Das Netzwerk Facebook wird auch bei Unternehmen immer beliebter. Handwerksbetriebe können damit auf einfache Weise Kontakt zu ihren Kunden halten.
Jana Tashina Wörrle und Heidi Roider
Ein Netzwerk erobert die Welt
Im Februar 2004 gründeten vier amerikanische Studenten an der Harvard Universität das Netzwerk Facebook. Schon kurze Zeit nach dem Start in Harvard wurde es erst von anderen Universitäten und schnell auch von vielen Privatpersonen genutzt. Aktuell gibt es weltweit rund 500 Millionen Facebookmitglieder, in Deutschland sind es etwa 16 Millionen. Neben der Privatnutzung steigt auch das Interesse vieler Unternehmen, Verbände und offizieller Organe, das Netzwerk als zusätzlichen Kommunikationskanal, als Marketinginstrument oder gar für die Mitarbeitersuche zu nutzen. Auch die DHZ ist seit kurzem dabei.
Die Konditorei Jamin in Frankfurt ist seit einem Jahr mit einer Unternehmensseite bei Facebook angemeldet und berichtet ihren Kunden auf diesem Weg über neue Produkte, Veranstaltungen, an denen der Betrieb teilnimmt, und andere Neuigkeiten aus dem Unternehmen. "Wir haben aktuell eine sehr starre Homepage und über Facebook kann ich unsere Kunden und Freunde viel einfacher und vor allem schneller informieren“, sagt Nicole Jamin, die Mitinhaberin der Konditorei und Confiserie. Eigentlich hatte sie geplant, demnächst einen eigenen Firmennewsletter zu verschicken. Aber da sich ihre Präsenz bei Facebook schon jetzt auszahlt und immer mehr Personen über das Netzwerk auf den Betrieb aufmerksam werden, werde dies wohl nicht mehr nötig sein. Trotz dieses Erfolgs ist Nicole Jamin jedoch ein wenig skeptisch, ob die Unternehmensseiten bei Facebook auch langfristig kostenlos bleiben.
Auch die Handwerkskammer Rhein-Main ist bei Facebook aktiv und nutzt die Plattform als zusätzlichen Kanal, um mit den Betrieben in Kontakt zu treten und sie über Veranstaltungen zu informieren. "Wir können hier auf Augenhöhe mit den Handwerkern kommunizieren und erfahren direkt, an welchen Themen der Handwerkskammer sie interessiert sind“, sagt Lars Bökenkröger von der Pressestelle der Handwerkskammer in Frankfurt. Seit Mitte 2010 ist die Handwerkskammer in sozialen Netzwerken aktiv und informiert, chattet oder diskutiert über diese Kanäle. Neben Facebook nutzt sie auch Twitter und YouTube. "Wenn man die verschiedenen Kanäle miteinander verbindet, kann man sie auch effektiv nutzen“, sagt Bökenkröger. Die Konditorei Jamin hat dagegen entschieden, ihre Onlineaktivitäten vor allem auf Facebook zu konzentrieren. "Momentan sorge ich alleine dafür, dass wir regelmäßig etwas Aktuelles auf die Facebookseite stellen“, sagt Nicole Jamin. Eine weitere Plattform zu füllen, dafür sei in einem kleinen Handwerksbetrieb einfach zu wenig Zeit übrig.
Erste Schritte bei Facebook
Facebook wird heute im Vergleich zu seinen Anfängen immer mehr auch von Unternehmen genutzt. Doch bei der Anmeldung können Betriebe viel falsch machen, und nachträglich lässt sich vieles nicht mehr ändern. Daher sollte einiges beachtet werden: Für Betriebe bietet Facebook spezielle Unternehmensseiten an, die man bereits bei der Registrierung auswählen muss. Auch zu jeder Unternehmensseite gehört bei Facebook immer ein so genanntes Konto. Von diesem aus wird die spätere Seite betreut. Und hier droht ein Stolperstein, der einem Betrieb viel Ärger einbringen kann: Das Konto muss die korrekten persönlichen Daten des Administrators enthalten, also einer Person. Darauf achtet Facebook penibel. Wer eine Firma nennt oder gar einen Fantasienamen benutzt, dem droht die Sperrung. Konten sind ausschließlich Personen vorbehalten.
Das ist der Philosophie des Konzerns geschuldet, Menschen miteinander zu verbinden. Betriebe sollten sich im vorhinein daher gut überlegen, an welches Konto sie die Profilseite knüpfen. Spätestens wenn der Mitarbeiter, dem das Konto gehört, das Unternehmen verlässt, gibt es Probleme, da die Fanpage nicht mehr vom jeweiligen Konto getrennt werden kann. Ist das Konto vorhanden, kann ein Profil, eine Fanpage, erstellt werden. Ein solches Profil besteht aus einer Pinnwand und weiteren Reitern wie Videos und Links. Facebook fragt zunächst, welche Branche Sie wählen wollen. Danach geben Sie den Namen der Seite ein. Dieser sollte gut gewählt sein, da er nicht mehr geändert werden kann.
Anschließend können Sie damit beginnen, Ihre Seite zu gestalten. Jeder Facebooknutzer hat nun die Möglichkeit, sich über den "Gefällt mir“-Button mit dem Profil Ihres Unternehmens zu verbinden. Dadurch wird er ein "Fan“ des Profils. Sobald Sie mit mehr als 25 Personen verbunden sind, können Sie eine so genannte Vanity-URL anlegen, eine prägnantere Adresse wie etwa www.facebook.com/ dachdecker-müller. Bei der Vanity-URL ist darauf zu achten, dass sie der Fanpage zugewiesen wird und nicht dem Profil.
Auch der Name für die URL kann nicht mehr geändert werden und bleibt auch nach einer Löschung des Profils gesperrt ebenso wie Namensvarianten. Da es sich bei Facebook um einen kommerziellen Auftritt handelt, besteht zudem Impressumspflicht. Hier genügt jedoch auch ein Link auf das Impressum der eigenen Homepage.