Ausbildungsbilanz Wieder mehr Auszubildende im Handwerk

Das Handwerk hat bei den Ausbildungszahlen nochmals zugelegt. Bis Ende September wurden insgesamt 129.930 Ausbildungsverträge abgeschlossen. Ein kräftiges Plus gab es vor allem in Ostdeutschland.

Karin Birk

Vor allem in Ostdeutschland wurden 2015 wieder mehr Ausbildungsverträge geschlossen. - © Foto: amh-online.de

Das Handwerk konnte in diesem Jahr trotz eines ungebrochenen Trends zum Studium mehr junge Leute für eine Ausbildung im Handwerk gewinnen. "Unsere individuellen Bemühungen sowohl um schwächere Schulabgänger als auch um Abiturienten und Studienaussteiger haben maßgeblich zur Trendumkehr beigetragen", kommentierte Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) die jüngsten Ausbildungszahlen.

Insgesamt konnte das Handwerk bis Ende September 129.930 neue Ausbildungsverträge abschließen. Das war ein Plus von 1,1 Prozent oder 1.432 Ausbildungsverträgen. Gleichzeitig gibt es aber immer noch viele freie Ausbildungsplätze. Ende September waren es und 20.000.

Ostdeutsche Betriebe stellen noch mehr Lehrlinge ein

Die Tatsache, dass das Handwerk gerade in Ostdeutschland wieder zulegen konnte, hängt nach Angaben des Handwerksverbandes mit den wieder zunehmenden Schulabgängerzahlen und den guten Konjunkturerwartungen zusammen: "Dank der guten Geschäftslage und positiver Erwartungen sind die Betriebe in Ostdeutschland bereit, noch mehr Auszubildende einzustellen", sagte Wollseifer. Dies zeige sich auch an der Zahl der offenen Ausbildungsplätze. So waren zum Stichtag 30. September in Ostdeutschland rund 5.100 Ausbildungsplätze noch nicht besetzt. Ein Plus von knapp zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

In der gesamten Wirtschaft konnten nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) rund 41.000 bei ihr gemeldete Ausbildungsplätze aus Industrie und Handel, Handwerk und freien Berufen nicht besetzt werden. Gleichzeitig haben nach Angaben der BA rund 27.000 der registrierten Lehrstellenbewerber noch keine Stelle gefunden. Acht Jahre in Folge ergebe sich damit ein Stellenüberhang.

Viele freie Lehrstellen

Besonders hoch sei der Anteil der unbesetzten Stellen dabei im Lebensmittelverkauf, in der Gastronomie und der Hotellerie, in Reinigungsberufen, im Bäcker- und Fleischerhandwerk, im Friseurhandwerk sowie im Bau- und Ausbauhandwerk. Insgesamt hatten sich bei der BA seit Oktober 2014 knapp 549.100 Bewerber für eine Ausbildung gemeldet, darunter und 185.100 Altbewerber. Dem standen insgesamt 520.000 gemeldete Ausbildungsstellen gegenüber. Ein Plus von zwei Prozent, das die BA mit der stabilen Konjunktur und einer intensiveren Zusammenarbeit von BA und Betrieben erklärt.

Insgesamt konnte die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge in Handwerk, Industrie und Handel und den freien Berufen um 0,2 Prozent auf 474.485 Verträge erhöht werden, wie die Partner der Allianz für Aus-und Weiterbildung mitteilten. Ein leichtes Minus von 0,6 Prozent gab es im Bereich von Industrie und Handel. Hier wurden 301.317 Verträge bis Ende September abgeschlossen. In den Freien Berufen konnte die Zahl der neuen Ausbildungsverträge um 3,6 Prozent oder 1.509 Verträge auf 43.238 erhöht werden.