Alles zur EM - Favoriten, Spielorte, Termine, Tippspiel Fußball EM 2016 in Frankreich: Alle Fakten im Überblick

Im Vorfeld der Europameisterschaft beantwortet die DHZ alle wichtigen Fragen zur EM. Wer sind die Favoriten? Wie ist der neue Modus? Wann und gegen wen spielt Deutschland? Welche Spielorte gibt es? Alle Fakten zur EM im Überblick. Beim großen DHZ-EM-Tippspiel gibts zudem einen Webergrill und weitere erstklassige Preise im Wert von 2.000 Euro abzuräumen.

Manuel Endress

Favoritencheck, Modus, Termine, Spielorte: Alle Fakten zur EM 2016 in Frankreich im Überblick. Beim großen EM-Tippspiel zudem Preise im Wert von 2.000 Euro gewinnen. Mitmachen lohnt sich. - © Christian Charisius/dpa

Bei der Fußball EM in Frankreich (10. Juni bis 10. Juli 2016) gibt es gegenüber den bisherigen Europameisterschaften einige Neuerungen. Beispielsweise kommen nun auch Drittplatzierte der Gruppenphase in die K.O.-Spiele. Für das große DHZ-EM-Tippspiel beantworten wir die wichtigsten Fragen, machen den Favoritencheck und geben einen Überblick über wichtige Termine, die sich Fußballfans rot im Kalender anstreichen sollten. Außerdem alle Spielorte der EM 2016.

HIER GEHTS ZUM DHZ EM-TIPPSPIEL

Was ist bei der EM 2016 in Frankreich neu?

Die Teilnehmerzahl wurde auf 24 Mannschaften erhöht: Bei der EM 2016 kommt erstmals ein neuer Turniermodus zum Einsatz. Statt wie bisher 16 Mannschaften (vier Gruppen a vier Teams), spielen nun 24 Nationalmannschaften um den Titel, eingeteilt in sechs Gruppen (A bis F) a vier Mannschaften. Zuletzt wurde die Teilnehmerzahl bei der EM 1996 in England erhöht (von 8 auf 16).

Durch die größere Teilnehmerzahl steigt auch die Zahl der Spiele. Statt wie bisher 31 gibt es nun 51 Partien. Deshalb dauert die EM 2016 auch vier, statt bisher drei Wochen.

Die besten Drittplatzierten kommen weiter

Die gravierendste Änderung im Turniermodus. Bei dieser Europameisterschaft gibt es erstmals ein Achtelfinale. Um aus den 24 Mannschaften die 16 Achtelfinalisten zu ermitteln kommen deshalb neben dem Ersten und Zweiten jeder Gruppe auch die vier besten Drittplatzierten weiter und spielen dann im Achtelfinale gegen verschiedene Gruppenerste.

Doch welcher Gruppendritte kommt weiter? Die UEFA legt dies in einem Kriterienkatalog genau fest. Am Ende werden alle 6 Drittplatzierten verglichen, indem eine eigene Tabelle aufgestellt wird. Folgende Gewichtung wird dabei angewandt.

  1. Die erzielte Punktzahl
  2. Die Tordifferenz
  3. Höhere Anzahl an geschossenen Toren
  4. "fair play conduct“ (Gelbe und rote Karten zusammengezählt)
  5. Position in der UEFA-Rangliste

Die Achtelfinalisten spielen anschließend in K.O.-Spielen gegeneinander (der selbe Modus wie bei Weltmeisterschaften). Allerdings: Die Sieger der Gruppen A, B, C und D spielen gegen einen der vier Gruppendritten. Die Sieger der Gruppe E und F bekommen jedoch einen vermeintlich stärkeren Gegner indem sie gegen den Gruppenzweiten aus der Gruppe D beziehungsweise E antreten müssen. Welcher Gruppensieger gegen welchen Gruppendritten antreten muss, richtet sich nach den Gruppendritten, die sich für das Achtelfinale qualifizieren. Demnach sind jeweils drei Gruppendritte möglich. Dies ergibt deshalb auch für die deutsche Nationalmannschaft einige verschiedene Wege ins Finale in Paris.

Die Deutsche Gruppe – wann und wo trifft Deutschland auf wen?

Die deutsche Nationalmannschaft spielt bei der EM in Frankreich in Gruppe C gegen Polen, die Ukraine und Außenseiter Nordirland. Die Gruppengegner der Nationalelf im Kurzporträt:  

Deutschland – Ukraine, Sonntag 12. Juni 2016, 21 Uhr in Lille

Los geht es für die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw in Lille gegen die Ukraine. Das Ziel des Teams von Trainer Michail Fomenko ist es, die Gruppenphase zu überstehen. Aufgrund er überzeugenden Qualifikation keine unerreichbare Hürde. Das Team ist äußerst defensivstark. Immerhin kassierten die Ukrainer in zehn Quali-Spielen nur vier Gegentore. Der Star ist Andrej Jarmolenko von Zenit St. Petersburg, auf den es durchaus zu achten gilt. Zwar ist die Ukraine unangenehm zu spielen, für einen Deutschen Auftaktsieg sollte es aber dennoch reichen.

