Handwerksmeister Volker Geyer verzeichnet gutes Wachstum mit seiner Firma - weil er sich aufs Internetmarketing versteht.
Burkhard Riering

Volker Geyer hat von Anfang an alles nachgehalten und fein säuberlich aufgeschrieben. Deswegen weiß der Handwerksmeister jetzt auch, wovon er spricht: "Das Internetmarketing hat bei uns ganz eindeutig einen Turbo gezündet. Alle Zahlen zu Wachstum und Umsatz belegen es", sagt der Firmenchef.
Im Jahr 2010 fiel in Geyers kleiner Firma Aperto in Wiesbaden die Entscheidung: "Unser Marketing muss ins Internet." Das war der Startschuss für eine neue Webseite, eine neue Internetadresse und eine Fülle flotter Social-Media-Aktivitäten unter anderem auf Facebook und Twitter. Das Ergebnis: "2011 konnten wir nachweislich 67 Prozent unseres Umsatzes über unser Internetmarketing erzielen", bilanziert Geyer.
Nicht jeder muss ins WWW
Aperto ist eine jener Erfolgsstorys im Handwerk, von denen es im World Wide Web immer mehr gibt, auch wenn längst nicht alle Handwerker überzeugt sind. Bislang ist laut einer Studie des Web-Dienstleisters Telegate erst jeder zweite Handwerksbetrieb mit einer Webseite im Netz vertreten.
Auch Geyer glaubt nicht, dass jetzt jeder Malerbetrieb unbedingt groß ins Online-Marketing einsteigen müsse. Es hänge von den Zielgruppen ab. "Für uns passt es eben gut, weil wir uns in Stil und Gestaltung stark spezialisiert haben und auf gehobene Endkunden abzielen, die wir im Internet antreffen können."
Volker GeyerDer Hesse Geyer kann anhand seines Monitoring erkennen, wer die Internetnutzer sind und wo sie herkommen:- 38 Prozent des Umsatzes kommen über Google. Daher lohnt sich für Betriebe mit hohem Anteil an Endkundenkontakt eine "google-optimierte" Webseite oder professionelles Suchmaschinenmarketing.
- 22 Prozent vom Umsatz resultieren aus E-Mail-Kontakten und Newsletter-Marketing. "Im Laufe der Jahre sind unsere zielgruppenspezifischen Verteiler gewaltig angewachsen", erzählt Geyer. E-Mail-Adressen haben für Aperto einen hohen Wert.
- Sieben Prozent kommen bereits über die noch jungen "sozialen Netzwerke": Menschen, mit denen die Firma über Xing, Facebook, Twitter und Google+ in Verbindung tritt. Geyer: "Zu vielen der Kunden habe ich über Social Media regelmäßig Kontakt. Eine smartere Kundenbindung fällt mir nicht ein."
Die Investitionen waren nicht so hoch, wie es klingt: "Zum Start bedurfte es 2.000 Euro, nach und nach wurde es zwar mehr aber es rechnete sich von Beginn an", sagt Geyer.
"Posten" muss der Chef selbst
Vieles macht der Chef selbst: Auf Facebook "postet" nur Geyer, auch fotografiert er selbst, um Reportagen über die Arbeit online zu stellen. Sein persönlicher Zeitaufwand: drei Stunden am Tag. "Diese Zeit ist die Investition dafür, neue Kunden und Aufträge zu gewinnen. Früher habe ich in der Zeit Ausschreibungen bearbeitet."
Rund 2.000 Besucher heißt Geyer so jeden Tag willkommen in seinem Malerbetrieb, und das, obwohl er nur ein kleines Büro hat virtuell ist alles möglich.
