Blow-ups im Sommer, Glatteis im Winter. Straßen reagieren auf extreme Temperaturen sehr sensibel. Das schädigt ihre Substanz und kann für Verkehrsteilnehmer zur Gefahr werden. Die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) untersucht deshalb, wie sich die Auswirkungen abmildern lassen. Sie hat eine Versuchsanlage für temperierte Straßen gebaut.

Im Juni wurde auf dem Demonstrationsareal der BASt eine Versuchsanlage für temperierte Straßen gebaut. In die 55 Meter lange Strecke wurden fünf Testfelder und ein Referenzfeld integriert, um die beste technische Lösung herauszufinden. Drei Testfelder werden mithilfe durchströmender Zwischenschichten temperiert, zwei mit Rohrleitungssystemen.
Temperierte Straßen in verschiedenen Dicken und Mustern
Dabei werden laut BASt unterschiedliche Schichtdicken wie auch verschiedene Verlegemuster getestet. Eingebaute Sensoren sollen während der auf drei Jahre angelegten Versuchsreihe Daten über die Auswirkungen der Heizung bzw. Kühlung liefern, während Wärmebildkameras die Oberflächentemperatur überwachen. Die Steuerung der Anlage erlaubt die getrennte Temperierung der Versuchsfelder und damit einen Vergleich der verschiedenen Systeme.
Ziel der BASt ist es, die Temperierung von Straßen in begrenztem Umfang auf besonders exponierten Abschnitten einzusetzen – etwa dort, wo besonders häufig Blitzeis auftritt. Temperiert werde zumeist nur um wenige Kelvin und die Energie soll aus Erdwärme gewonnen werden. Informationen über die Oberflächentemperatur einer Fahrbahn sammelt seit Juni auch die Stadt Darmstadt.
Pilotprojekt für temperierte Straßen
Für das Pilotprojekt hat die BASt an der Erbacher Straße ein Sensor installiert. Die Straßenbeleuchtung lädt nachts die Akkus wieder auf. Die gewonnenen Daten sollen dabei helfen, Hitzeschäden im Asphalt rechtzeitig zu erkennen und Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Droht im Winter Glatteis, könne früher und gezielter Streusalz eingesetzt werden. Das spare Kosten und schone die Umwelt, so Oberbürgermeister Jochen Partsch.