Jimdo-ifo-Geschäftsklimaindex im März 2023 Kleinstunternehmen: Druck durch Preiserhöhungen sinkt

Schon im Februar 2023 zeigte der Jimdo-ifo-Geschäftsklimaindex klar positive Zeichen, dass die Zukunftssorgen der Soloselbstständigen und Kleinstunternehmen weniger werden. Im März hat sich diese Entwicklung stabilisiert. Der Druck von erwarteten Preiserhöhungen lässt nach.

Preiserwartungen der Soloselbstständigen und Kleinstunternehmen im März 2023.
Preiserwartungen der Soloselbstständigen und Kleinstunternehmen im März 2023. - © Jimdo

Selbstständige und Kleinstunternehmen hatten es in den vergangenen Monaten nicht leicht. Entsprechend unsicher zeigten sie sich in Befragungen zu den zukünftigen Geschäftserwartungen. Die konkreten Geschäftslagen lagen 2021 und 2022 weit hinter der der Gesamtwirtschaft zurück. Doch seit einiger Zeit ist ein Aufschwung zu spüren, der sich zu stabilisieren scheint. Das zeigt der Jimdo-ifo-Geschäftsklimaindex vom März 2023, der sowohl den Trend zu einer positiveren Geschäftslage als auch zu nicht mehr ganz so pessimistischen Geschäftsaussichten aus den ersten Monaten des Jahres 2023 weiter hält.

Viele Kleinstunternehmen spüren weniger Druck zu weiteren Preiserhöhungen

So hat sich dem Index zufolge der Geschäftsklima der Selbstständigen insgesamt aufgehellt. Nach Aussage von Katrin Demmelhuber vom ifo-Institut liegt dies unter anderem daran, dass die Unternehmen – unabhängig von ihrer Größe – weniger Druck zu weiteren Preiserhöhungen verspüren. Zwar zeigt sich das nicht durchgängig in allen Branchen. Denn beispielsweise im Lebensmittelhandwerk ist die aktuelle Lage bezüglich der hohen Preise noch nicht entspannt. Insgesamt bei den kleinen Betrieben gibt der Index allerdings an, dass die Firmen hier eher keine weiteren starken Preissteigerungen mehr erwarten.

Dennoch steckt in dieser Entwicklung und ihrer weiteren Stabilisierung noch immer viel Arbeit. So lobt Matthias Henze, CEO und Gründer von Jimdo, den Aufwärtstrend nach der lange anhaltenden Krisenstimmung und auch, dass die Schere zur Gesamtwirtschaft allmählich kleiner wird.  Dennoch sei es nun wichtig, die kleinen Firmen weiter zu unterstützen auch mit gezielter Forschung. "Wenn wir verstehen, was Selbstständige wirklich brauchen, können sie sich nachhaltig erholen und wachsen", sagt Henze.

Positive Geschäftserwartungen bei den kleinen Betrieben.
Positive Geschäftserwartungen bei den kleinen Betrieben. - © Jimdo

Kleinstunternehmen brauchen mehr Unterstützung von der Politik

Ihm schließt sich Andreas Lutz, der Vorstandsvorsitzende des Verbands der Gründer und Selbstständigen Deutschland an und richtet mahnende Worte an die Politik. Denn er hält die bisherige staatliche Unterstützung nicht für zielgerichtet genug, um sicherzustellen, dass Selbstständige sich langfristig von den Folgen der Krisen erholen. So sollte die Regierung seiner Meinung nach endlich Vereinbarungen aus dem Koalitionsvertrag umsetzen.

"Das ist die Senkung der GKV-Beiträge auf das Niveau von Angestellten und Arbeitgebern und die Schaffung von Rechtssicherheit bei der Statusfeststellung", teilt er im Zusammenhang mit der Veröffentlichung des neuen Jimdo-ifo-Geschäftsklimaindex mit. Beide Maßnahmen seien grundlegende Voraussetzungen, um eine Altersvorsorgepflicht für Selbstständige einführen zu können.

Für den Jimdo-ifo Geschäftsklimaindex für Selbstständige werden seit Mitte 2021 jeden Monat 1.500 Solo-Selbstständige sowie Kleinstunternehmen mit bis zu neun Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen befragt. jtw