Kolumne Follower kaufen? Warum billiger Ruhm teuer bezahlt wird

Manche Instagram-Profile glänzen mit beeindruckenden Zahlen – doch nicht jede Reichweite ist echt. Steinmetzmeisterin Kathrin Post-Isenberg zeigt in ihrer DHZ-Kolumne, wie Sie gekaufte Follower entlarven und warum Echtheit die bessere Strategie ist.

Follower-Benachrichtigung auf Instagram: Gekaufte Abonnenten mögen die Zahlen aufhübschen – doch sie bringen weder Kunden noch Bewerber. - © Vetra Kori - stock.adobe.com

In einem Workshop fragte mich ein Teilnehmer: "Ganz ehrlich: Bringt das was, Follower zu kaufen?" Ich kann die Frage nachvollziehen. Auf Instagram sieht man Handwerksbetriebe mit 10.000 Followern und denkt sich: Wow, was für eine Reichweite! Doch wer genauer hinschaut, merkt schnell: Nicht alles, was glänzt, ist Gold. 

Was bringen gekaufte Follower? 

Kurz gesagt: Gekaufte Follower bringen Ihnen weder echte Interessenten noch Bewerbungen oder Reichweite, die Ihnen wirklich etwas nützt. Es sind Profile ohne echtes Leben dahinter. Keine potenziellen Bewerber aus Ihrer Region. Keine Kunden, die sich für Ihr Gewerk interessieren. Kein echtes Feedback. 

Dazu kommt: Die Glaubwürdigkeit leidet. Und das schneller, als man denkt. 

Woran erkennt man gekaufte Follower? 

Die Anzeichen sind oft eindeutig: 

  • Hohes Followerwachstum in kurzer Zeit, meist binnen weniger Tage. 
  • Kaum Kommentare oder Rückfragen unter den Beiträgen. 
  • Merkwürdig viele Likes, aber von Profilen, bei denen man stutzt: Junge Menschen, die tausenden Accounts folgen, selbst keine Beiträge gepostet haben und kaum eigene Follower haben. Ein Klick auf die Liste der "Liker" reicht meist schon, um zu ahnen: Das hier ist nicht echt. 

Und das bleibt auch echten Followern nicht verborgen. Wer sich wirklich für Ihren Betrieb interessiert, durchschaut den gekauften Ruhm oft sofort und verliert Vertrauen. Sie riskieren, dass Menschen, die Ihnen wohlgesonnen waren, sich abwenden. Weil sie spüren: Hier wird eine Geschichte erzählt, die nicht ehrlich ist. 

Kathrin Post-Isenberg
Die Steinmetzmeisterin und Bildhauerin Kathrin Post-Isenberg leitete früher einen eigenen Betrieb in Siegburg. Mit ihrer Praxiserfahrung berät sie heute Handwerksunternehmen dabei, sich erfolgreich als Arbeitgebermarke zu etablieren. Seit 2025 praktiziert sie darüber hinaus wieder ihr ursprüngliches Handwerk – diesmal im Nebenerwerb. - © Markus Zielke

Und wer sich fragt, was so ein Fake-Fame kostet: rund 300 Euro für 10.000 Follower. Doch der eigentliche Preis ist ein anderer: Ihre Glaubwürdigkeit.

Was zählt stattdessen wirklich? 

Echtheit, eine klare Haltung und Inhalte, die zeigen, wer Sie sind. Wenn Sie mit echten Menschen arbeiten möchten, sei es als Kunden oder als Fachkräfte, dann zeigen Sie genau das: Ihre Leute, Ihren Alltag, Ihre Werte. Sie müssen keinen Schönheitswettbewerb gewinnen. Sie müssen nur sichtbar sein – und zwar für die Richtigen.

Fazit für Ihre Werkzeugkiste

Gekaufte Follower sind wie billige Dübel: Sehen gut aus, halten aber nichts aus. Setzen Sie lieber auf Substanz statt Schein. Auf Vertrauen statt Trickserei. Ihre Arbeitgebermarke entsteht nicht durch Zahlen, sondern durch Haltung. 

Die Kolumne "Aus dem Handwerk, für das Handwerk" von Steinmetzmeisterin Kathrin Post-Isenberg erscheint jeden Donnerstag exklusiv in der Deutschen Handwerks Zeitung (DHZ). Melden Sie sich für den kostenlosen DHZ-Newsletter an, um keine Ausgabe zu verpassen.