Textilreinigermeister Joachim Krause ist Visionär und Vorreiter seiner Branche, wenn es um Energieeinsparung, die Reduktion der eingesetzten Reinigungsmittel und den sparsamen Verbrauch von Wasser geht. Wie er es geschafft hat, den ökologischen Fußabdruck seines Betriebs um 79 Prozent zu verringern.

Für dieses Engagement ist die Coburger Handtuch- und Matten-Service (CHMS) GmbH & Co. KG in Rödental nun für den Deutschen Umweltpreis nominiert. Doch auch Joachim Krause persönlich wird für seinen unermüdlichen Einsatz geehrt: Die Fachzeitschrift WRP – Wäscherei- und Reinigungspraxis zeichnet ihn im Juni für sein Lebenswerk aus.
Joachim Krause hat den Betrieb 1989 als zweite Familiengeneration übernommen. Sofort machte er sich daran, das Unternehmen umweltgerechter aufzustellen. Durch seine Beobachtungsgabe für einzelne Betriebsprozesse und seinen langjährigen Erfahrungsschatz im Wasch- und Trocknungsprozess gelang es ihm mit eigenen Erfindungen und Patenten immer wieder, sein Unternehmen in Sachen Umweltschutz weiter voranzubringen.
Dank eines neuen Reinigungsverfahrens, das Krause gemeinsam mit der TH Nürnberg entwickelt hat, war es möglich, den Wasserverbrauch um 86 Prozent, den Energieverbrauch um 65 Prozent und den Einsatz des benötigten Waschmittels um 1,2 Tonnen pro Jahr zu reduzieren. Im Vergleich zum Jahr 1990 verbraucht sein Betrieb unterm Strich nun 850.000 m3 weniger Gas und 90.000 m3 weniger Wasser pro Jahr. Auch die Menge der benötigten Reinigungschemikalien hat er um zwei Drittel zurückgefahren.
Ideen und Innovationen
"Am Anfang wurde ich für meine Ideen und innovativen Ansätze belächelt", gesteht der heute 70-Jährige. "Als dann Ende der 90er-Jahre die Preise anstiegen, landeten bei uns plötzlich etliche Anfragen, wie wir das geschafft haben." Heute ist er mit seinem Betrieb der Maßstab für andere, berät viele Unternehmen bei der Realisierung ähnlicher Umweltschutzprojekte. Beim Wasserverbrauch setzt er schon lange die Referenzgröße: Statt der branchenüblichen acht bis zwölf Liter Wasser pro Tonne Wäsche werden bei der CHMS nur 2,2 Liter verbraucht.
"Das Bestreben, ständig etwas zu verbessern, ist bei mir schon eine Manie."
Joachim Krause, Geschäftsführer CHMS GmbH & Co. KG
"Hätte ich damals nicht damit begonnen, mir zum Beispiel konkrete Gedanken über die Energierückgewinnung und die Mehrfachverwertung der eingesetzten Rohstoffe und Verbrauchsmaterialien zu machen, dann wäre ich wohl nicht so weit gekommen", sagt Krause zufrieden. Sogar Flusen aus der Handtuchreinigung erfüllen bei ihm noch eine Zusatzaufgabe. Sie reinigen das Schmutzwasser, das bei der Mattenbearbeitung entsteht.

"Ich bin noch nicht fertig"
Die jetzige Nominierung für den Deutschen Umweltpreis und die Ehrung für sein Lebenswerk erfüllen Joachim Krause zwar schon mit Stolz, noch mehr freut er sich aber über Bestätigung seines bisherigen Handelns. "Ich habe mir immer wieder Gedanken darüber gemacht, wie ich die Abläufe in meinem Betrieb verändern und verbessern kann. Irgendwann kann man gar nicht mehr damit aufhören. Das ist bei mir schon eine Manie", gesteht Joachim Krause.
Ehrenamtliches Engagement
Auch ehrenamtlich engagiert sich Joachim Krause sehr stark. Er ist Obermeister der Textilreiniger-Innung Oberfranken und stellvertretender Präsident des Bayerischen Textilreinigungsverbandes. Als Präsidiumsmitglied im Deutschen Textilreinigungsverbandes (DTV) ist er gleichzeitig Vorsitzender des Ausschusses Technik und Umwelt. "Über dieses Netzwerk, aber auch bei Kontakten zu Hochschulen und Forschungsinstituten bin ich immer auf offene Ohren für meine Ideen gestoßen, was mir bei der Weiterentwicklung enorm geholfen hat", zieht Krause als Fazit.
Ebenso haben ihm die Berater der Handwerkskammer auf dem Weg durch den Förderdschungel begleitet. Ohne die Nutzung der passenden Förderprogramme wäre, wie er sagt, die Finanzierung der Projekte nicht zu schultern gewesen.
Der Coburger Handtuch- und Matten-Service (CHMS) hat sich auf die umweltfreundliche Reinigung von Schmutzmatten, Stoffhandtüchern und Wischmopps spezialisiert und beschäftigt derzeit 46 Mitarbeitende. Seine Stammkunden sind im Umkreis von 150 Kilometern beheimatet, Spezialaufträge wickelt der Betrieb als Subunternehmer für andere Wäschereien aber auch bundesweit und in den Benelux-Staaten ab.