Beschäftigte im Bau erhalten mehr Lohn, Pakete werden teurer und auch im neuen Bundestag steht einiges an. Ein Überblick über wichtige Termine und Änderungen im April 2025.

Viel los in der Politik. Was für den März galt, das gilt auch für den April. Geht Friedrich Merz' Plan auf, vor Ostern Kanzler zu werden? Und was ergeben die Koalitionsverhandlungen? Aber auch so ist der April geprägt von einigen Veränderungen. Das Bauhauptgewerbe freut sich über mehr Lohn, bundesweit ist es wieder Zeit für den Blitzermarathon und auch bei der elektronischen Patientenakte und dem Führerschein tut sich etwas. Für gutverdienende, werdende Eltern gibt es dagegen schlechte Nachrichten.
Die Themen im Überblick:
- Mehr Lohn für das Baugewerbe
- Neue Berufskrankheiten
- Kürzungen beim Elterngeld
- Digitaler Fahrzeugschein
- Pakete werden teurer
- Blitzermarathon
- Darmkrebsvorsorge für Frauen verbessert
- Neue Fragen bei Führerscheinprüfung
- Reisegenehmigung für Großbritannien
- Elektronische Patientenakte
Ab April 2025: Mehr Lohn für Beschäftigte im Baugewerbe
Im Tarifgespräch 2024 hatten Arbeitgeber und Gewerkschaft im Baugewerbe eine dreistufige Lohnerhöhung vereinbart. Am 1. April wird nun die zweite Phase gestartet. Nachdem im Frühjahr 2024 eine erste Erhöhung vorgenommen wurde, erfolgt eine weitere prozentuale Lohn- und Gehaltserhöhung um 4,2 Prozent im Westen und um 5,0 Prozent im Osten. Die Lohngruppe 1 erhält bundesweit 5,0 Prozent mehr Lohn.
Neue Berufskrankheiten ab April anerkannt
Mit dem Start in den April werden drei neue Berufskrankheiten in den Katalog der Berufskrankheiten aufgenommen. Genauer: Schaden an der Rotatorenmanschette der Schulter, eine Bronchitis Typ COPD durch Quarzstaubexposition sowie eine Gonarthrose. Was das für Elektriker, Maler, Trockenbauer, Kfz-Mechaniker oder Ofenmaurer bedeutet, erfahrt ihr hier. Denn damit können betroffene Arbeitnehmer im Bedarfsfall Anspruch auf eine gesetzliche Unfallrente haben.
Kürzungen beim Elterngeld ab April
Werdende Eltern aufgepasst: Die Beitragsbemessungsgrenzen beim Elterngeld ändern sich. Das Elterngeld erhalten Mütter und Väter seit 2007 als Lohnersatzleistung, wenn sie nach der Geburt eines Kindes zu Hause bleiben. Künftig können dies lediglich Alleinerziehende und Paare beziehen, die ein zu versteuerndes Jahreseinkommen von maximal 175.000 Euro haben. Die neue Grenze gilt, wenn das Kind am oder nach dem 1. April geboren wird. Mehr zum Elterngeld gibt es hier.
Ab April testweise Fahrzeugschein digital mitnehmen
Die Fahrzeugpapiere nicht mehr physisch mitnehmen, sondern digital auf dem Smartphone vorzeigen: Im April wird ein Probelauf für den digitalen Fahrzeugschein gestartet. Ab Monatsbeginn können interessierte Autofahrer eine App ausprobieren, die vom Kraftfahrt-Bundesamt und der Bundesdruckerei entwickelt wurde.
Pakete werden ab April teurer: Hermes erhöht Preise
Nach Deutscher Post und DHL dreht nun auch Paketdienstleister Hermes an der Preisschraube. Ab 1. April sollen alle Preise für den nationalen Privatversand über sämtliche Standard-Paketklassen hinweg angepasst werden. "Erhöhungen bewegen sich im ein- und zweistelligen Cent-Bereich bis hin zu einem Euro", heißt es in der Pressemitteilung. Hintergrund seien die allgemeinen, deutlichen Kostensteigerungen der vergangenen Jahre wie auch einem kontinuierlich hohen Bedarf an Investitionen in Infrastruktur, Personal oder Technologie.
