Aktuelle Zahlen zu Hautkrebs UV-Schutz: Maßnahmen schon vor dem Sommer wichtig

Im Jahr 2023 wurden mehr als 2,2 Millionen Fälle von schwarzen und weißen Hautkrebs dokumentiert – Tendenz stark steigend. Für Arbeitgeber ist es nicht nur im Sommer wichtig, sich und ihre Mitarbeiter vor ultravioletter Strahlung zu schützen. Die BG Bau hilft bei der Überprüfung von UV-Schutzmaßnahmen im Betrieb.

Wenn UV-Strahlen auf die Haut treffen, schädigen sie unmittelbar das Erbgut der Hautzellen. - © Kirill Gorlov - stock.adobe.com

Durch den Klimawandel sind die Frühlingsmonate deutlich sonniger und wärmer als früher. Damit steigt auch die Intensität der krebserregenden UV-Strahlung. Um Hautkrebs vorzubeugen, ist es daher wichtig, sich und seine Mitarbeiter jetzt schon richtig vor UV-Strahlung zu schützen. Die Deutsche Krebshilfe und die Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP) empfehlen dazu den täglichen Blick auf den UV-Index (UVI). Dieser gibt die Stärke der UV-Strahlung an und informiert darüber, ob Schutz notwendig ist.

Steigende UV-Strahlungsbelastung

Der Klimawandel hat bereits heute spürbare Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit. Neben extremen Wetterereignissen gilt dies auch für die Intensität der ultravioletten Strahlung der Sonne. Diese habe in den letzten Jahrzehnten deutschlandweit deutlich zugenommen, wie Messungen des BfS zeigen. Auch die Daten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) bestätigen eine kontinuierliche Zunahme der Sonnenstunden im Frühjahr.

UV-Strahlen schädigen Erbgut

Wenn UV-Strahlen auf die Haut treffen, schädigen sie unmittelbar das Erbgut der Hautzellen. "Zellschäden entstehen bereits, bevor sich die Haut rötet oder juckt. Der Körper erkennt und behebt diese Schäden bis zu einem gewissen Grad", erklärt Professor Dr. Eckhard Breitbart, Vorsitzender der ADP. "Ist die UV-Belastung jedoch zu hoch, bleiben die Zellen dauerhaft geschädigt und das Hautkrebsrisiko steigt."

Die Zeit, die die Haut ungeschützt der Sonne ausgesetzt ist, spiele dabei eine große Rolle, wie die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG Bau) erklärt. Sie summiere sich im Laufe des Lebens. Je länger die Gesamtzeit und je intensiver die Sonneneinstrahlung, desto größer sei das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken. Sobald sich die Haut leicht rötet, sei das ein Warnzeichen. Wichtig sei laut der Berufsgenossenschaft, dass Hautkrebs auch ohne Sonnenbrand entstehen könne.

Aktuelle Zahlen zu Hautkrebserkrankungen

Man unterscheidet den schwarzen Hautkrebs, das maligne Melanom, und den weißen oder hellen Hautkrebs. Der schwarze Hautkrebs ist der bösartigste Hauttumor, da er häufig Tochtergeschwülste (Metastasen) bildet. Zum weißen Hautkrebs gehören das Basalzellkarzinom (Basaliom) und das Plattenepithelkarzinom.

Laut dem Barmer Arztreport 2025 ist die Zahl der dokumentierten Fälle von schwarzem Hauptkrebs zwischen 2005 und 2023 um 121 Prozent gestiegen – von 188.600 Fällen auf 417.400 Betroffene. Beim weißen Hautkrebs ist die Zahl laut dem Report im gleichen Zeitraum von 630.000 auf 1.825.578 gestiegen.

UV-Index als Alltagshilfsmittel

Der Mensch kann UV-Strahlung nicht wahrnehmen. Orientierung im Alltag bietet der UVI, ein international gültiges Maß, das auf einer nummerierten Farbskala die Stärke der UV-Strahlung angibt. "Schützen sie sich ausreichend vor intensiver UV-Strahlung und senken Sie so langfristig ihr Hautkrebsrisiko", rät Dr. Franz Kohlhuber, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krebshilfe. "Schon ab einem UV-Index von 3, der derzeit häufig erreicht und überschritten wird, sind schützende Kleidung, Kopfbedeckung, Sonnenbrille und Sonnencreme empfehlenswert."

Gefahr für die Augen

UV-Strahlung kann auch die Augen schädigen. Akute hohe UV-Belastungen können zu Entzündungen der Bindehaut und der Hornhaut des Auges führen. Die Symptome reichen von leichten Reizungen, erhöhter Lichtempfindlichkeit und vermehrtem Tränenfluss bis hin zu starken Schmerzen. Sie treten je nach Strahlungsintensität wenige Minuten bis zu einem Tag nach der Exposition auf und sind reversibel. Bei längerer Einwirkung von UV- und Infrarotstrahlung kann es durch Proteinveränderungen zur Pigmentierung und Eintrübung der Augenlinse, dem "Grauen Star", kommen.

Auf der Internetseite der BG Bau können Unternehmen selbst überprüfen, ob der UV-Schutz im Betrieb gut vorbereitet beziehungsweise vorhanden ist. tb