DIN-Normen sind ein Maßstab für einwandfreies technisches Verhalten. Dies ist im Rahmen unserer Rechtsordnung von Bedeutung. Festlegungen einer Norm sind allein schon aufgrund ihres Zustandekommens nach hierfür geltenden Grundsätzen und Regeln als "fachgerecht" zu beurteilen. Sie gelten als "Anerkannte Regeln der Technik".
Rechtsaspekte
Im Prinzip sind DIN-Normen für jedermann frei zugänglich und frei zur Anwendung. Das heißt, man kann sie anwenden, muss aber nicht. Kommt es jedoch zu Streitigkeiten, so werden vom Richter beziehungsweise vom Sachverständigen die DIN-Normen als Entscheidungshilfe herangezogen.
Dann spricht für den Anwender der so genannte "Beweis des ersten Anscheins", das heißt für den Anwender der Norm, weil er — veranlasst durch die Norm — "die im Verkehr erforderliche Sorgfalt beachtet hat".
DIN-Normen sind jedoch nicht die einzige, sonder nur eine von möglicherweise mehreren Erkenntnisquellen für technisch ordnungsgemäßes Verhalten.
Durch das Anwenden von Normen entzieht sich niemand der Verantwortung für sein eigenes Handeln. Jeder handelt somit auf eigene Gefahr.
DIN-Blätter sind keine Lehrbücher. Wer sie anwendet, muss so viel Sachverstand haben, dass er die Verantwortung für sein Handeln selbst übernehmen kann.
Obwohl die DIN-Normen allgemein zugänglich sind, dürfen sie nicht ohne Genehmigung kopiert werden. Der Grund dafür ist das (deutsche und internationale) Urheberrecht. Eine Ausnahme sind Kopien für den persönlichen Gebrauch, und dann aber auch nur bis zu einer Obergrenze von sieben Kopien je Norm.
Übrigens: Jeder hat es schon mitbekommen: Die DIN-Normen sind nicht gerade billig. So kostet beispielsweise die sechsseitige DIN 1303 Teil 1 "Einheiten, Einheitennamen, Einheitenzeichen" vom Oktober 2002 (Preisgruppe 7) im Download 44,23 Euro und im Versand 40,80 Euro. Umfangreichere DIN-Blätter, ebenso Übersetzungen, sind entsprechend teurer.
Was genormt ist, sollte man immer auch als "genormt" kennzeichnen.