Am 18. Dezember 2023 haben sich der Ministerrat und das Europäische Parlament auf eine Schadstoffnorm geeinigt, die Mikroplastik ins Visier nimmt. Der Abrieb von Reifen und Bremsen belastet die Umwelt jährlich mit Zehntausenden Tonnen dieser Partikel.

Die Schadstoffnorm Euro 7 wird erstmals Grenzwerte für Reifen- und Bremsabrieb festlegen. Darauf haben sich Ende vergangenen Jahres Vertreter des EU-Parlaments und der Mitgliedsstaaten geeinigt. Bis Pkw und Kleintransporter die Norm einhalten müssen, wird es allerdings noch Jahre dauern. Nach Inkrafttreten der Regeln bleiben den Herstellern mindestens 30 Monate Zeit, diese umzusetzen. Für Busse und Lkw gelten noch längere Fristen.
Fest steht, dass Reifenabrieb erheblich die Umwelt belastet. Ausgehend von einem Bestand von fast 70 Millionen Kraftfahrzeugen entstehen nach Schätzungen des Fraunhofer-Instituts für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik allein in Deutschland jährlich 60.000 bis 100.000 Tonnen Reifenabrieb. Das entspricht rund einem Kilogramm pro Kopf der Bevölkerung im Jahr.
Dem Reifenabrieb entgegenwirken
Reifenabrieb tritt jedoch nicht als reines Material auf, betonen die Wissenschaftler. Während der Fahrt reibt sich die Lauffläche des Reifens ab und verbindet sich mit anderem Material wie Sand, Straßenstaub oder Feinstaub aus der Atmosphäre zu sogenannten Tyre and Road Wear Particles (TRWP). Durch Niederschläge, Wind oder Aufwirbelung können TRWP von der Straße in Luft, Wasser und Boden gelangen. Mit einer defensiveren Fahrweise und geringeren Geschwindigkeit, aber auch mit einer besseren Verteilung des Antriebsmoments könne gegengesteuert werden. ste