Ist ein Umbau oder eine Sanierung der Gewerbehalle geplant, sollten Handwerksunternehmer zunächst einen Plan erstellen, was die künftigen Anforderungen sind. Besonders die folgenden Punkte sollten Sie nicht vergessen.
Eine moderne Gewerbehalle sollte Funktionalität und Komfort miteinander vereinen. Dies sind allerdings nicht die einzigen Punkte, die bei einem geplanten Umbau oder einer Modernisierung zu beachten sind. Loxone, Spezialist für Gebäudeautomation, hat dazu einen Ratgeber veröffentlicht. Bauherren sollten die folgenden typischen Fehler vermeiden, damit ihr Gewerbebau alle Anforderungen für die Zukunft erfüllt.
1. Geschäftsentwicklung nicht berücksichtigen
Ob die Produktion in der Werkhalle oder die Auftragsbearbeitung im Büro – eine moderne Gewerbehalle bietet ausreichend Platz für alle Geschäftsbereiche. Dabei sollten Bauherren nicht nur den aktuellen Bedarf, sondern auch künftige Anforderungen mitdenken. Befindet sich der Handwerksbetrieb im Wachstum und wird auf absehbare Zeit etwa eine größere Werkstatt benötigt, sollte dies bei der Modernisierung berücksichtigt und gegebenenfalls an anderer Stelle Platz eingespart werden. Allerdings ist es auch nicht ratsam, die Hallen überzudimensionieren. Ungenutzter Platz ist verschenktes Geld.
2. Energieeffizienz vernachlässigen
Ähnlich wie bei Wohngebäuden ist die Energieeffizienz auch bei gewerblichen Gebäuden von großer Bedeutung. Sie zu vernachlässigen, wäre angesichts der hohen Energiekosten ein teurer Fehler. Besonders sparen lässt sich im Bereich von Heizung, Lüftung und Klimatisierung. In Geräte auf dem neuesten Stand der Technik zu investieren, ist zu Beginn zwar mit hohen Aufwendungen verbunden, kann sich aber durch die Energieeinsparungen auf längere Sicht rechnen. Hilfreich ist zudem eine intelligente Gebäudeautomation. Die Systeme helfen dabei, die verschiedenen Anlagen untereinander zu vernetzen. Damit ist es möglich, dass etwa energieintensive Arbeiten in der Werkstatt dann ausgeführt werden, wenn die Solaranlage auf dem Dach wetterbedingt besonders viel Strom produzieren kann.
3. IT-Infrastruktur nicht modernisieren
Die informationstechnische Infrastruktur ist heutzutage ein zentraler Bestandteil jedes gewerblichen Gebäudes. Das sollte auch bei der Modernisierung berücksichtigt werden. Dazu gehört die Aktualisierung der IT-Infrastruktur, einschließlich Netzwerk, Datenverwaltung und Sicherheitssysteme. Vor dem Hintergrund zunehmender Cyberangriffe auf Unternehmen, auch im Handwerk, sollte hier nicht am falschen Ende gespart werden. Bei der Installation empfiehlt es sich auf eine Verkleidung zu verzichten, also Kabel & Co offen zu führen. Das erleichtert die Wartung, aber auch die Umsetzung von Änderungen erheblich.
4. Barrierefreiheit des Gebäudes vergessen
Um für Gebäude eine vollständige Zugänglichkeit und Nutzbarkeit ohne fremde Hilfe für alle Menschen zu ermöglichen, ist es unerlässlich, diese barrierefrei zu gestalten. Darauf weist die Bundesfachstelle Barrierefreiheit hin. Hierbei ist es neben einer barrierefreien Planung und Gestaltung einzelner Bauteile, wie Aufzüge und Rampen, besonders wichtig, eine lückenlose barrierefreie Wegeführung von der Grundstücksgrenze über die Wege auf dem Grundstück und den Eingangsbereich bis hin zu allen Teilen im Gebäude zu gewährleisten.
5. Zugangsmöglichkeiten von gestern
Ein häufiger Fehler beim Thema Zutritt von Gebäuden ist der Verzicht auf moderne Technologien, die einen personalisierten Zugang zur Werkhalle ermöglichen. Arbeitsabläufe werden häufig durch ein mangelhaftes Zugangskonzept unnötig erschwert und ungewollt Sicherheitslücken eröffnet. Eine intelligente Zugangskontrolle, z.B. mittels Fingerabdruck- und Augenscanner, Near Field Communication oder Code, sorgt hier für Flexibilität. So lassen sich Benutzer einfach verwalten. Auch können Gäste, Partner oder Lieferanten einen Tagescode erhalten, um sich in freigegebenen Bereichen zu bewegen. Das System sperrt oder öffnet individuell bestimmte Gebäudebereiche und hilft zugleich etwa durch automatische Türöffner oder eine integrierte Aufzugsteuerung.
6. Fehlender Komfort für die Mitarbeiter
Handwerksunternehmer können mit dem Bau und der Ausstattung der Gewerbehalle wesentlich dazu beitragen, dass Mitarbeiter gerne in die Arbeit kommen. Durch moderne Lichttechnik, der farblichen Gestaltung der Wände oder der Auswahl an Fußböden kann auch in funktional ausgerichteten Werkstätten, Verkaufs- und Büroräumen eine Wohlfühlatmosphäre geschaffen werden. Studien belegen, dass hell gestaltete Räume, etwa mit großen Fenstern und sanften Farbtönen die Aufmerksamkeit und Konzentration der Belegschaft fördern. Damit ist dieser Aspekt auch für die Produktivität ein wichtiger Faktor.
7. Gesundheitliche Aspekte nicht bedenken
Das Personal hält sich jeden Tag viele Stunden in den Gewerberäumen auf und kann dort verschiedenen gesundheitlichen Belastungen wie Elektrosmog oder Feinstaub ausgesetzt sein. Durch bauliche Maßnahmen lassen sich die Risiken für die Beschäftigten deutlich reduzieren. Dazu zählt etwa die räumliche Trennung verschiedener Arbeitsbereiche. Auch die Auswahl an Baustoffen liegt in der Hand des Bauherren. Zunehmend beliebt ist die Verwendung von Holz im Bau und Ausbau von Gewerbehallen. Der nachwachsende Rohstoff leistet nicht nur einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz, sondern er verbessert auch das Raumklima innerhalb von Gebäuden, wie mehrere Studien belegen.
