ZVR-Instagram-Kampagne Aktion "Polstern kann mehr": So machen Raumausstatter mit

Vom 26. Oktober bis 9. November ruft der Zentralverband Raum und Ausstattung alle Raumausstatterbetriebe auf, ihre schönsten Polsterarbeiten zu zeigen. Die besten Beiträge teilt der Verband, am Ende wird ein Gewinner gekürt.

Raumausstattung Friedrich hat die Récamiere einer Kundin in farbenfrohem Outdoorstoff neu bezogen. - © Raumausstattung Friedrich

Was macht eigentlich ein Raumausstatter? Diese Frage hört Sven Meißner viel zu oft. Der Raumausstattermeister kennt das Problem: Viele Menschen wissen nicht, dass es diesen Beruf gibt – und noch weniger, was er alles umfasst. Genau hier setzt die Aktion "Polstern kann mehr" an. Vom 26. Oktober bis zum 9. November 2026 ruft der Zentralverband Raum und Ausstattung (ZVR) alle Raumausstatterbetriebe dazu auf, ihre schönsten Polsterarbeiten auf Instagram zu zeigen. Vorher-Nachher-Fotos, kurze Videos, restaurierte Lieblingsstücke oder individuell gefertigte Unikate – alles ist willkommen.

Ein Berufsbild, das kaum jemand kennt

Das Raumausstatter-Handwerk vereint mehrere früher eigenständige Berufe: Polsterer, Tapezierer, Dekorateur und Bodenleger. Trotzdem fristet es in der öffentlichen Wahrnehmung ein Schattendasein. "Die Leute kennen den Elektriker und den Installateur, aber beim Raumausstatter hört es bei den meisten schon auf", sagt Meißner, erster Vorsitzender des Ausschuss für Öffentlichenkeitsarbeit des Zentralverbands Raum und Ausstattung. Dabei ist die Bandbreite enorm: Tapezierarbeiten, Bodenbeläge, Deckengestaltung, Polsterarbeiten, Gardinen und Sonnenschutz gehören alle zum Berufsbild.

Dieses Wissensdefizit war der Auslöser, regelmäßig Kampagnen zu starten. Alle sechs Monate soll eine neue Aktion ein Thema aus dem Raumausstatter-Handwerk in den Fokus rücken. Im Frühjahr 2026 lief bereits "Deutschland tapeziert" mit guter Resonanz. "Polstern kann mehr" ist die zweite Aktion – und die Beteiligung übertrifft laut Meißner bereits die erste Kampagne deutlich.

So funktioniert die Aktion

Das Prinzip ist niedrigschwellig: Betriebe veröffentlichen auf Instagram Beiträge oder Reels mit ihren Polsterarbeiten. Sie verwenden die Hashtags #polsternkannmehr, #wirpolstern, #raumausstatterpolstern und #zvr und verlinken den Kanal @raumausstatterundsattler. Der ZVR teilt die besten Beiträge und sorgt für zusätzliche Reichweite.

Die Aktion richtet sich ausdrücklich nicht nur an Innungsmitglieder. Jeder Raumausstatterbetrieb kann mitmachen. Besonders gefragt sind Vorher-Nachher-Fotos, die den Werdegang eines Polsterstücks dokumentieren und zeigen, wie viel Arbeit in jedem Möbel steckt. Wer möchte, kann das kostenlose Aktionslogo herunterladen und einbinden. Am Ende der Aktion wird aus allen Beiträgen ein Gewinner gekürt.

Zusätzlich spielt der ZVR zwischen den Posts ein kleines "Polster-ABC" aus. Einzelne Fachbegriffe und Materialien werden kurz und verständlich erklärt – etwa was eine klassische Polsterfeder ist und wie sie geschnürt wird. "Der Endverbraucher weiß oft gar nicht, was in einem Sofa drinsteckt", erklärt Meißner. "Deshalb erklären wir mit knackigen Worten, was das ist und wozu es dient."

Mehrere Ziele auf einmal

Die Aktion verfolgt verschiedene Ziele gleichzeitig. Das Hauptaugenmerk liegt darauf, das Berufsbild in der Öffentlichkeit bekannter zu machen. Daneben wird jeder teilnehmende Betrieb in seiner Region sichtbarer und gewinnt im besten Fall neue Kunden. Denn viele Verbraucher greifen bei einer abgenutzten Couch reflexartig zum Möbelhauskatalog, statt an den Raumausstatter um die Ecke zu denken. Die Aktion soll dieses Bewusstsein wecken: Ein altes Sofa muss nicht auf den Sperrmüll. Ein Fachbetrieb kann es von Grund auf neu aufbauen.

Auch das Thema Nachwuchs spielt eine Rolle. Meißner hofft, dass junge Menschen durch die Beiträge auf den Beruf aufmerksam werden. "Ich kann nur jedem empfehlen, der Spaß an etwas Kreativem und Handwerk hat, mal reinzuschnuppern", sagt er. Der Beruf biete Zukunftssicherheit und vielfältige Wege – vom Meister über Restauration bis zum Studium. Jahrzehntelang habe man jungen Menschen eingeredet, sie müssten studieren. Heute fehlen vielen Absolventen die passenden Stellen, während im Handwerk Fachkräfte dringend gesucht werden. avs