Von 3D-Software über Digitaldruck bis hin zu LED: Schilder- und Lichtreklamehersteller müssen heute mehr über Technik und Gestaltung wissen als früher. Aus diesem Grund können sich die Auszubildenden nun zwischen einem technischen und einem gestalterischen Schwerpunkt entscheiden. Außerdem fließt mit der novellierten Ausbildungsordnung nun auch die Note der Zwischenprüfung in die Endnote der Gesellenprüfung mit ein.
Heidi Roider

Ob Reklameschilder, Fahrzeugbeschriftungen oder Lichtkästen. Schilder- und Lichtreklamehersteller liefern ihren Kunden meist alles aus einer Hand: vom ersten Entwurf über die Herstellung bis hin zu Montage und Wartung. Die kreativen und technischen Möglichkeiten sind in den vergangenen Jahren dabei immer vielfältiger und komplexer geworden.
Wegen der vielen technischen Neuerungen sei die Novellierung der Ausbildungsordnung deshalb dringend nötig gewesen, sagt Martina Gralki-Brosch. Sie ist nicht nur Schilder- und Lichtreklameherstellermeisterin, sondern auch Bundesinnungsmeisterin und Vorsitzende des Bundesbildungsausschusses des Zentralverbands Werbetechnik. In dieser Funktion hat sie die neue Ausbildungsordnung mit novelliert, die 1999 das letzte Mal geändert worden ist. Vieles hat sich seitdem getan – bei der Grafik und bei der Technik.
Wo früher ein Foto geschossen, vergrößert und anschließend aufgeklebt wurde, wird heute der Digitaldruck verwendet. Die Werbemotive werden am Computer entworfen und bearbeitet. "Heute wird viel mehr digital hergestellt", sagt Gralki-Brosch. "Dafür ist unter anderem auch das Arbeiten mit spezieller 3D-Software nötig."
Andere Verfahren werden hingegen immer seltener genutzt: "Das Siebdruckverfahren wird heute zum Beispiel in unserem Beruf deutlich weniger benutzt. Es wird auch viel weniger lackiert", erklärt die Bundesvorsitzende. Wissen wie es geht, müssen es die Schilder- und Lichtreklamehersteller trotzdem. Aber auch beispielsweise bei den Befestigungsarten gibt es heute mehr zu beachten, zum Beispiel wenn Lichtkästen oder Reklameschilder an vorgehängte Fassaden befestigt werden müssen und es steckt mittlerweile schlichtweg mehr Elektronik in solcher Lichtreklame.
Ausbildung bietet nun zwei Schwerpunkte an
Außerdem sind weitere Arbeitsfelder hinzugekommen, wie etwa das Car-Wrapping, die Fahrzeugvoll- oder teilverklebungen mit Folie. Aber auch bei der Textilveredelung gibt es mehr Möglichkeiten als je zuvor. "Die Auszubildenden müssen deshalb viel mehr Detailwissen mitbringen als früher und zwar bei der Gestaltung und bei der Technik", erklärt Martina Gralki-Brosch. "Um dieser Spezialisierung gerecht zu werden, wird in diesem Beruf ab dem 1. August in zwei Schwerpunkten ausgebildet."
Die Auszubildenden lernen in den ersten zweieinhalb Jahren alle dasselbe, dann müssen sie sich für eine Richtung entscheiden: es gibt die beiden Schwerpunkte Grafik, Druck und Applikation sowie Technik, Montage, Werbeelektrik/-elektronik.
Eine weitere Neuerung ist die gestreckte Gesellenprüfung. Es gibt mit der novellierten Ausbildungsordnung, die ab 1. August in Kraft tritt, nun einen Teil eins und einen Teil zwei der Gesellenprüfung. Nach eineinhalb Jahren der Ausbildung wird eine erste Prüfung abgelegt. Die Note dieser ersten Prüfung fließt am Ende der Ausbildung zu 20 Prozent in das Endergebnis der Gesellenprüfung mit ein.
Unter der Projektleitung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) hat der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) gemeinsam mit dem Zentralverband Werbetechnik, Sachverständigen aus der betrieblichen Praxis und der zuständigen Fachgewerkschaft IG Bauen-Agrar-Umwelt die Ausbildungsinhalte modernisiert.
Weitere Informationen gibt es beim Zentralverband Werbetechnik - Bundesinnungsverband der Schilder- und Lichtreklamehersteller.