Betriebe bevorzugen regionale Kontakte Mehr als jeder zweite Handwerker nutzt Social Media

Immer mehr Handwerksunternehmen präsentieren sich online – besonders gefragt sind dabei lokale Communities wie Nebenan.de. Aber auch Facebook ist weiter beliebt.

Social Media im Handwerk
Facebook ist als älteste Social-Media-Plattform weiter beliebt im Handwerk. - © Viktor/stock.adobe,com

Als Handwerksbetrieb in den sozialen Netzwerken präsent zu sein, wird zunehmend selbstverständlich. Laut einer aktuellen Umfrage des Digitalverbands Bitkom werben 56 Prozent der Betriebe in sozialen Medien um Aufmerksamkeit – sei es durch Einblicke in den Arbeitsalltag, Videos von Baustellen oder Erfahrungsberichte von Auszubildenden. Noch 2022 lag dieser Anteil bei lediglich 40 Prozent. Befragt wurden 504 Handwerksunternehmen unterschiedlicher Branchen im gesamten Bundesgebiet mit mindestens einem Mitarbeiter.

Lokale Netzwerke besonders beliebt

Unter den genutzten Plattformen dominieren lokale Online-Communities wie Nebenan.de oder Nachbarschaft.net, die 65 Prozent der aktiven Betriebe verwenden. Dahinter folgen Facebook mit 57 Prozent sowie Instagram (38 Prozent). Deutlich seltener greifen Handwerksbetriebe auf Business-Netzwerke wie LinkedIn (35 Prozent) und Xing (33 Prozent) zurück. Plattformen wie X/Twitter (12 Prozent), TikTok (7 Prozent) oder YouTube (6 Prozent) spielen nur eine Nebenrolle.

Nastassja Hofmann, Handwerks-Expertin bei Bitkom, erklärt die zunehmende Beliebtheit der Netzwerke: "Soziale Medien eröffnen dem Handwerk große Chancen – sowohl zur Kundengewinnung als auch im Wettbewerb um Fachkräfte."

Eigene Webseiten bleiben Standard

Neben Social Media setzen Handwerksunternehmen weiterhin stark auf ihre eigene Webseite94 Prozent verfügen über einen professionellen Online-Auftritt. Ebenfalls weit verbreitet sind Einträge in Online-Verzeichnissen wie GelbeSeiten.de oder DasÖrtliche.de (88 Prozent).

Darüber hinaus sind 40 Prozent der Betriebe auf Bewertungsportalen wie Yelp oder Trustpilot vertreten. Rund ein Drittel schaltet Online-Werbung (37 Prozent) oder nutzt E-Mail- und Newsletter-Marketing (32 Prozent). Etwa 31 Prozent präsentieren ihre Dienstleistungen zusätzlich auf Plattformen wie MyHammer, Treatwell oder Kleinanzeigen.

Noch nicht abgebildet wird von der Studie, wie sich die zunehmende Ausbreitung der künstlichen Intelligenz auf die Präsenz der Betriebe auswirken wird. So hat etwa Google kürzlich zusätzlich zu den KI Overviews einen speziellen KI-Modus eingeführt. Dieser könnte die klassische Suche über Weblinks und Social-Media-Plattformen in den nächsten Jahren stark beeinflussen oder sogar komplett ablösen. sg