Seit dem Jahr 1799 und bereits in achter Generation produziert die Firma Krumpholz in Grafengehaig hochwertige Garten- und Forstwerkzeuge. Als einziger Handwerksbetrieb dieser Branche wurde die Schmiede nun in das Buch "Aus bester Familie" aufgenommen.

Autor Florian Langenscheid porträtiert darin die 100 herausragendsten deutschen Familienbetriebe. Die hochwertige Publikation ist ein Projekt der Zeit-Verlagsgruppe, zu der auch das Buch "Marken des Jahrhunderts" gehört. Auch darin fand Krumpholz schon mehrfach Erwähnung, zuletzt 2022.
"Solche Auszeichnungen machen uns natürlich stolz", sagt Seniorchef Claus Krumpholz. "Damit bekommen wir für unsere Anstrengungen ein Schulterklopfen, das man sonst nur selten für seine Arbeit erhält." Zudem zeige es dem Familienunternehmen, dass man mit der Produktion von qualitativ hochwertigen Werkzeugen auf dem richtigen Weg sei und die Erwartungen der Kunden erfülle.
Kunden rund um den Globus
"Bei allem, was wir tun, haben wir Respekt vor der langen Familientradition, vor dem, was frühere Generationen geschaffen haben. In dieser Verantwortung entwickeln wir unser Unternehmen weiter", bestätigt auch Claus Krumpholz junior, der zusammen mit seinem Vater die Fäden im Betrieb zusammenhält. Dabei haben die beiden den Wert ihrer Arbeit fest im Blick. Was ihr Vorfahre Johann David Krumpholz im Jahr 1799 im Guttenberger Hammer begonnen hatte, führen die beiden konsequent fort, produzieren inzwischen mit 25 Mitarbeitern rund 1.200 unterschiedliche Werkzeuge für die Garten- und Forstarbeit, mittlerweile für Kunden rund um den Globus, von Australien über Südafrika bis nach Südamerika. Aber auch in Deutschland gibt es rund 150 Verkaufsstellen.
Lebenslange Garantie
Ihre größte Motivation und das oberste Ziel dabei: immer in hoher Qualität produzieren und sich so deutlich von den Billiganbietern aus Fernost abheben. "Wir stellen unsere Produkte in einer Eigenfertigungsquote von 97 Prozent her, liefern echtes Made in Germany", ist Claus Krumpholz senior stolz. "Zudem sind unsere Erzeugnisse für Generationen gemacht. Deswegen geben wir auf unsere Produkte auch eine lebenslange Garantie."
Hinzu kommt ein absolutes Bekenntnis zu ihrer Heimatregion. Deshalb kam es für den Juniorchef bei seinem Einstieg ins Unternehmen nie in Betracht, den Standort zu wechseln, beispielsweise, um im östlichen Europa billiger produzieren zu können. "Da hängt einfach zu viel Herzblut dran", sagt er. "Schon als Kind durfte ich ohne jegliche Verbote und Einschränkungen mit in der Schmiede helfen. Das hat mich geprägt." Und so kommt der heute 34-Jährige nach einem Studium der Verfahrenstechnologie auch gerne wieder in seine Heimat zurück und will Krumpholz-Werkzeuge erfolgreich in die nächste Generation führen. Die Grundausrichtung dabei: Werkzeuge herstellen, die bei den Kunden Nutzen stiften, weil sie ihnen das Arbeiten erleichtern. Und sich dabei auf Produkte spezialisieren, die nur sie in dieser Qualität herstellen können.
Größter Hacken- und Hauen-Hersteller Europas
So hat es Krumpholz mittlerweile zum größten Hacken- und Hauen-Hersteller Europas gebracht. Ein weiteres Ziel: den Menschen und vor allem der Jugend zeigen, dass es sich lohnt, mit eigener Hände Arbeit etwas zu produzieren. "Wir wollen den Nachwuchs für das Handwerk begeistern", so das Credo der beiden Chefs. Dabei denken sie zum Beispiel auch an den Aufbau einer gläsernen Manufaktur in ihrem Betrieb am Guttenberger Hammer. Ob es je dazu kommt, steht aber in den Sternen. "Viel zu oft werden wir leider von zu bürokratischen Vorgaben ausgebremst", ärgert sich der Seniorchef. Er wünscht sich von der Politik, dass sie das Handwerk als Mittelpunkt und Antreiber des Wirtschaftsstandortes Deutschland viel stärker fördert als bisher.