Hilfseinsatz Erdbeben: Deutsche Bestatter helfen in der Türkei

15 Ehrenamtliche des Death-Care Embalmingteams Germany sind nach dem Erdbeben in der Türkei und in Syrien in das Katastrophengebiet geflogen. Wie die Bestatter vor Ort helfen wollen.

Death-Care-Team
Mitglieder des Death-Care-Teams vor dem Abflug in die Türkei. - © Bundesverband Deutscher Bestatter

Die deutschen Bestatter helfen im Erdbebengebiet der Türkei bei der Bergung der Leichen. Am Freitagmorgen ist ein 15-köpfiges Team unter der Leitung von Makus Maichle aus Geislingen vom Frankfurter Flughafen aus in das Katastrophengebiet aufgebrochen.

Die ehrenamtlichen Helfer gehören zum Death-Care Embalmingteam Germany. Die humanitäre Hilfsorganisation bietet bei Unfällen und Katastropheneinsätzen weltweit eine würdevolle und professionelle Versorgung verstorbener Menschen an. Dabei steht der sensible und respektvolle Umgang mit den trauernden Hinterbliebenen im Mittelpunkt.

Mit Tod und Trauer im Berufsalltag vertraut

Alle Team-Mitglieder sind mit den Themen Tod und Trauer aus ihrem Arbeitsalltag vertraut, teilt der Bundesverband Deutscher Bestatter mit. Durch ihre Hilfe würden nicht nur die verstorbenen Opfer fachmännisch, kompetent und mit dem gebührenden Respekt versorgt. Auch die anderen Helfer vor Ort würden psychisch und physisch entlastet.

Das Death-Care-Team kooperiert mit dem Deutschen Roten Kreuz. Mehrere aktive Helfer wurden bereits vom DRK für Auslandseinsätze ausgebildet. Das Team, zu dem Mediziner, Forensiker, Psychologen und Bestatter mit einer Zusatzausbildung zum Thanatopraktiker gehören, verfügt über eigene Werkzeuge, Arbeitsgeräte und Materialien.

Weltweite Einsätze bei Erdbeben, Tsunami und Flugzeugabsturz

Die Hilfe umfasst unter anderem ein professionelles Handling bei der Bergung der Opfer, deren Desinfektion, Konservierung oder Rekonstruktion. Zudem beraten die Mitglieder zu hygienischen Fragen sowie zu Aufbewahrung, Transport und Be­­stattung der Verstorbenen oder planen Massengräber.

Death-Care leistete bereits nach Erdbeben 1999 im türkischen Gölcük und in Taiwan ehrenamtliche Not­hilfe. Außerdem waren Teams des Vereins 2004 und 2005 nach dem Tsunami in Thailand sowie bei dem Flugzeugabsturz einer Germanwings-Maschine 2015 in Frankreich im Einsatz. ste