabitur sollen künftig leistungsstarke Jugendliche für das Handwerk gewonnen werden. Immerhin sind auch in diesem Jahr noch knapp 24.000 Lehrstellen unbesetzt.

Durch das "Berufsabitur" sollen leistungsstarke Jugendliche für das Handwerk zu gewonnen werden. - © Foto: Juice Images/Fotolia

Jährlich tausende offene Ausbildungsplätze stellen eine wachsende Herausforderung für das Handwerk dar. Auch in diesem Jahr blieben bislang rund 24.000 Lehrstellen unbesetzt. Deshalb warben ZDH -Präsident Hans Peter Wollseifer und ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke bei der Vollversammlung des Deutschen Handwerkskammertages für das sogenannte Berufsabitur.

Berufsabitur als bundesweite Bildungsmarke

Das Handwerk wolle attraktive Bildungs- und Karrierewege gezielt unterstützen. "Eine erste bundesweite Bildungsmarke soll das ´BerufsAbitur´ werden", kündigte Wollseifer an. Mit der Verknüpfung von Gesellenabschluss und Abitur sollen leistungsstarke Jugendliche für das Handwerk gewonnen werden. Deshalb werben Organisation und Betriebe verstärkt bei jungen Menschen für die Aus- und Weiterbildungsangebote im Handwerk.

Zu Gast war bei der Vollversammlung auch Bundesbildungsministerin Johanna Wanka. Sie nannte das geplante Berufsabitur ein "gutes Modell", diese Jugendlichen an die Karrieremöglichkeiten im Handwerk heranzuführen.

Berufsorientierung stärker an Gymnasien verankern

In ihrem Vortrag sicherte Wanka den Handwerksvertretern zu, sich nach dem Fokus auf die Förderung der Hochschulen in den vergangenen Jahren nun gemeinsam mit dem Handwerk verstärkt für die berufliche Bildung und deren gesellschaftliche Wertschätzung einzusetzen.

Initiativen, die Wanka nannte, sind unter anderem die Berufsorientierung stärker an Gymnasien zu verankern, eine dem Studierenden-BAföG gleichwertige Aufstiegsfortbildungsförderung für Meisterinnen und Meister zu erreichen oder die Stärkung der beruflichen Bildungszentren in ihrer Ausrichtung auf die Anforderungen des Arbeitsmarkts. dhz