Kfz-Gewerbe kritisiert den Mindestlohn Kfz-Mechatroniker bald nicht mehr Nummer 1?

Im Kfz-Gewerbe liegt die durchschnittliche Ausbildungsvergütung unter der geplanten Höhe des Mindestlohns. Doch trotzdem gilt der Kfz-Mechatroniker als Ausbildungsberuf Nummer 1 auf der Beliebtheitsskala. Kommt der Mindestlohn für alle Jugendlichen ab 18 Jahren, könnte sich das ändern. Der ZDK kritisiert die Altersgrenze.

Der Ausbildungsberuf des Kfz-Mechatronikers gilt als besonders beliebt. Doch nun fürchtet die Branche, dass es bald an Nachwuchs fehlt. - © Foto: goodluz/Fotolia

Die Mindestlohnregelung in ihrer jetzigen Form findet in der Wirtschaft wenig Zustimmung. Sie gefährde Arbeitsplätze und fördere den Nachwuchsmangel, lautet die Kritik. Auch der Zentralverband des deutschen Kraftfahrzeuggewerbes (ZDK) fordert nun, dass die Altersgrenze von 18 auf 21 Jahre angehoben werden muss, damit der Engpass bei der Besetzung der Ausbildungsstellen nicht nach stärker wird.

Bislang gilt der Beruf des Kfz-Mechatronikers weiterhin als beliebtester Ausbildungsberuf. Nach Ansicht des ZDK könnte sich das aber ändern, wenn Jugendliche ohne Ausbildung, die es direkt auf dem Arbeitsmarkt versuchen, mehr verdienen als diejenigen, die zuerst eine Berufsausbildung absolvieren.

Der gesetzliche Mindestlohn soll für Jugendliche ab 18 Jahren gelten – außer sie absolvieren eine Ausbildung, denn die Lehrzeit ist vom Mindestlohn ausgeschlossen. Der neue ZDK-Präsident, Jürgen Karpinski, forderte deshalb auf der Mitgliederversammlung in der vergangenen Woche, dass das Mindestalter auf 21 Jahre heraufgesetzt werden müsse. „In der jetzigen Form behindert die Mindestlohnregelung das Bemühen um qualifizierten Nachwuchs in massiver Weise“, sagte Karpinski.

Konsumfreude kommt nur begrenzt in den Werkstätten an

Das Kfz-Gewerbe bleibt für das Jahr 2014 zwar insgesamt optimistisch. Für das kommende Sommer- und Ferienquartal geht es jedoch von einer leicht sinkenden Nachfrage aus. So sank der Index-Wert zur erwarteten Geschäftslage um 6,7 Punkte auf 108 gegenüber dem zweiten Quartal (114,7). Auf Basis der Daten des aktuellen ZDK-Geschäftsklimaindexes gingen drei Viertel der befragten Betriebe für das dritte Quartal von einem befriedigenden beziehungsweise saisonüblichen Geschäftsverlauf aus.

Bisher sei die Konsumfreude nur begrenzt in den Autohäusern und Werkstätten angekommen, sagte Karpinski. Trotzdem rechnet er damit, dass vor allem das Neuwagengeschäft in diesem Jahr noch einen leichten Aufschwung erlebt und so auch steigende Umsätze im Kfz-Gewerbe bringt. Bei den Pkw-Neuzulassungen rechnet der ZDK im ersten Halbjahr mit einem Zuwachs zwischen drei und vier Prozent. dhz