Blitzermarathon im April: "Speedweek" vom 7. bis 13. April 2025
Im April ist es wieder Zeit für die "Speedweek", die Aktionswoche für mehr Verkehrssicherheit. Mithilfe der verstärkten Radarkontrollen will die Polizei die Autofahrer daran erinnern, sich an die geltenden Tempolimits zu halten. Höhepunkt ist der bundesweite Aktionstag am Mittwoch, 9. April. Laut aktuellem Plan nehmen 12 der 16 Bundesländer gesichert daran teil. Diese sind voraussichtlich:
- Baden-Württemberg
- Bayern
- Brandenburg
- Bremen
- Hamburg
- Hessen
- Mecklenburg-Vorpommern
- Nordrhein-Westfalen
- Rheinland-Pfalz
- Sachsen-Anhalt
- Schleswig-Holstein
- Thüringen
In den vergangenen Jahren waren an den Aktionen auch europäische Länder mit von der Partie. Die Aktionen werden vom europäischen Verkehrspolizei-Netzwerk Roadpool koordiniert. In welcher Form genau in den jeweiligen Bundesländern kontrolliert wird, wird in der Regel wenige Tage vorher regional bekannt gegeben.
Darmkrebsvorsorge: Früherer Anspruch für Frauen ab April
Ab April haben Frauen ab 50 Jahren (vormals ab 55) einen Anspruch auf eine vorsorgliche Darmspiegelung zur Darmkrebsvorsorge – eine zweite wird nach zehn Jahren ebenfalls von der Krankenkasse übernommen. Damit wird die seit 2019 bestehende Altersgrenze an die der Männer angepasst. Alternativ steht alle zwei Jahre ein Stuhltest zur Verfügung. Diese Maßnahme soll die Krebsfrüherkennung verbessern und die Heilungschancen erhöhen. Laut Website des Bundesgesundheitsministeriums erkranken etwa 55.000 Menschen in Deutschland jedes Jahr an Darmkrebs.
Neue Fragen für die theoretische Führerscheinprüfung
Wer den Führerschein machen möchte, muss sich ab dem 1. April auf einen überarbeiteten Fragenkatalog einstellen. Einige Fragen wurden etwa aufgrund rechtlicher Änderungen gestrichen, andere wurden hinzugefügt – etwa zum Rechtsabbiegen, zu Vorfahrtsregelungen an Kreuzungen oder zu bestimmten Verkehrsschildern.
Bei Einreisen nach Großbritannien: Ab 2. April elektronische Reisegenehmigung beantragen
Wer aus Ländern ohne Visapflicht, wie den EU-Staaten oder der Schweiz, nach Großbritannien reisen will, braucht künftig neben dem Reisepass eine elektronische Reisegenehmigung. Laut dem britischen Innenministerium soll die neue Regelung für Europäer ab dem 2. April 2025 gelten. Die als ETA (Electronic Travel Authorisation) bezeichnete Genehmigung kostet 10 Pfund (11,93 Euro) und muss spätestens nach zwei Jahren erneuert werden.
Elektronische Patientenakte ab April? Bundesgesundheitsministerium hofft
Seit dem 15. Januar läuft der Test für die elektronische Patientenakte (ePA) – bislang in drei Testregionen und etwa 300 teilnehmenden Praxen. Die mehrheitlich bundeseigene Digitalagentur Gematik prüft seit Mitte März, ob das System stabil läuft und bundesweit eingeführt werden kann. Wenn die Agentur ein positives Urteil fällt, könnte es ab April möglich sein.
Die ePA dient zum Speichern aller Gesundheitsdaten, einschließlich Röntgenbildern, Arztbriefen und Laborbefunden. Es soll unter anderem vereinfacht werden, Dokumente zwischen verschiedenen Arztpraxen oder mit Apotheken auszutauschen. Die Pläne des Bundesgesundheitsministeriums sehen vor, dass jeder Kassenpatient die ePA erhält, es sei denn, er spricht sich dagegen aus. Mit Inhalten der dpa