Erneuerbare Energien erfreuen sich weltweit wachsendem Interesse. Auch Länder wie Uganda machen sich die Energiegewinnung zu Nutze. Manfred Becker, Handwerksmeister aus Köln, hat ein einwöchiges Training zum Thema Photovoltaik in Kampala durchgeführt.

Gebet, Eröffnungszeremonien und Ansprachen – so beginnen üblicherweise die Trainings in dem ostafrikanischen Land Uganda. Manfred Becker, seit mehr als zehn Jahren in Projekten der Entwicklungszusammenarbeit tätig, hat die lokalen ugandischen Gepflogenheiten schnell liebgewonnen.
Bereits vor seinem einwöchigen Einsatz wusste er, dass man in den ugandischen Unternehmen oftmals nicht das richtige und sichere technische Equipment für Elektroinstallationen findet. Daher startete der gelernte Elektrotechnikermeister mit verschiedenen Messgeräten und Werkzeugen im Gepäck nach Uganda. An insgesamt 17 Personen hat er auf dem Gelände des mittelständischen Unternehmens Re-Power Grundwissen rund um Solaranlagen vermittelt. Dabei seit mehreren Jahren regelmäßig an seiner Seite: Sein ugandischer Co-Trainer Patrick Masendi, der einer der wichtigsten Multiplikatoren ist.
Deutsches Handwerk als Werkzeug in der
Entwicklungszusammenarbeit
In Uganda ist das technische Fachwissen deutscher Handwerker und Handwerkerinnen gefragt. Denn den Absolventen von beruflichen Bildungseinrichtungen fehlen oft wesentliche praktische Kompetenzen – auch weil viele kompetente Lehrkräfte und Ausbilder fehlen, trotz weitreichender Bemühungen der ugandischen Regierung.
Die deutsche duale Ausbildung mit ihrem hohen Praxisfokus genießt daher in Uganda, wie auch in vielen weiteren Entwicklungsländern, eine Vorbildfunktion. Dual ausgebildete Fachkräfte des Handwerks können eine Bandbreite verschiedener Kenntnisse an internationale Partnerinnen weitergeben. "Wissenstransfer in Fachpraxis, Berufsbildung und Betriebsführung" nennen die Business Scouts for Development das. Durchgeführt von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) bemüht sich das Handwerks-Cluster um die Stärkung des Handwerks in der Internationalen Zusammenarbeit. Deshalb unterstützt das Programm Einsätze deutscher Handwerkerinnen in Entwicklungs- und Schwellenländer.
Manfred Becker arbeitet seit 2018 mit der GIZ in verschiedenen Projekten der Entwicklungszusammenarbeit. "International Wissen weiterzugeben, den Horizont – auch in Bezug auf gewerkspezifische Vorgehensweisen – zu erweitern und dabei spannende Kulturen und Menschen kennenzulernen ist einfach bereichernd", so Becker. Als Ausgleich für die Leistungen der Handwerker und Handwerkerinnen bei den Einsätzen werden die Kosten für Flug, Unterkunft und Spesen, sowie ein Honorar von dem Business Scouts for Development Programm getragen. Kurz vor dem Start der letzten Reise nach Uganda hat Becker sich bereits online auf Englisch mit den Teilnehmenden verknüpft.

Ugandische Arbeiter installieren PV-Anlage
Vor Ort standen theoretische, vor allem aber praktische Übungen auf dem Lehrplan. Die Teilnehmenden, bestehend aus Angestellten des Unternehmens Re-Power und Mitgliedern des landesweiten Verbands der Kleinunternehmer*innen, erhielten Einweisungen zu Themen der Arbeitssicherheit, wie dem richtigen Umgang mit elektrischem Strom und Betriebsmitteln. Dank lokal angefertigter neigbarer Gestelle für Solarmodule konnten die Ausgangsleistungen eines Moduls abhängig vom Einstrahlungswinkel der Sonne direkt erprobt und gemessen werden.
Heiß wurde es dann auch noch, als die eigens hergestellten Erdungsmatten in der ugandischen Mittagssonne in circa 1,5 Metern Tiefe auf der Bananenplantage vergraben wurden. In Vorbereitung auf das Wochenhighlight, die eigenständige Installation einer Photovoltaik-Anlage mit einphasiger Einspeisung ins öffentliche Stromnetz über einen Batterie-Wechselrichter, wurden die einzelnen Komponenten einer Solaranlage besprochen.
"Keine der teilnehmenden Personen hatte bisher Erfahrungswerte in Bezug auf die Installation einer PV-Anlage mit Batterie-Wechselrichter und alle waren gespannt darauf, ob alles richtig geklappt hat", erzählt der deutsche Handwerker. "Nach kurzer Zeit zeigte sich – alles klar, die Anlage läuft fehlerfrei. Das war für alle ein schöner Moment." Auch in der Zukunft möchte Manfred Becker genau jene Momente nicht missen – er kommt bestimmt bald wieder. ew