Die bisherige Bilanz gegen die Ukraine: 2 Siege, 3 Unentschieden, Torverhältnis 10:5
DHZ-Tipp: 2:1

Deutschland – Polen, Donnerstag 16.Juni 2016, 21 Uhr in Paris Stade de France

Ohne Zweifel kommt im zweiten Gruppenspiel der härteste Gegner. Gegen Polen geht es wahrscheinlich um den Gruppensieg. Das Team um den Stürmerstar des FC Bayern Robert Lewandowski (13 Tore in der Quali) gewann bereits das Hinspiel in der Qualifikation gegen Deutschland mit 2:0. Polen ist so gut besetzt wie noch nie und gehört zu den Geheimfavoriten dieser EM. Bislang nahmen die Polen drei Mal an einer EM-Endrunde teil, kamen aber nur einmal über die Vorrunde hinaus. Das dürfte dieses Mal anders werden. Hier erwartet die deutschen Fans ein enges Spiel mit einem Gegner, der sehr unangenehm zu spielen ist.

Die bisherige Bilanz gegen Polen: 13 Siege, 6 Unentschieden, 1 Niederlage, Torverhältnis 34:12
DHZ-Tipp: 1:1

Deutschland – Nordirland, Dienstag 21. Juni 2016, 18 Uhr in Paris Prinzenpark

Nordirland ist einer der größten Außenseiter der gesamten Europameisterschaft. Die Nordiren sind ohne Zweifel das Überraschungsteam schlechthin. Es gibt keinen bekannten Spieler und die Mannschaft besticht durch ihren unermüdlichen Teamgeist. Aber Achtung, unterschätzen sollte man diese Truppe nicht. In der Quali verlor Nordirland nur ein Spiel und setzte sich so als Gruppensieger vor Teams wie Rumänien, Griechenland und Ungarn durch. Insgesamt wird die Mannschaft von Coach Michael O´Neill versuchen, bei der ersten EM-Teilnahme überhaupt, möglichst gut aufzutreten. Dennoch ist ein Sieg für Deutschland im abschließenden Gruppenspiel Pflicht.

Die bisherige Bilanz gegen Nordirland: 8 Siege, 4 Unentschieden, 2 Niederlagen, Torverhältnis 32:13
DHZ-Tipp: 3:0

HIER GEHTS ZUM DHZ-EM-TIPPSPIEL

Das sind die weiteren Teilnehmer und Gruppen

Neben den deutschen Spielen stehen bei der EM in Frankreich noch zahlreiche weitere interessante Spiele in der Gruppenphase an. Beispielsweise kommt es am 17. Juni in Toulouse zum Kracher-Spiel zwischen Italien und den starken Belgiern. Die weiteren Gruppen im Überblick.

Gruppe A: Frankreich, Rumänien, Albanien, Schweiz

Kein Zweifel, in Gruppe A sind die Gastgeber der klare Favorit. Allerdings müssen sich die Franzosen durchaus in Acht nehmen. Denn Rumänien und die Schweiz qualifizierten sich direkt für die EM-Endrunde. Beide Teams sind zweifelsohne in der Lage Frankreich zu ärgern. Vor allem die Schweiz ist mit zahlreichen Bundesliga-Legionären stark besetzt. Die Außenseiterrolle in dieser Gruppe nimmt Albanien ein.

DHZ-Tipp: Frankreich geht als Erster durch Ziel. Dahinter: die Schweiz, Rumänien und Albanien

Gruppe B: England, Russland, Wales, Slowakei

England gab sich in der Qualifikation keine Blöße und schloss die Quali zur EM als erfolgreichste Mannschaft aller Nationen ab. 10 Siege in 10 Spielen. Klar, wer in der Gruppe B Favorit ist. Hoch spannend dürfte das Spiel gegen Wales werden, die sich zum ersten Mal seit der WM 1958 für ein großes Turnier qualifiziert haben. Im Duell der beiden Teams von der Insel werden die Waliser und ihr Superstar Gareth Bale (Real Madrid) alles geben was möglich ist. Ebenfalls zu beachten: Russland. Die Russen gewannen ihre Quali-Gruppe vor Schweden. Die Slowakei dürfte in dieser Gruppe wohl keine Rolle spielen.

DHZ-Tipp: Es wird eng für England, aber am Ende reicht es für Platz 1. Dahinter: Russland und Wales. Die Slowakei bleibt punktlos.

