Nach neun Jahren an der Spitze des Zentralverbands ist Hans Peter Wollseifer mit einem Festakt verabschiedet worden. Bundespräsident Steinmeier würdigte in seiner Laudatio Wollseifers unermüdlichen Einsatz für die berufliche Bildung.

Bundespräsident Frank Walter Steinmeier würdigt Hans Peter Wollseifer als unermüdlichen Kämpfer für die Anliegen des Handwerks. "Er ist – so habe ich es jedenfalls selbst empfunden – nicht nur ein Handwerksmeister, sondern auch ein Meister des politischen Handwerks", sagte Steinmeier in seiner Laudatio vor rund 250 geladenen Gästen aus Politik und Wirtschaft in Berlin. In einem Debattenklima, das rauer und gereizter geworden sei, habe er Wollseifers Stimme immer als wohltuend und ermutigend empfunden. Er habe sich verdient gemacht "um das deutsche Handwerk, um die berufliche Bildung, um die Sozialpartnerschaft, um unsere liberale Demokratie", betonte Steinmeier.
Steinmeier: Handwerk für den Umbau der Wirtschaft wichtig
Mit Hans Peter Wollseifer verbinde ihn die Überzeugung, dass das Handwerk eine besondere Bedeutung für die Wirtschaft, für die Gesellschaft und die Zukunft Deutschlands habe. "Wir brauchen Handwerkerinnen und Handwerker, die vor Ort bauen, sanieren, fertigen, installieren, warten, reparieren", sagte er mit Blick auf den klimafreundlichen Umbau der Wirtschaft. Dazu brauche es gut ausgebildeten Fachkräfte. Deutschland könne es sich nicht leisten, dass Lehrstellen unbesetzt blieben und dass Betriebe schließen müssten, weil sie keine Nachfolger fänden.
Steinmeier würdigte Wollseifers unermüdlichen Einsatz für die berufliche Bildung. "Es ist auch sein Verdienst, dass die berufliche Bildung immer mehr zum gleichwertigen Bildungsweg neben dem Studium geworden ist", betonte er. Für Wollseifer sei es außerdem immer klar gewesen, dass das Handwerk vor Ort eine Mitverantwortung dafür trage, dass das Miteinander der vielen verschiedenen Menschen in Deutschland gelinge.
Handwerkszeichen in Gold für Wollseifer
Der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, Rainer Dulger, hob nicht nur Wollseifers unermüdlichen Einsatz für die Belange der Unternehmen hervor, die er meinungsstark in den Spitzenrunden mit der Politik vertreten habe. Dulger würdigte auch dessen Einsatz als Unternehmer, der schon in jungen Jahren den Betrieb des Vaters übernommen habe. Wie der neue ZDH-Präsident Jörg Dittrich betonte, waren Wollseifers Jahre an der Spitze des Verbandes von Krisen geprägt: Flüchtlinge, Corona, Ukraine. Nicht nur dabei habe er Gestaltungskraft und ein herausragendes Engagement bewiesen. Dittrich dankte seinem Vorgänger im Namen des Handwerks und zeichnete ihn mit dem Handwerkszeichen in Gold aus. Der ZDH-Präsident erinnerte an die Erfolge Wollseifers in der Handwerkspolitik wie die Stärkung des Meisters. Auch habe er die Diskussion um die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Ausbildung befeuert. "Ich verspreche Dir, wir bleiben da dran."