Ausgezeichnet vegan Hier entstehen süße Köstlichkeiten ohne Milch, Butter und Ei

Malgorzata Kaziszyn hat ihren Job als Wirtschaftsingenieurin in der Automobilbranche aufgegeben, um mit ihrer eigenen veganen Konditorei durchzustarten. Im Interview erklärt sie ihr Konzept, berichtet über eine besondere Auszeichnung und ein neues Buch.

Malgorzata Kaziszyn in der Backstube
Engagiert in der Backstube: Malgorzata Kaziszyn beim Einpacken von Cupcakes. - © HWK Frankfurt

Der Duft von Kuchen und Cupcakes liegt in der Luft, die Backstube lädt zum Staunen ein. Man merkt gleich, dass hier tolle Köstlichkeiten entstehen – womit sich Malgorzata Kaziszyn einen Traum erfüllt und selbst verwirklicht hat. Und das mit Erfolg: So freut sie sich über vielfältige Aufträge in der ganzen Region – egal ob Torten für Hochzeiten und Geburtstage oder Kuchen für Tagungen an der Universität Mannheim. Konzept und Leistung überzeugten daher die Jury des Gründungspreises der Wirtschaftsförderung Bergstraße. Sie wurde in der Kategorie "Gründung im Handwerk" mit dem von der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main gesponsorten Preis ausgezeichnet. Außerdem veröffentlicht sie gemeinsam mit ihrer Kollegin Madeleine Blecher ein Back- und Kochbuch mit veganen Rezepten. Die DHZ traf sie zum Gespräch über ihre Gründung und die Auszeichnung:

Die vegane Konditorin Malgorzata Kaziszyn im Interview

Wie kam es zur Betriebsgründung und dem Geschäftskonzept?

Malgorzata Kaziszyn: Ich war 13 Jahre lang angestellt und mir hat vieles an den Strukturen nicht mehr gefallen. Ich habe dann gekündigt und geschaut, was ich gerne machen möchte. Und dann hatte sich ergeben, dass diese Räumlichkeiten hier in Lampertheim frei geworden sind. Da habe ich den Entschluss gefasst, dass ich gerne eine Konditorei gründen möchte. Das war vor ungefähr zweieinhalb Jahren. Es hat dann eineinhalb Jahre gedauert, bis die Ausnahmebewilligung genehmigt wurde und ich alle Prüfungen abgelegt hatte – unter anderem auch die Nutzungsänderung für die Räumlichkeiten. Ich ernähre mich seit ungefähr sechs Jahren vegan und habe neben meinem alten Job in einem Fernstudium vegane Ernährungsberatung studiert. Auf der anderen Seite habe ich schon immer gerne gebacken. Dann habe ich diese beiden Sachen zusammengeführt.

Wer zählt zu Ihren Kunden und wie wird das Konzept angenommen?

Malgorzata Kaziszyn mit ihrem Back- und Kochbuch
Hält ihr Werk in Händen: Malgorzata Kaziszyn mit ihrem Back- und Kochbuch. Im Hintergrund ist die Trophäe des Gründungspreises samt Urkunde zu sehen. - © HWK Frankfurt

Meine Kundinnen und Kunden sind hauptsächlich Privathaushalte, die über meinen Onlineshop bestellen. Dort sucht man das Gebäck raus, das man gerne hätte, und holt es zum vereinbarten Termin bei mir ab. Momentan verschicke ich noch nichts per Post. Ich arbeite allerdings daran, dass ich auch versenden kann. Gerade stelle ich außerdem fest, dass immer mehr Bestellungen über Instagram bei mir ankommen. Die Leute sehen einen Beitrag mit meinen Produkten auf Instagram und melden sich dann über die Nachrichtenfunktion bei mir. Generell wird das Konzept sehr gut angenommen, sowohl von Privatpersonen als mittlerweile auch von Institutionen oder Gastro­unternehmen, die ich beliefere.

Waren Sie überrascht von der ­Auszeichnung mit dem Gründungspreis?

Mein Ansprechpartner bei der Handwerkskammer hatte mich auf den Preis hingewiesen. Ich habe mich dann dafür beworben und war sehr positiv überrascht. Ich habe mich sehr gefreut, dass ein veganes Unternehmen ausgezeichnet wird.

Und nun haben Sie noch ein eigenes Buch mit Rezepten veröffentlicht?

Ich hatte die Konditorei gemeinsam mit meiner Kollegin Madeleine Blecher gestartet. Nun führe ich den Betrieb allerdings alleine weiter – unseren Blog zu veganer Ernährung und das Buch machen wir aber weiterhin zu zweit. Das Buch ist jetzt im März erschienen, darin finden sich unsere liebsten und besten Rezepte.