Gruppe D: Spanien, Tschechien, Türkei, Kroatien

Eine Gruppe mit viel Brisanz. Alle Teams haben sich direkt, ohne den Umweg Play-offs, für die Europameisterschaft qualifiziert. Dementsprechend dürften sich auch alle Chancen auf das Weiterkommen ausrechnen. Am engsten wurde es in der Quali für die Türkei, die Ungarn als punktbesten Gruppendritten verdrängte und so die Play-offs vermied. Dennoch eine Gruppe in der alles offen ist. Auch die Spanier können hier stolpern. Schwer einzuschätzen, wer am Ende auf der Strecke bleibt. Eine erste Tendenz liefert der erste Spieltag am 12. und 13. Juni. Dann treffen die Türkei und Kroatien, sowie Spanien und Tschechien aufeinander.

DHZ-Tipp: Eine völlig offene Gruppe, in der sich am Ende Spanien dank der individuellen Klasse durchsetzt. Dahinter: Kroatien, Tschechien und die Türkei.

Gruppe E: Belgien, Italien, Irland, Schweden

Was für eine Hammergruppe! Die Todesgruppe der EM 2016. Belgien liegt aktuell auf Platz 2 der FIFA-Weltrangliste und spielt mit seinem Star Kevin DeBruyne groß auf. Allerdings sind die Gruppengegner nicht die einfachsten. Mit dem Europameister von 1968 und viermaligen Weltmeister Italien wartet gleich im Auftaktmatch ein großer Brocken auf Belgien. Und auch die Schweden haben ihren Superstar. Zlatan Ibrahimovic kann Spiele im Alleingang entscheiden. Die Iren werden ihren Kampfgeist in die Waagschale werfen.

DHZ-Tipp: Belgien ist der Favorit und setzt sich auf Platz 1 durch. Dahinter platzieren sich dank Zlatan Ibrahimovic die Schweden. Italien kommt als Gruppendritter knapp weiter. Für die Iren ist auf Platz 4 der Todesgruppe Schluss.

Gruppe F: Portugal, Island, Österreich, Ungarn

Diese Gruppe birgt eine Menge Überraschungspotential. Island hat sich zum ersten Mal überhaupt für die Europameisterschaft qualifiziert. Dies allerdings souverän. Ungarn nimmt zum ersten Mal seit 44 Jahren  an einer EM teil. Auch Österreich gewann seine Quali-Gruppe souverän (vor Russland und Schweden) und qualifizierte sich ebenfalls zum ersten Mal überhaupt für eine EM (2008 war man als Gastgeber gesetzt). Eines ist also bereits jetzt sicher. Es kommt mindestens ein Überraschungsteam weiter. Favorit in Gruppe F ist Portugal. Allerdings dürften es die Portugiesen richtig schwer haben.

DHZ-Tipp: Österreich überrascht Cristiano Ronaldo und Co. und gewinnt die Gruppe. Dahinter: Portugal, Island und Ungarn.

Der Favoritencheck – welche Teams spielen um den Titel

Wie bei jedem großen Turnier gibt es auch bei der EM 2016 in Frankreich einige Favoriten und Teams, mit ernsthaften Außenseiterchancen. Der Favoritencheck zeigt die Titelanwärter.

Die 5 Topfavoriten

Frankreich:

Als Gastgeber gehört Frankreich klar zu den Mitfavoriten auf den Titel. Gerade die Gastgebermannschaft kann von ihren Fans bis zum Titel getragen werden. Je länger Frankreich im Turnier ist, umso besser dürfte die Mannschaft werden.
DHZ-Tipp: Die Titelchance für Frankreich liegt bei 60 Prozent

Deutschland:

Als amtierender Weltmeister gehört Deutschland klar zum Favoritenkreis. Auch wenn der Motor in den letzten Vorbereitungsspielen noch stotterte (ausgenommen das 4:1 gegen Italien) und man mit Ilkay Gündogan (BVB) schon im Vorfeld einen Ausfall zu beklagen hat, Deutschland ist eine Turniermannschaft und kann sich im Laufe des Turniers stetig steigern.
DHZ-Tipp: Findet die Nationalelf schnell ihren Rhythmus dürfte sie nur schwer zu stoppen sein. Deutschland ist der Topfavorit auf den Titel. Chance 75 Prozent.

Spanien:

Der Titelverteidiger lieferte vor zwei Jahren bei der WM in Brasilien eine katastrophale Leistung ab. Experten sprachen daraufhin vom Ende der spanischen Ära im Weltfußball. Bei dieser EM dürften die Spanier aber wieder ein gewaltiges Wort um den Titel mitreden. Immerhin könnten die Spanier nach 2008 und 2012 den Cup zum dritten Mal in Folge holen und damit Geschichte schreiben.
DHZ-Tipp: Im Vereinsfußball dominieren die spanischen Teams die Europapokalwettbewerbe wie keine andere Nation. Daraus lässt sich auch für das wiedererstarkte Nationalteam ableiten, dass man mit den anderen Topnationen auf Augenhöhe ist. Titelchance 60 Prozent.

