Berechnungen des IW Was energieeffizientes Bauen kostet

Ökonomen haben ausgerechnet, wie hoch die Baukosten pro Quadratmeter je nach Effizienzstandard sind. Und kommen zu dem Schluss: Klimagerechtes Bauen und Sanieren erfordert mehr staatliche Unterstützung.

Gestiegene Zinsen und Materialkosten haben nicht nur den Wohnungsbau gebremst, sondern auch den Konflikt zwischen erschwinglichem und nachhaltigem Wohnraum befeuert. - © haitaucher39 - stock.adobe.com

Bis 2045 will Deutschland klimaneutral werden. Das geht nicht ohne energieeffizienten Wohnraum. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hat sich der Frage angenommen, wie der Spagat zwischen Klimaschutz und Bezahlbarkeit gelingen kann.

Laut Bundeswirtschaftsministerium ist der Gebäudesektor in Deutschland für rund 30 Prozent der CO₂-Emissionen verantwortlich. Zwar haben sich die Treibhausgasemissionen zwischen 1990 und 2022 fast halbiert. Um die Klimaschutzziele zu erreichen, muss der CO₂-Ausstoß im Gebäudesektor bis 2030 allerdings um weitere 38 Prozent sinken. Deshalb wollte die Bundesregierung das Effizienzhaus 40 (EH40) – ein Wohngebäude, das 60 Prozent weniger Energie verbraucht als das Referenzgebäude des Gebäudeenergiegesetzes – ab Januar 2025 zum Neubaustandard zu machen und so den bisher geltenden E55-Standard ablösen.

Im Herbst 2023 ruderte die Ampel allerdings zurück, der EH40-Standard ab 2025 sei eine zu starke Belastung für die durch hohe Zinsen und gestiegene Materialpreise angeschlagene Baubranche. "Denn strengere Bauvorgaben schonen zwar die Umwelt, nicht aber den Geldbeutel", so das IW.

Das Institut hat zu den Kosten Berechnungen angestellt (siehe Grafik zwei). Für eine 100-Quadratmeter-Wohnung mit Effizienzhausstandard 70 lagen die Baukosten 2022 bei rund 400.000 Euro. Der Bau einer Wohnung derselben Größe mit Standard 40 war mehr als 30.000 Euro teurer. Die Ökonomen raten zu mehr Förderung. Eigentümer müssten verlässlich unterstützt werden, wenn sie ihre Gebäude klimagerecht sanieren sollen. Das könnte durch Steuererleichterungen passieren, die nicht an jährliche Haushaltsplanungen gebunden sind. dhz

Kosten für energieeffizientes Bauen

© DHZ
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