Kein 2G bei Gesundheitshandwerken Gesundheitshandwerke bleiben uneingeschränkt offen

Die Gesundheitshandwerke der Augenoptiker, Hörakustiker, Orthopädietechniker und ­Orthopädieschuhtechniker sind systemrelevant und deswegen weiter für alle Kunden offen, unabhängig von 2G.

Augenoptiker zählen zu den Gesundheitshandwerken. Ein Augenoptiker untersucht Kunden mit FFP-2-Maske
Auch in Corona-Zeiten versorgen Gesundheitshandwerke wie die ­Augenoptiker alle Kunden, unabhängig von 2G. - © ZVA/Peter Boettcher

2G, 3G oder 2G-Plus, was gilt für die Gesundheitshandwerke? Verbraucher reagieren verunsichert, doch die Branchen geben Entwarnung. Als wichtige Gesundheitsdienstleister bleiben die Betriebe für alle Patienten und Kunden weiterhin uneingeschränkt geöffnet.

Der Zentralverband der Augenoptiker und Optometristen (ZVA) betont: "Auch in Pandemiezeiten ist die regelmäßige Überprüfung des Sehvermögens sowie die Versorgung mit Brillen, Kontaktlinsen oder vergrößernden Sehhilfen wichtig und unerlässlich."

Stephan Jähring, Präsident des Zentralverbands Orthopädieschuhtechnik, ergänzt für alle Gesundheitshandwerke: "Die Dienstleistungen, die wir erbringen helfen kranken und behinderten Menschen, ihr tägliches Leben zu bewältigen." Rund jeder vierte gesetzlich Versicherte ist nach Angaben des Bundesinnungsverbands für Orthopädietechnik (BIV-OT) auf die Versorgung mit Hilfsmitteln angewiesen.

Hohe Hygienestandards bei Gesundheitshandwerken

Sorgen vor Ansteckung brauche niemand zu haben: "Geübt im Kontakt mit vulnerablen Personengruppen, gab es in Sanitätshäusern und orthopädietechnischen Werkstätten schon vor der Pandemie hohe Hygienestandards und umfassende Schutzmaßnahmen", so der BIV-OT. Vor dem Hintergrund der Ausbreitung des Coronavirus gelten in den Gesundheitshandwerken laut ZVA jetzt noch strengere Hygiene- und Schutzbestimmungen als vor Pandemiezeiten.

Die Gesundheitshandwerke sind also als systemrelevant eingestuft und von der aktuell geltenden 2G-Regelung ausgenommen. Dennoch empfehlen die Unternehmen, vorab Termine zu vereinbaren. Dies gilt sowohl für Seh- oder Hörtests, für Anproben als auch für Beratungsgespräche. Nur so ließen sich die Kundenanzahl im Geschäft begrenzen und Wartezeiten zu vermeiden.

Einbußen während Lockdowns

Auch wenn die Gesundheitshandwerke während der Lockdowns geöffnet bleiben durften, kamen dennoch deutlich weniger Kunden. Die Augenoptiker hatten vor allem in den Monaten März bis Mai 2020 starke Umsatz­einbrüche, so auch der Brillenmacher Dieter Funk.

Zumindest die mittelständisch geprägten Betriebe der Branche haben sich davon aber gut erholt. Das zeigen die Auswertungen der ERFAlight-Statistik. Demnach haben die befragten Betriebe nicht nur im Vergleich von 2021 zum ersten Coronajahr 2020 bessere Zahlen erwirtschaftet. Auch im Vergleich zum Vorkrisenjahr 2019 sind die Zahlen gestiegen.

Das Hörakustiker-Handwerk dagegen hatte 2020 und 2021 vergleichbare Umsätze wie im Referenzjahr 2019. Die Branche sei weitestgehend saison- und auch pandemieunabhängig, erklärt der Hauptgeschäftsführer der Bundesinnung der Hörakustiker, Jakob Stephan Baschab.