Ausbildungsserie So lernen Azubis den richtigen Umgang mit Daten

Ob beim Datenschutz oder der Erfassung von Informationen: Der Umgang mit Daten spielt in jedem Ausbildungsberuf eine wichtige Rolle. Wie vermitteln Ausbilder, was bei der Datenverarbeitung zu beachten ist? Ausbildungsberater Peter Braune nennt drei Beispiele konkreter Arbeitsaufträge an Azubis – und klärt über sogenannte "Easter Eggs" auf.

IT-Kabel in Form von Ei und Osterhasen auf blauem Hintergrund gelegt.
Verstecken Programmierer in einer Software eine Besonderheit, wird diese auch als "Easter Egg" bezeichnet. - © Anna - stock.adobe.com

In allen Ausbildungsordnungen spielt die Datenverarbeitung eine Rolle. Dazu gehören alle Lernziele aus dem betrieblichen Ausbildungsplan, die sich auf die Erfassung, Speicherung, Verarbeitung und Übertragung von Daten beziehen.

Wie zum Beispiel für die Ausbildung von einer Bäckerin:

  • Bedeutung und Nutzungsmöglichkeiten von Informations- und Kommunikationssystemen für den Ausbildungsbetrieb erläutern
  • Arbeitsaufgaben mit Hilfe von Informations- und Kommunikationssystemen bearbeiten
  • Vorschriften zum Datenschutz beachten
  • Daten pflegen und sichern

Oder einige Beispiele für die Ausbildung von einem Metallbauer:

  • Informationen beschaffen und bewerten
  • Datenträger handhaben, digitale und analoge Mess- und Prüfdaten lesen                   
  • Kommunikation mit vorausgehenden und nachfolgenden Funktionsbereichen
  • Kundenspezifische Anforderungen und Informationen entgegennehmen, im Betrieb weiterleiten und berücksichtigen

Oder natürlich auch im Büroberuf Kauffrau- oder Kaufmann für Büromanagement:

  • Textverarbeitungssystem bedarfsgerecht und effizient anwenden
  • Kalkulationstabellen erstellen und Berechnungen durchführen
  • Daten in Diagrammen darstellen
  • Dateien exportieren und importieren

So vermitteln Ausbilder die korrekte Datenverarbeitung

Arbeitsaufträge an den Azubi sind übrigens gut geeignet, um hier Lernziele zu vermitteln. Das zeigen folgende Beispiele:

Aufgabe Variante 1: Arbeitsauftrag

Mit der elektronischen Post werden Briefe und Informationen aller Art gesendet. Telebanking wickelt zum Beispiel Überweisungen, Gutschriften und sonstige Buchungen ab. Die Datenbanken enthalten große Datenmengen für bestimmte Zwecke. Aufgabe: Vergegenwärtigen Sie sich, wofür im Betrieb die Datenverarbeitung genutzt wird. Wählen Sie drei typische Beispiele aus dem Bürobereich aus. Schätzen Sie ein, welche Risiken bei der Nutzung digitaler Medien und informationstechnischer Systeme entstehen können. Stellen Sie in diesem Zusammenhang fest, welche betriebliche Regelungen bei der Nutzung einzuhalten sind. Nehmen Sie sich für diesen Teil 120 Minuten Zeit. Verarbeiten Sie danach am Computer – in 60 Minuten – die Ergebnisse Ihrer Recherchen. Überprüfen Sie in einem Fachgespräch die Richtigkeit.

Aufgabe Variante 2: Multiple-Choice

Zur Lernerfolgskontrolle eignen sich auch offene Aufgaben, wie zum Beispiel diese Multiple-Choice-Aufgabe:

Im Büro erfasst die Mitarbeiterin bereit gestellte Informationen mit der Tastatur. Was erledigt sie mit dieser Tätigkeit?

A) Sie nutzt das Eingabesystem zur Bearbeitung einer grafischen Benutzeroberfläche.
B) Die Daten überträgt sie zu einem anderen Endgerät.
C) Es sind Strichcodes einzulesen, die sich auf einer Lebensmittelpackung befinden.
D) Sie erfasst Buchstaben und Ziffern, nutzt aber auch Sondertasten.
E) Durch eine Spracheingabe erfasst sie Texte und steuert damit ihren Computer.
F) Sie lässt Grafiken und Texte abtasten und überträgt sie dann in eine Datei.

Aufgabe Variante 3: Aufzählungen

Welche technischen und organisatorischen Maßnahmen sind im Betrieb in Bezug zur Zutrittskontrolle, Zugangskontrolle, Zugriffskontrolle, Weitergabe-Kontrolle, Eingabekontrolle und Verfügbarkeitskontrolle umzusetzen?

Kleine Anekdote: Von Easter Eggs in der Ausbildung

Ich bin kein Fachmann, wenn es um die Welt der Datenverarbeitung geht. Das betrifft unter anderem die speziellen Fachausdrücke, die von eingefleischten Fachleuten verwendet werden. Jedoch bemühe ich mich um Verständnis.

So wurde ich beim Mittagessen in einem Restaurant unbeabsichtigter Zeuge einer Unterhaltung am Nebentisch. Die jungen Leute tauschten ihre Erfahrungen über versteckte Besonderheiten in Medien- und Computerprogrammen aus. Gemerkt habe ich mir den Begriff "Easter Egg".

Es ist allgemein bekannt: Kinder werden zu Ostern zum Suchen der Eier auf die Wiese geschickt. Dass sie dabei die Hasen und weniger die Hennen aufscheuchen, ist allen klar. Also haben die Hasen die Eier auf die Wiese gelegt. Messerscharf schloss ich, bei der Entwicklung der Software müssen auch einige Hasen beteiligt sein. Das wäre eine Erklärung für die wenig kundengerechten Sprünge in so mancher Software.

Ich habe dann noch einmal meinen Computer angeworfen und nach dem Begriff gesucht. Demnach ist mit Easter Eggs das Verstecken kleiner Informationen gemeint. Sie sind etwa in der Kunstgeschichte nachgewiesen. So zum Beispiel durch versteckte Signaturen, Abbildungen von Personen in Nebenfiguren und Ähnlichem.

Heute werden diese Überraschungen von Programmierern in die Software geschmuggelt. Ob Ihre Lehrlinge auch schon das eine oder andere Easter Egg im Betrieb versteckt haben? Vielleicht haben Sie oder Ihre Mitarbeiter ja schon die eine oder andere Erfahrungen gemacht ...

Ihr Ausbildungsberater Peter Braune

Peter Braune hat Farbenlithograph gelernt, war Ausbilder und bestand in dieser Zeit die Ausbildungsmeisterprüfung. Er wechselte als Ausbildungsberater zur Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main. Dort baute er dann den gewerblich-technischen Bereich im Bildungszentrum auf und leitete die Referate gewerblich-technischen Prüfungen sowie Ausbildungsberatung, zu der auch die Geschäftsführung vom Schlichtungsausschuss gehörte. Danach war er Referent für Sonderprojekte.