Warum Pflegehinweise der Hersteller wichtig sind: Gerade bei normierter Schutzkleidung ist es entscheidend, die Angaben der Hersteller zu beachten – nicht nur zur Pflege, sondern auch zur richtigen Verwendung, Lagerung und fachgerechten Reparatur.

Waschen ist eine Kombination aus Chemie und Wasser, Temperatur und Mechanik. In der Wäschetrommel kann es also durchaus ruppig zugehen. Um Schäden an Berufskleidung zu vermeiden, sollten daher ein paar grundsätzliche Vorgehensweisen eingehalten werden. Klettverschlüsse sollten geschlossen werden, um empfindliche Materialien und Oberflächen zu schonen. Außerdem empfiehlt es sich, Shirts, Cardigans, Funktionsunterwäsche oder Berufskleidung aus empfindlichen Qualitäten auf links zu drehen. So bleiben Farben sowie Logodrucke oder Bestickungen länger erhalten.
Auch lange Kordeln sollten gesichert werden, etwa durch eine Schleife. Vorsicht gilt zudem bei Reißverschlüssen: Sie verlieren ihre Gängigkeit und Funktion durch Waschmittelablagerungen in den Schließelementen. Sie sollten daher geschlossen werden – ebenso wie der Bundknopf, damit der Reißverschluss sich nicht in der Wäsche öffnet. Cordhosen sollten vor der Wäsche mit einer Bürste von grobem Schmutz befreit werden. Nach dem Waschen ist es wichtig, die Kleidung nicht einfach in den Trockner zu werfen, sondern sie in Form zu ziehen.
Außerdem muss darauf geachtet werden, dass die Kleidung nicht über- oder untertrocknet wird, damit Passform und den Tragekomfort erhalten bleiben. Solche Informationen werden von den Herstellern der Kleidung bereitgestellt und sollten beachtet werden.
Erhalt von Schutzkleidung

Die Vorgaben an die Aufbereitung von Schutzkleidung gehen über klassische Pflegetipps hinaus. Die Hersteller müssen mit jeder PSA – darunter auch Knieschützer – Informationen für die Anwender bereitstellen. Oftmals erfordert die Aufbereitung und die Wartung von Schutzkleidung allerdings besonderes Expertenwissen – wie bei der Bearbeitung von Chemikalienschutzkleidung. Sie muss nach dem Waschen nachimprägniert beziehungsweise der auf der Ware aufgebrachte Finish im Trockenprozess reaktiviert werden, wodurch der Schutz gegen Säuren, Laugen und bestimmten Lösungsmitteln wieder hergestellt wird. In der eigenen Waschküche ist dies nicht möglich.
Zum einen sind die benötigten Imprägniermittel nicht im Einzelhandel erhältlich. Zum anderen muss das Finish bei einer hohen Temperatur aktiviert werden, die ein Haushaltstrockner nicht erreichen kann. "Schutzkleidung, die gegen Hitze, Flammen und flüssige Metallspritzer schützen soll, erfordert in der Wäschepflege ebenfalls besondere Aufmerksamkeit", berichtet Silvia Mertens, Leitung Produktmanagement bei Mewa. "Ölige oder fettige Verschmutzungen müssen vollständig aus der Schutzkleidung entfernt werden, weil diese in Brand geraten könnten. Auch Waschmittelreste, die Folge einer überladenen Waschmaschine sein können, schließen wir durch unsere kontrollierten Waschprozesse aus. So und durch weitere Kontrollprozesse stellen wir sicher, dass von der aufbereiteten Schutzkleidung keine Risiken für die Träger ausgehen."
Aber nicht nur eine Überladung, sondern auch eine Unterladung der Waschmaschine kann negative Auswirkungen auf die Kleidung haben. Dann wird die Kleidung gestaucht und kann einlaufen.

Bloß nicht drauflos sticheln
So anspruchsvoll wie die Wäsche ist auch die Reparatur von Schutzkleidung. Sie erfordert spezielles Know-how. "Wird Flamm- oder Schweißerschutzkleidung mit falschem Nähgarn repariert, kann die Reparaturstelle in Flammen aufgehen oder metallische Schweißperlen auf die Haut gelangen", berichtet Jan Kuntze von der DBL – Deutsche Berufskleider-Leasing. Auch kleinere Löcher können nicht einfach geflickt werden: Für die Reparatur wird ein Originalgewebe benötigt, das im Fall einer Schweißerschutzkleidung auch noch nach dem Dachziegelprinzip aufgebracht werden muss. Dadurch werden Kanten verhindert, in denen sich flüssiges Metall ablagern und zu schlimmen Hautverbrennungen führen kann.
"Im Mietservice stellen wir sicher, dass Reparaturen an Schutzkleidung unter Berücksichtigung der Verarbeitungsweise des Konfektionärs durchgeführt werden. So gewährleisten wir, dass der Artikel auch nach der Reparatur die geforderte Schutzwirkung aufweist", ergänzt Jan Kuntze. Auch die Reparatur von Warnkleidung (ISO 20471) verlangt das Können von Profis. Für den Ersatz defekter Reflexstreifen sind nur solche vorgesehen, die den hohen Vorgaben der Norm entsprechen.
Darüber hinaus ist auch die Leuchtkraft des gelben oder orangefarbigen, fluoreszierenden Hintergrundmaterials einzuhalten, was besondere Qualitätsprüfungen erfordert. Besonders heikel ist auch die Instandhaltung von Nässeschutzkleidung, die rückseitig beschichtet oder mit einer atmungsaktiven Membran laminiert ist: Damit durch die Nähte kein Wasser dringen kann, werden diese mit Spezial-Tapes versiegelt. Diese werden aber nur an Fachunternehmen abgegeben. Regenjacken und -hosen müssen daher zur Reparatur geschickt werden.
Missachtung der Pflegehinweise
Wer sich nicht an die Hinweise der Hersteller hält, muss mit einem vorzeitigen Verschleiß oder gar dem Verlust der Schutzwirkung seiner Arbeits- oder Schutzkleidung rechnen. Dann muss die Ware ersetzt werden, wodurch Kosten entstehen. Vor allem aber können Garantieansprüche erlöschen, wenn die empfohlenen Pflegeanweisungen nicht eingehalten werden. Und sollte das Nichteinhalten der Pflegehinweise von Schutzkleidung zu Unfällen oder Verletzungen führen, muss ein Unternehmen außerdem rechtliche Konsequenzen befürchten.