Neue Plattform "Zynd" Zündende Ideen zur Berufsorientierung

Noch zu oft finden Jugendliche und Ausbildungsbetriebe nicht zusammen. Eine Reihe von Initiativen, Angeboten und Ideen soll das ändern. Zum Auftakt des "Sommers der Berufsausbildung" wurden sie vorgestellt und diskutiert.

Baustelle Berufsorientierung. - © picture alliance / CHROMORANGE | Michael Bihlmayer

Ob mit Praktika, Info-Veranstaltungen, einer langen Nacht der Ausbildung oder der neuen Bildungsplattform "Zynd" – bei der gemeinsamen Auftaktveranstaltung von Bundesbildungsministerium und Handwerksverband zum Sommer der Berufsausbildung geht es immer um die passgenaue Berufsorientierung. Oder wie es Stefan Jökel, Bauunternehmer aus Hessen und aktueller Träger des Heribert-Späth-Preises, auf den Punkt bringt: "Wir müssen die jungen Menschen dort abholen, wo sie sind". Und noch etwas fügt er hinzu. "Wir müssen als Ausbildungsbetriebe attraktiv sein." Gemeinsam mit anderen Betrieben veranstaltet er etwa eine lange Nacht der Ausbildung.

Stark-Watzinger: Wir müssen Matching-Probleme lösen

Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) weiß, wie wichtig ein gelungener Übergang von der Schule in die duale Ausbildung ist. Noch immer blieben zu viele Stellen unbesetzt und zu viele Jugendliche fänden keine Ausbildungsstelle. "Wir müssen das zusammenbringen", sagt sie. Mit vereinten Kräften gehe es jetzt darum, mehr junge Leute in eine duale Ausbildung zu bekommen. Der Fachkräftemangel sei eine der größten Herausforderung, vor der das Land stehe.

Neue digitale Plattform für Berufsorientierung am Start

Ihr Haus selbst unterstützt die berufliche Orientierung mit der Exzellenzinitiative Berufliche Bildung. Dazu gehören digitale Angebote für Jugendliche. Für eines dieser Angebote, der neuen Berufsorientierungsplattform "Zynd", gab Stark-Watzinger den Startschuss. Spielerisch sollen hier Jugendliche, aber auch Lehrer und Eltern mehr über unterschiedliche Berufe erfahren.

Dittrich fordert mehr Informationen zur beruflichen Bildung

Im Handwerk waren im November vergangenen Jahres noch rund 20.000 Stellen unbesetzt. Nach Einschätzung von Handwerkspräsident Jörg Dittrich hängt dies auch damit zusammen, dass viele junge Menschen und ihre Eltern das breite Spektrum der Handwerksberufe und die vielfältigen Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten gar nicht kennen. Auch deshalb sei es so wichtig, die Berufsorientierung zu verbessern. Das bedeute, dass es in Gymnasien nicht nur eine Studienberatung gebe, sondern auch gleichwertig über die berufliche Bildung informiert werde.

Praktika oft aufschlussreich

Darüber hinaus geht es für Dittrich nicht nur um die Beschreibung der verschiedenen Berufsfelder. Entscheidend ist für ihn auch, das "Wir-Gefühl" im Betrieb zu vermitteln. Und auch darüber zu sprechen, was es bedeute, für Kunden Probleme zu lösen. Wie zufriedenstellend es sein kann, abends auf sein Tagwerk zurückblicken, erzählt der angehende Metallbauer Moritz Hubertus aus Berlin. Den Weg in die Ausbildung hat der Abiturient über verschiedene Praktika im Sozialen und im Handwerk gefunden. "Da hat man schnell gemerkt, wie man drauf ist", erzählt er.