Kleine Schornsteinfeger, vierblättrige Kleeblätter, Marienkäfer und Glücksschweine sollen traditionell Glück bringen für das neue Jahr. In vielen Supermarktregalen stehen sie am Ende des Jahres neben Feuerwerksraketen und Böllern. Aber warum gelten ausgerechnet sie als Glücksbringer?

Jedes Jahr zu Silvester stapeln sich in den Supermärkten die Glücksschweinchen, Schornsteinfeger und Hufeisen. Sie sollen einen guten Start ins neue Jahr garantieren. Manche von ihnen gelten schon seit Jahrhunderten als Glücksbringer.
Der Schornsteinfeger
Der Schornsteinfeger als Glückssymbol kommt aus einer Zeit, als ein funktionierender Kamin lebenswichtig war. Schon im Mittelalter boten Schornsteinfeger als wandernde Handwerksgesellen ihre Dienstleistung an. Der Schornsteinfeger schützte durch seine Arbeit die heimischen vier Wände, indem er die Rußschicht aus den Schornsteinen entfernte und damit gleichzeitig die Brandgefahr verringerte. Da die Arbeit des Schornsteinfegers schmutzig und schwierig war, nahmen die Bewohner seine Dienste gerne an. Ein Schornsteinbrand konnte schnell einen Hof oder ein ganzes Stadtviertel in Schutt und Asche legen. So konnte ohne Gefahr geheizt und gekocht werden. Der Schornsteinfeger brachte Sicherheit und damit Glück ins Haus. Das hat sich bis heute nicht geändert: viele Menschen greifen spontan zu, wenn der Schornsteinfeger ins Haus kommt. Mit etwas Ruß oder einer Berührung der goldenen Knöpfe soll etwas von seinem Glück abfärben.
Das Glücksschwein
Meistens kommt der Schornsteinfeger als Glücksbringer nicht allein daher. Wahlweise begleiten ihn Hufeisen, Glücksklee oder Glücksschweine. Auch der Brauch des Glücksschweins kommt aus der Vergangenheit. Schweine wurden bereits vor 2.000 Jahren wegen ihrer Fruchtbarkeit zum positiven Symbol. Wer sprichwörtlich "Schwein" hat, gilt als Glückspilz, denn er musste kaum Hunger leiden. Denn als anspruchsloser Allesfresser ließ sich ein Ferkel mühelos zum Schwein mästen – darum galt das Schwein in europäischen Kulturen als Glücksbringer. Während es in früheren Zeiten zur Tradition gehörte, sich zu Silvester ein lebendes Ferkel zu schenken, kommt das heute nur noch sehr selten vor. In symbolischer Erinnerung an den alten Brauch werden heutzutage kleine, rosa Schweine aus Marzipan verschenkt .
Der Glücksklee
Vierblättrige Kleeblätter sind selten, umso glücklicher kann sich schätzen, wer dennoch eines findet. Der Glücksklee hat einen christlichen Ursprung: Es heißt, dass Eva bei der Vertreibung aus dem Paradies ein vierblättriges Kleeblatt mitnahm – um sich später an die schöne Zeit im Paradies erinnern zu können. Im Mittelalter wurde vierblättriger Klee in die Kleidung genäht, um Reisende vor Unglück zu bewahren. Heute gibt es die besonderen Kleeblätter vor allem zu Silvester als Topfpflanze zu kaufen.
Der Glückskäfer
Auch der Marienkäfer ist ein christliches Glückssymbol. Seinen Namen hat das rote Insekt mit schwarzen Punkten von der Jungfrau Maria. Sie schickte ihn angeblich als Geschenk auf die Erde. Denn der Marienkäfer frisst Läuse und andere Schädlinge von den Pflanzen. Die Ernte wurde ertragreicher, wenn es viele Marienkäfer gab. Eine reiche Ernte galt in früheren Zeiten als großes Glück.
Das Hufeisen
Das Hufeisen als Glücksbringer stammt aus einer Zeit, als die Post – und damit viele Liebesbriefe – noch mit der Pferdekutsche verteilt wurde. Ein Hufeisen zu finden sollte deshalb Glück bringen. Zudem sollte geschmiedetes Eisen vor bösen Geistern, Unfällen und Naturkatastrophen schützen. Uneinigkeit herrscht jedoch darüber, wie ein Hufeisen aufgehängt werden muss. Noch im Mittelalter zeigten die Spitzen und die Öffnung nach unten. Der Teufel und all seine Heerscharen sollten nicht imstande sein, unter einem Eisenbogen hindurchzugehen. Andere wiederum sagen, verkehrt herum aufgehängt könne das Glück wieder herausfließen. Wer es sich leisten konnte, nagelte einfach zwei Stück an die Türe. sm