Altersvorsorge Ein guter Mix bei der Vorsorge ist alles

Zwei Studien sprechen sich für selbstgenutztes Wohneigentum als Altersvorsorge aus. Große Vorteile seien hohe Sparquoten und eine vergleichbare Rendite.

Haus, grün, Gras, im Grünen
Ob ein Haus die richtige Vorsorge ist, hängt von vielen Faktoren ab. - © tonktiti - stock.adobe.com

Zwei Studien sehen selbstgenutztes Wohneigentum als wichtigen Teil der Altersvorsorge. Nach einer Untersuchung des Instituts der Deutschen Wirtschaft in Köln (IW) von Ende vergangenen Jahres hätten Eigentümerhaushalte deutlich seltener eine Altersvorsorgelücke. Nicht nur verschaffe Wohn­eigentum den Vorteil geringerer Wohnkosten. Es biete auch Flexibilität im Umgang mit der Immobilie, etwa für den Verkauf, die Beleihung oder das Vererben.

Immobilien können auch an Wert verlieren

Allerdings stellt die Studie fest, dass gerade in strukturschwachen Regionen – auch bedingt durch die demografische Entwicklung – Immobilien im Wert stagnieren oder aber sogar an Wert verlieren können. Dennoch lohne sich ebenso in abgelegeneren Regionen der Erwerb von Eigentum. Ergänzende Vorsorgeformen seien jedoch weiterhin nötig. Ergebnis der Studie ist, dass die Politik Wohneigentum stärker fördern solle, weil es gesellschaftlich und ökonomisch sinnvoll sei.

Steuerlich im Vorteil

Eine andere Studie des Forschungsinstituts Empirica in Berlin kommt zu einem ähnlichen Ergebnis. Demnach können die Renditen von Aktien und Immobilien langfristig vergleichbar hoch sein. Allerdings müssten Aktien stärkere Schwankungen hinnehmen. Immobilien profitierten dagegen von einer geringeren Volatilität, steuerlichen Vorteilen bei Selbstnutzung und der Möglichkeit, den Hebeleffekt mithilfe von Fremdfinanzierung zu nutzen. Demnach könne die Eigenkapitalrendite gesteigert werden, wenn der Ertrag aus dem investierten Kapital größer sei als der zu zahlende Zinssatz für den Kredit.

Als großer Vorteil wird – auch im Allgemeinen – die höhere Sparquote von Selbstnutzern betrachtet. Tilgungsleistungen für das Eigenheim erfolgen demnach zusätzlich zu den regulären Sparleistungen. Das führe dazu, dass Selbstnutzer kurz vor dem Ruhestand häufig ein höheres Vermögen besäßen, das bei Bedarf liquidiert werden könne.

Sesshafte, sparsame und sicherheitsorientierte Menschen können profitieren

Fazit: Selbstgenutztes Wohneigentum sei dann attraktiver, wenn jemand langfristig sesshaft sei und absehbar nicht verkaufen wolle, die Mietersparnis im Alter groß sei und jemand besonderen Wert auf Sicherheit lege.

Umgekehrt seien Aktien tendenziell zu bevorzugen, wenn eine hohe Sparquote dauerhaft eingehalten werde, Kursschwankungen nicht zu Panikverkäufen führten, die steigenden Wohnkosten im Alter aus dem Vermögen oder den Kapitalerträgen gedeckt werden könnten oder schuldenfreies, selbstgenutztes Wohn­eigentum bereits vorliege.

Beide Studien waren vom Verband der Privaten Bausparkassen in Auftrag gegeben worden. fm