Las Vegas, Barcelona, Hannover – die IT- und Elektronikbranche trifft sich auf der CeBIT zur dritten großen Fachmesse des Jahres. Vom 4. bis 9. März zeigen 4.100 Unternehmen aus 70 Ländern neueste Techniktrends. Das Leitthema ist diesmal Shareconomy.
Steffen Guthardt
Mit einer spektakulären Eröffnungsfeier geht die CeBIT 2013 in eine erfolgreiche Messewoche. Zum Auftakt kommen Bundeskanzlerin Angela Merkel und Polens Ministerpräsident Donald Tusk. Die CeBIT-Tore stehen vom 5. März an fünf Tage lang für das Publikum aus mehr als 110 Nationen offen.
Welt des Teilens
Das Leitthema der Computermesse ist in diesem Jahr Shareconomy. Der Begriff beschreibt das Teilen und gemeinsame Nutzen von Daten, Wissen, Ressourcen und Infrastruktur. Aber auch Dienstleistungen und Sachgüter werden zunehmend mit Hilfe modernster Technologien geteilt. Verbraucher teilen ihre Daten inzwischen zum Beispiel über Soziale Netzwerke wie Facebook oder spezielle Cloud-Dienste wie Dropbox oder Skydrive.
Neben weiteren großen Themen wie mobile Anwendungen oder "Big Data" rückt die CeBIT in diesem Jahr auch das Thema Aus- und Weiterbildung stärker denn je in den Fokus. ITK- und Anwenderunternehmen bieten Vakanzen in unterschiedlichen Disziplinen, vom Entwickler bis zum Vertriebsmitarbeiter, und suchen auf der CeBIT gezielt nach Führungs-, Fach- und Nachwuchskräften.
Interessierte Besucher finden vor Ort ein reiches Beratungsangebot rund um Bewerbung, Gehalts- und Karriereentwicklung bis hin zur direkten Vermittlung von konkreten Bewerbungsgesprächen auf den Ständen der Unternehmen. Zudem präsentieren sich auf der Messe auch wieder viele junge Unternehmen mit innovativen Konzepten. Mehr als 200 internationale Start-up-Unternehmen sind in Hannover dabei.
Zwischen Tablet und Smartphone
Natürlich spielt auch Unterhaltungselektronik wieder eine wichtige Rolle. Nachdem Samsung, Sony & Co. erst gerade auf dem Mobile World Congress in Barcelona ihre neuen Smartphones und Tablets vorgestellt haben, sind die Trends des Jahres nun auch auf der CeBIT zu sehen.
So zeigt der chinesische IT-Konzern Huawei seine Neuheiten Ascend P2 und Ascend Mate. Letzteres gehört zu den ersten Vertretern einer neuen Produktgattung: Die so genannten Phablets sind mit einem Bildschirmdurchmesser von fünf bis acht Zoll zwischen Smartphones und Tablets angesiedelt und eignen sich überall als komfortabel vernetzter Entertainer oder News-Broker.
Samsung zeigt das neue Galaxy Note 8.0, das mit einem Eingabestift (S-Pen) und Anwendungen für handgeschriebene Notizen oder Zeichnungen ausgeliefert wird. Das TFT-Panel des Acht-Zoll-Tablets löst mit 1280 x 800 Pixel auf, und für ein schnelles Arbeitstempo sorgt der Quad-Core-Prozessor mit 1,6 GHz.
Außerdem zeigt Samsung sein neues Windows-Phone Ativ S: Das Betriebssystem stellt die Kompatibilität von Anwendungen und Apps mit anderen Windows 8-Geräten sicher. Darüber hinaus erleichtert die einheitliche Bedienoberfläche die private und geschäftliche Nutzung. Ein schneller Prozessor, das HD-Super-AMOLED-Display und die großzügige Akkukapazität machen das ATIV S zum leistungsfähigen PC im Handy-Format.
ZTE meldet sich zurück
Nach sechs Jahren Abwesenheit ist ZTE wieder mit einer eigenen CeBIT-Präsenz vertreten. In Halle 13 präsentiert das chinesische Unternehmen Neuheiten wie das Smartphone Grand S. Ausgestattet mit einem 1,7 GHz starken Quad-Core-Prozessor und der aktuellen Android-Oberfläche 4.1. Dem Trend zu Phablets folgt ZTE mit dem Grand Memo: Es bietet einen hochauflösenden 5,7-Zoll-Bildschirm mit 1280 mal 720 Pixel und einen Qualcomm 800-Prozessor. Dazu bietet das Gerät eine 13-Megapixel-Kamera sowie HD-Funktionalität für den Video- und Gaming-Genuss.
Auch bei den Mobilfunknetzbetreibern Deutsche Telekom (Halle 4) und Vodafone (Pavillon P32) sind attraktive Frühjahrsneuheiten zu sehen – etwa der BlackBerry Z10 als erstes Smartphone mit dem kürzlich gestarteten Betriebssystem BlackBerry 10.
Nach einer Schätzung des Hightech-Brachenverbandes Bitkom werden in diesem Jahr vier von fünf verkauften Handys in Deutschland Smartphones sein. Der Absatz soll um knapp 30 Prozent auf etwa 28 Millionen Geräte steigen, weltweit laut einer Gartner-Prognose sogar auf rund eine Milliarde.
Über 4.000 Aussteller
Zeitgleich ist die CeBIT der weltweit wichtigste und umfassendste Kongress der digitalen Wirtschaft. Neben 1.000 Vorträgen, Seminaren und Workshops wird das Programm der Leuchtturmveranstaltung – die CeBIT Global Conferences – wegen der großen Nachfrage nahezu verdreifacht. Auf drei Bühnen gestalten mehr als 100 internationale Top-Redner aus der ITK-Branche gut 75 Stunden Programm. An der CeBIT 2013 werden sich knapp 4.100 Unternehmen aus 70 Ländern beteiligen.
Ein ausführlicher Bericht mit den neuesten Eindrücken direkt von der CeBIT wird in der Ausgabe 6 der Deutschen Handwerks Zeitung erscheinen.
