Studie zum geistigen Eigentum Patente bringen mehr Umsatz

Handwerksunternehmer, die geistige Eigentumsrechte in Form von Patenten besitzen, erzielen im Schnitt einen höheren Umsatz und können schneller wachsen. Das zeigt eine euopaweite Studie.

Eine gute Idee kann sich für Handwerker beim Umsatz auszahlen. - © Foto: Fotolia/made_by_nana

32.000 Patentanmeldungen kamen im vergangenen Jahr aus Deutschland, einige auch aus dem Handwerk. Damit ist Deutschland weiterhin Patent-Europameister.

Wie wichtig ein Patent für Unternehmer sein kann und welche Vorteile es bietet, zeigt eine neue Studie, die das Harmonisierungamt für den Binnenmarkt (HABM) durchgeführt hat. Demnach erzielen Unternehmen, die geistige Eigentumsrechte (Intellectual Property Rights - IPR) besitzen, in der Regel 29 Prozent mehr Umsatz pro Mitarbeiter, haben sechsmal so viele Mitarbeiter und bezahlen um 20 Prozent höhere Löhne als Unternehmen, die solche Rechte nicht besitzen. 

Diese Studie, der amtliche öffentliche Daten von mehr als 2,3 Millionen europäischen Firmen zugrunde liegen, berücksichtigt Unternehmen, die Patente, Marken und Geschmacksmuster auf nationaler und EU-Ebene besitzen.

Patente für Kleinunternehmer besonders wichtig

Eines der Hauptergebnisse der Studie zeigt, dass lediglich ein geringer Anteil kleiner und mittelständischer Unternehmen (KMU) in Europa Patente, Marken oder Geschmacksmuster besitzen. Die Studie belegt ebenfalls, dass KMUs, die solche Rechte besitzen, pro Mitarbeiter einen um ungefähr 32 Prozent höheren Umsatz erzielen– dies zeigt die besonderen Vorteile auf, die mit dem Eigentum an IPRs verbunden sind. Als KMU gelten Unternehmen mit weniger als 250 Mitarbeitern, deren Umsatz unter 50 Millionen Euro liegt.

António Campinos, Präsident des Harmonisierungsamtes für den Binnenmarkt (HABM), erklärt: "KMU bilden das Rückgrat der EU-Wirtschaft, und unsere Studie zeigt, dass Rechte des geistigen Eigentums einen wirtschaftlichen Aktivposten für sie bedeuten."

Die Untersuchung, die sich mit dem wirtschaftlichen Beitrag der geistiger Eigentumsrechte auf Unternehmensebene befasst, ist ein Nachfolger der ersten EU-übergreifenden Studie, in welcher der Beitrag der IPR-intensiven Wirtschaftszweige zur Wirtschaftsleistung und Beschäftigung in der Europäischen Union analysiert wurde. 

Dabei zeigte sich, dass 40 Prozent der gesamten Wirtschaftstätigkeit in der EU (etwa 4,7 Billionen Euro pro Jahr) von IPR-intensiven Industrien erzeugt werden, und dass ungefähr 35 Prozent der gesamten Beschäftigung in der EU (77 Millionen Arbeitsplätze) in Wirtschaftszweigen angesiedelt sind, die geistige Eigentumsrechte überdurchschnittlich häufig nutzen. sg