Die Diskussion um Habecks Heizungsgesetz und die Wärmepumpe verstört viele Privatkunden. Gerade bei kleinen Maler- und Lackierbetrieben bricht das Geschäft ein.

Die Konjunkturbefragung des Bundesverbands Farbe Gestaltung Bautenschutz zeigt, dass die Verbraucher derzeit tief verunsichert sind. Das liegt vor allem an der Diskussion um das Gebäudeenergiegesetz. So fallen die Erwartungen der im Frühjahr 2023 befragten Maler- und Lackierbetriebe an Umsatz- und Ertragsentwicklung deutlich weniger positiv als in den Vorjahren aus. Grund dafür ist ein spürbarer Auftragsrückgang bei Privatkunden.
Während in den vergangenen zwei Jahren die Auftragsbücher der Branche gut gefüllt waren, verzeichnen insbesondere Kleinstbetriebe mit bis zu vier Beschäftigten einen 25-prozentigen Rückgang in ihrem Auftragsvorlauf. Während Großbetriebe einen stärkeren Umsatzanteil mit Neubauprojekten generieren, sind kleine Maler- und Lackierbetriebe mit mehr als 86 Prozent in Gebäudesanierungen tätig.
Gefahr unbezahlbarer Investitionen
Und in diesem Bereich zeigen sich die Verbraucher - aufgrund der aktuellen wirtschaftlichen Situation sowie der drohenden Gefahr unbezahlbarer Investitionen in neue Gebäudetechnik - extrem zurückhaltend.
Steigende Zinsen, hohe Inflationsraten und der Wegfall von geförderten Krediten für einzelne Sanierungsmaßnahmen erhöhen massiv die finanziellen Risiken, die mit Sanierungen verbunden sind. Auch hochkomplexe, langwierige Antragsprozesse für Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten von Sanierungsprojekten verstärken die wirtschaftliche Unsicherheit bei den Verbrauchern.
Malerpräsident unzufrieden mit der Regierung
"Die Bundesregierung hat die Verbraucher so massiv verunsichert, dass Investitionen in Gebäudesanierungen, wie beispielsweise Fassadendämmungen, zurückgehen. Unsere Maler- und Lackierbetriebe bekommen das heute schon zu spüren", betont Guido Müller, Präsident des Bundesverbands Farbe Gestaltung Bautenschutz. "Dabei sollte die absolute Grundvoraussetzung für den Einbau einer energieeffizienten Heizanlage ein energetisch saniertes Gebäude sein. Sonst geht zukünftig anstelle von fossil erzeugter eben klimafreundlichere Heizwärme über Außenwände und Dächer verloren. Das kann für eine erfolgreiche Energiewende nicht zielführend sein."
In einer effizienten Gebäudesanierung liegt deshalb auch das größte Einsparpotenzial. Über die Gebäudehülle - also Außenwand oder Dach - gehen je etwa 30 Prozent der Wärme verloren, gefolgt von alten Fenstern mit etwa 20 Prozent. Deshalb ist die Sanierung der Anlagentechnik ökologisch und ökonomisch erst dann sinnvoll, wenn die Gebäudehülle energetisch optimiert und der Energiebedarf dadurch bereits maßgeblich und dauerhaft gesenkt wurde. Ohne die fast 40.000 Maler- und Lackierbetriebe in Deutschland mit ihrer Kompetenz in der Wärmedämmung ist eine "Wärmewende" also nicht zu schaffen.
In der jährlichen Konjunkturbefragung des Bundesverbands Farbe Gestaltung Bautenschutz befragt Forsa, eines der führenden Markt- und Meinungsforschungsinstitute, seit 2020 die organisierten Maler- und Lackierbetriebe aus Deutschland zu aktuellen Einschätzungen, Eckdaten und Trends rund um die wirtschaftliche Situation und zeichnet daraus ein Stimmungsbild der Branche. str
