Das Bäckerhandwerk will Jugendliche im Internet ansprechen - andere Branchen wollen dem Beispiel folgen
Hanni Kinadeter

Nachwuchs im Netz
Facebook, StudiVZ, Twitter und Co - immer mehr Betriebe nutzen soziale Netzwerke. Auch in den Fachverbänden des Handwerks tut sich etwas. Während der Schritt in die Social Media bei vielen Branchen noch in Planung ist, startet das Bäckerhandwerk bereits durch.
Großes Kino
Mit der Nachwuchskampagne „Back’ dir deine Zukunft“ zeigt der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks verstärkt Präsenz im World Wide Web. Auf Social-Media-Plattformen wie Facebook oder SchülerVZ will das Bäckerhandwerk gezielt potenzielle Nachwuchsbäcker erreichen. „Wir wissen, dass fast 100 Prozent der 12- bis 19-Jährigen täglich das Internet nutzen, und deshalb werden wird dort unseren Nachwuchs weitaus überzeugender erreichen“, betont Peter Becker, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Bäckerhandwerks. Weil das Bäckerhandwerk zunehmend mit den Problemen des Nachwuchsmangels kämpft, will es vor allem junge Menschen erreichen. Dafür hat der Verband seine Internetseite www.back-dir-deine-zukunft.de auf Vordermann gebracht und mit allerhand interaktiven Tools versehen. Ein Bewerbungsratgeber, eine Ausbildungsbörse oder ein Selbsteinschätzungstest sollen den Sprösslingen bei der Berufswahl helfen und gleichzeitig Bäckereien bei der Besetzung ihrer freien Ausbildungs- und Praktikumsstellen unterstützen.
Aktivitäten werden ausgebaut
Mit seinen Onlineaktivitäten ist das Bäckerhandwerk anderen Branchen schon einen Schritt voraus. „Ganz so weit sind wir noch nicht“, sagt Ilona Klein, Pressesprecherin des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe (ZDB). Zwar hat der Verband seine Internetseite www.bauberufe.net auch gerade modernisiert und ist auf YouTube aktiv, doch den Schritt in die Netzwerke Facebook oder SchülerVZ hat der ZDB noch nicht gewagt. „Wir denken aber bereits darüber nach, genauso wie über Kinowerbung“, sagt Klein. Fest steht, dass auch das Baugewerbe im Internet stärker präsent sein will. Ähnlich ist die Situation im Metallhandwerk. „Noch sind wir nicht auf Twitter und Co. aktiv, aber das ist bereits in Planung“, sagt Karlheinz Efkemann, Pressesprecher des Bundesverbandes Metall in Essen. Konkrete Schritte seien für den Sommer geplant.
Handwerk ist in Bewegung
„Das Bäckerhandwerk macht es richtig“, lobt Frank Ebisch, Pressesprecher des Zentralverbandes Sanitär Heizung Klima (ZVSHK). „Genau das ist heute der Weg, um junge Leute zu erreichen.“ Noch in diesem Jahr wird auch das SHK-Handwerk eine Nachwuchskampagne starten. Im Internet aktiv zu sein und soziale Netzwerke zu bedienen, seien zwar nicht die einzigen Maßnahmen, aber sehr wichtige.
„Auch das Friseurhandwerk hat die Vorteile der neuen Onlinekommunikation erkannt“, berichtet Dirk Kramprich, Sprecher des Zentralverbandes des Deutschen Friseurhandwerks. Daher wird auch das Friseurhandwerk künftig stärker Online präsent sein. Auf Facebook ist es bereits seit Monaten aktiv, genauso wie das Elektrohandwerk, das darüber hinaus auch auf Twitter zwitschert und eine eigene Internetseite für den Nachwuchs hat. Die Branche will ihre Onlineaktivitäten weiter ausbauen.
Das Kfz-Gewerbe plant einen Relaunch. „Damit wollen wir die Jugendlichen auf Augenhöhe im Internet ansprechen“, sagt Birgit Behrens, Geschäftsführerin im Deutschen Kfz-Gewerbe (ZDK). Das Handwerk ist in Bewegung und steuert direkt auf Social Media zu - allen voran das Bäckerhandwerk.