Belgien:

In Belgien herrscht Euphorie. Aktuell ist das Team zweiter der Weltrangliste (hinter Argentinien). Die Belgier verfügen neben Kevin DeBruyne über eine Reihe hochkarätiger Spieler. Technisch gut, lauf- und kampfstark und taktisch perfekt ausgebildet werden die Belgier bei diesem Turnier weit kommen.
DHZ-Tipp: Belgien kann es zum Titel schaffen, wenn dem Team nicht die Nerven versagen. In engen Spielen fehlt den Belgiern noch die letzte Kaltschnäuzigkeit, wie sie Teams wie Deutschland oder Spanien haben. Titelchance < 50 Prozent.

England:

Durch die perfekte Qualifikation mit 10 Siegen in 10 Spielen sowie dem Auswärtssieg im Testspiel gegen Deutschland in Berlin gehört England selbstverständlich zum Favoritenkreis. Fraglich nur, ob das Team seine Form dieses Mal auch einmal bei einer Endrunde aufrecht erhalten kann.
DHZ-Tipp: England hat einige vielversprechende junge Spieler in seinen Reihen (beispielsweise Jamie Vardy von Überraschungsmeister Leicester City). Dennoch wird es am Ende wieder nicht ganz reichen, weil dem Team am Ende die Puste ausgeht. Titelchance < 40 Prozent.

Die Geheimfavoriten

Geheimfavoriten, die durchaus weit im Turnier kommen können sind:

  • Polen
  • Österreich
  • Italien und
  • Portugal 

Zudem räumen einige Experten auch Kroatien sehr gute Chancen ein.

Von Eröffnungsspiel bis Finale – die Termine im Überblick

Der Startschuss zur Fußball EM 2016 in Frankreich fällt am Freitag, 10. Juni um 21 Uhr im Stade de France in Paris. Dann treffen Gastgeber Frankreich und Rumänien aufeinander. Im selben Stadion steigt vier Wochen später, am 10. Juli das Finale.

Die wichtigsten Termine der EM 2016 im Überblick:

DatumSpielrundeDeutsche Termine
10. bis 22. Juni 2016Gruppenphase12., 16. und 21. Juni
25. bis 27. Juni 2016AchtelfinaleJe nach Platzierung in der Gruppe 25., oder 26. Juni
30. Juni bis 3. Juli 2016Viertelfinalesollte Deutschland das Viertelfinale erreichen spielt die Nationalelf entweder am 30.6., 1.7. oder 2.7. Abhängig welche Achtelfinalpartie Deutschland bestreitet.
6. und 7. Juli 2016HalbfinaleAuch hier wären für Deutschland beide Tage möglich
10. Juli 2016Finale

Die bisherigen Europameister auf einen Blick

Jahr GastgeberEuropameisterFinale
1960FrankreichUdSSR2:1 n.V. gegen Jugoslawien
1964SpanienSpanien2:1 gegen UdSSR
1968ItalienItalien2:0 gegen Jugoslawien
1972BelgienBR Deutschland3:0 gegen UdSSR
1976JugoslawienTschechoslowakei7:5 n.E. gegen BR Deutschland
1980ItalienBR Deutschland2:1 gegen Belgien
1984FrankreichFrankreich2:0 gegen Spanien
1988DeutschlandNiederlande2:0 gegen UdSSR
1992SchwedenDänemark2:0 gegen Deutschland
1996EnglandDeutschland2:1 gegen Tschechien nach Golden Goal
2000Belgien/NiederlandeFrankreich2:1 gegen Italien nach Golden Goal
2004PortugalGriechenland1:0 gegen Portugal
2008Schweiz/ÖsterreichSpanien1:0 gegen Deutschland
2012Polen/UkraineSpanien4:0 gegen Italien

Wo rollt der Ball? Das sind die 10 EM-Stadien

Aufgrund der höheren Anzahl an Spielen, wurde auch die Anzahl der Austragungsorte auf zehn erhöht. Das Eröffnungsspiel sowie das Finale finden im Stade de France in Paris statt. Das sind die Austragungsorte:

Die Spiele der EM 2016 in Frankreich werden in 10 Stadien ausgetragen. Alle Spielorte und deren Zuschauerkapazität im Überblick. - © UEFA

Die Grafik zeigt alle zehn EM-Stadien und deren Kapazität.

Folgen Sie dem Autor auf Twitter

Folgen Sie Manuel Endress auf Twitter @m_endress