Energiewende Haushalte wollen wieder mehr in Klimaschutz investieren

Besonders nachgefragt werden PV-Dachanlagen und E-Autos. Manchmal fehlt es aber auch am Geld. Das zeigt das jüngste KfW-Energiewendebarometer. 

Schon jetzt haben rund 14 Millionen Haushalte in Deutschland mindestens eine Energiewendetechnologie – wie Wärmepumpen, PV-Dachanlagen, Solarthermieanlagen, Batteriespeicher, Elektroautos oder Holzpelletheizungen – angeschafft. - © Brebca - stock.adobe.com

Die Verbraucher in Deutschland wollen wieder mehr in Klimaschutz investieren. Dies ist das Ergebnis des jüngsten Energiewendebarometers der staatlichen KfW-Förderbank. Darin bekunden 66 Prozent der befragten privaten Haushalte Handlungsbereitschaft. Im vergangenen Jahr waren es nur 59 Prozent. "Trotz andauernder Konjunkturdelle in Deutschland scheinen die Menschen nun wieder umzudenken, sie wollen wieder in die Energiewende investieren", sagte KfW-Chef-Volkswirt Dirk Schumacher.

14 Millionen Haushalte mit Energiewende-Technologie

Schon jetzt haben rund 14 Millionen Haushalte in Deutschland mindestens eine Energiewendetechnologie – wie Wärmepumpen, PV-Dachanlagen, Solarthermieanlagen, Batteriespeicher, Elektroautos oder Holzpelletheizungen – angeschafft. Das sind nach Angaben der KfW rund 1,1 Millionen Haushalte mehr als 2025. Insgesamt gibt es laut Statistischem Bundesamt rund 41 Millionen Privathaushalte hierzulande. Zudem planen rund 5 Prozent der Haushalte, binnen Jahresfrist erstmals in eine solche zu investieren. Befragt wurden für die aktuelle repräsentative Umfrage 4.381 Haushalte in Deutschland zwischen Dezember 2025 und April 2026.

Starke Nachfrage nach E-Autos und Aufdach-PV-Anlagen

Wie die KfW weiter mitteilte, hat sich die Nachfrage nach Elektroautos und Aufdach-PV-Anlagen besonders dynamisch entwickelt. So sei der Anteil der Haushalte mit reinen E-Autos oder Plug-in-Hybriden binnen eines Jahres von 7 auf 10 Prozent gestiegen. 18 Prozent der Haushalte nutzten zudem eine Aufdach-PV-Anlage. Im Vorjahr waren es 16 Prozent.

KfW: Ärmeren Haushalten fehlen oft die Mittel

Die Umfrage macht aber auch deutlich, dass große Unterschiede zwischen Hausbesitzern und Mietern sowie zwischen ärmeren und wohlhabenderen Haushalten bestehen. "Haushalten im unteren Einkommenssegment fehlen oft die Mittel für Investitionen in klimaschonende Technologien", sagte Schumacher. "Durch die steigende CO2-Bepreisung werden genau diese Haushalte in den kommenden Jahren überproportional belastet", gibt Schumacher mit Blick auf den Gebrauch von fossilen Brennstoffen für Heizungen oder Autos zu bedenken.

CO2-Bepreisung soll Anreize für den Umstieg erhöhen

Einen solchen CO2-Preis für alle fossilen Energieträger wie Heizöl, Erdgas, Benzin und Diesel gibt es in Deutschland seit 2021. Damit sollen Anreize zum Umstieg auf klimafreundliche Alternativen erhöht werden. Zum Jahresanfang 2026 wurde der Preis je Tonne Kohlendioxid (CO2) von 55 Euro auf eine Spanne zwischen 55 Euro und 65 Euro angehoben. Weitere Erhöhungen sind geplant.

Fast zwei Drittel der Haushalte heizen noch mit Gas und Öl

Wie Schumacher weiter sagte, ist es deshalb wichtig, auch "einkommensschwächere Haushalte durch gezielte Fördermaßnahmen für Energiewendetechnologien zu gewinnen". Fast zwei Drittel der Haushalte in Deutschland (63 Prozent) heizen der Erhebung zufolge noch mit Gas (48 Prozent) oder Öl (15 Prozent). Wärmepumpen nutzen 9 Prozent, Holz ebenfalls 9 Prozent aller Haushalte.