Ein unerfülltes Anerkennungsbedürfnis kann laut Maslow zu Nachlässigkeit, Antriebslosigkeit und sogar Krankheit führen – Risiken, die sich kein Betrieb leisten kann. Dabei ist Gegensteuern einfacher als gedacht, wie Ausbildungsberater Peter Braune weiß.
Das Anerkennungsbedürfnis ist ein menschliches Grundbedürfnis nach Wertschätzung, Lob und Bestätigung. Es treibt das Verhalten an, beeinflusst das Selbstwertgefühl und steuert das Vorgehen in Gruppen.
Das alles löst positive Vorgänge im Gehirn aus, es entsteht ein Glücksgefühl. Durch die Nutzung von Vergünstigungen heben sich die Menschen von anderen ab.
Das Anerkennungsbedürfnis in der Ausbildung
Wie sich das Anerkennungsbedürfnis im Arbeitsleben zeigen kann, lässt sich an einem volljährigen Auszubildenden verdeutlichen. Er bleibt freiwillig im Betrieb, damit ein Auftrag termingerecht fertig wird.
Am nächsten Tag berichtet er seinem Meister von der Sonderleistung, um eine lobende Rückmeldung zu bekommen. Sein Verhalten zeigt, wie die Erwartung von Anerkennung das eigene Handeln beeinflussen kann.
Das Anerkennungsbedürfnis nach Maslow
Das Anerkennungsbedürfnis ist Teil der Maslowschen Bedürfnishierarchie. Mit ihr werden menschliche Bedürfnisse und Motivatoren beschrieben. Es wird versucht, sie zu erklären.
Die entsprechende Theorie besagt, dass ein Anerkennungsbedürfnis in jedem Fall erfüllt werden müsste, um so die Motivation und Leistungsfähigkeit aufrechtzuerhalten. Im Gegenschluss folgert Maslow, ein unerfülltes Anerkennungsbedürfnis könne Nachlässigkeit, Antriebslosigkeit, Unzufriedenheit sowie Krankheit hervorrufen.
Wie können Ausbildende das Anerkennungsbedürfnis erfüllen?
Unser neuer Begleiter KI meldet:
Das Anerkennungsbedürfnis von Auszubildenden lässt sich durch eine Kombination aus zeitnaher Rückmeldung, Übertragung von Verantwortung und persönlicher Wertschätzung gezielt erfüllen.
Ausbildende haben viele Möglichkeiten, das Anerkennungsbedürfnis ihrer Auszubildenden zu befriedigen:
- Direkt nach einer gut ausgeführten Tätigkeit bedanken
- Vor allen Beschäftigten loben
- Ein kurzes Lob als Nachricht über E-Mail senden
- Eine kleine Karte mit einem Lob am Ausbildungsplatz hinterlegen
- Die Durchführung einer Tätigkeit überlassen, die zum Ausbildungsplan passt
- Bei der Auswahl der Unterweisungsform mitbestimmen lassen
- An einem Kundentermin beteiligen
- Die Teilnahme an einem besonderen Seminar ermöglichen
- Erfolge im Betrieb sichtbar machen
- Gute Leistung mit der Aussicht auf Übernahme verbinden
- Einen Gutschein oder ein Buchgeschenk geben
Ihr Ausbildungsberater Peter Braune
Zum Autor: Peter Braune hat Farbenlithographie gelernt, war Ausbilder und bestand in dieser Zeit die Ausbildungsmeisterprüfung. Er wechselte als Ausbildungsberater zur Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main. Dort baute er dann den gewerblich-technischen Bereich im Bildungszentrum auf und leitete die Referate gewerblich-technischen Prüfungen sowie Ausbildungsberatung, zu der auch die Geschäftsführung vom Schlichtungsausschuss gehörte. Danach war er Referent für Sonderprojekte.

