Sympathie und Antipathie entwickeln sich in den ersten Sekunden eines Zusammentreffens und haben nicht unbedingt etwas mit der vor uns stehenden Person zu tun. Es gibt Prinzipien, die im Moment des Kennenlernens den Sympathiefaktor erhöhen.
Wie Sie Ihren Sympathiefaktor erhöhen
Blitzschnell werden bei einem Zusammentreffen im Hirn völlig unbewusst emotional markierte Vorerfahrungen abgerufen und auf Ähnlichkeiten mit der neuen Bekanntschaft abgeglichen. Positive Vorerfahrungen erbringen einen Sympathiebonus, negative Erfahrungen hingegen mahnen zur Vorsicht. Die Person ist uns dann unsympathisch.
Da wäre es doch günstig, die Prinzipien zu kennen, die helfen, schon im Moment des Kennenlernens seinen Sympathiefaktor zu erhöhen. Hier sind sie:
- der rituelle Augenkontakt
- das echte Lächeln
- die notwendigen Distanzzonen
- das richtige Händeschütteln
- das erste Wort
Der rituelle Augenkontakt
Wenn uns ein sympathischer Mensch in die Augen schaut, wird im Gehirn die Wohlfühlsubstanz Dopamin ausgeschüttet. Dies ist besonders dann zu messen, wenn Verliebte sich anblicken oder wenn eine schöne Frau einem Mann in die Augen schaut. Sobald sie wegschaut, erlischt der Effekt. Bei jeder Begegnung spielt der Blickkontakt als erstes Zeichen einer positiven Gesinnung eine wichtige Rolle. "Augenkontakt" ist allerdings besser als Blickkontakt. Ein Blickkontakt ist flüchtig und wirkt damit weniger wertschätzend. Der "rituelle" Augenkontakt, den Menschen als angenehm empfinden, dauert etwa ein bis zwei Sekunden. Wer kaum oder nur flüchtig in die Augen schaut, sammelt genauso wenig Sympathiepunkte wie der, der zu lange anstarrt. Dies wird nämlich als Aggressionssignal gedeutet – es sei denn, man ist verliebt.
Das echte Lächeln
Von allen emotionalen Signalen ist ein Lächeln das Ansteckendste. Fast so zuverlässig wie ein Echo kommt es zurück. Es öffnet Kundenportemonnaies und Mitarbeiterherzen. Es baut Hemmschwellen ab und lässt Vertrauen entstehen. Es ist ein Friedensangebot und signalisiert: "Ich meine es gut! Ich bin dein Freund!" Ein Lächeln entmachtet Misstrauen und Angst. "Strahlende" Menschen haben es leichter im Leben, denn sie verschenken Lebensfreude und damit Glückshormone. Allerdings: Jedes "Muss-Lächeln" wird von unserem Unterbewusstsein als solches enttarnt. Es wird in einer ganz anderen Hirnregion erzeugt, als das wahre Lächeln. Erst beim echten Lächeln lachen die Augen mit. Nur dieses ist mit einem guten Gefühl verbunden: Bei dem, der es gibt, und bei dem, dem es gilt. Es ist unmöglich, an etwas Böses zu denken und gleichzeitig mit den Augen zu lachen.
Die notwendigen Distanzzonen
Menschen haben drei zu respektierende Distanzzonen: die 4-m-Fluchtpunkt-Zone, die "öffentliche" 1-m-Zone und die "intime" 50-cm-Zone. Der Mensch reagiert mit Aggression, Starre oder Rückzug auf jeden, der die als angemessen erachtete Distanzzone nicht einhält. Beim ersten Kennenlernen bewegt man sich immer außerhalb der 1-m-Zone. Durch einen freundlichen Augenkontakt, ein Kopfnicken und/oder eine kurze Frage bitten Sie, wenn nötig, Ihren Gesprächspartner, in die sonst nur engen Freunden und Familienangehörigen vorbehaltene 50-cm-Zone eindringen zu dürfen. Nicht frontal, sondern leicht seitlich stehend wird das in aller Regel besser akzeptiert.
Das richtige Händeschütteln
Auch das Händeschütteln ist ein Relikt aus alten Zeiten und will heißen: "Schau her und komm fühlen, ich bin dein Freund, ich trage keine Waffen!" Der ideale Händedruck ist nicht der überfeste, sondern der, bei dem sich beide Handinnenflächen berühren. Denn das signalisiert: Es ist nichts in der hohlen Hand versteckt. Wir wollen immer die offenen Hände unseres Gegenübers sehen. Bei Gesprächen im Sitzen sind sie am besten auf dem Tisch, im Stehen auf Gürtelhöhe und nicht in der Hosentasche. Beim Reden werden sie durch offene Gesten gezeigt.
Das erste Wort
Beim ersten ausgesprochenen Wort – in aller Regel eine Grußformel verbunden mit dem Namen des Gesprächspartners – geht es vor allem um eines: die angenehme, freundliche Tonlage. Dies signalisiert die friedvolle Absicht. Die Stimme ist verantwortlich für die Stimmung, die wir verbreiten. Klingt also Ihre Stimme fest und zuversichtlich? Zeugt sie von guter Laune und einer aufmerksamwertschätzenden Gesinnung? Frauen sprechen oft mit einer zu hohen Kopfstimme, das wirkt piepsig und damit schwach. Nicht zuletzt wird über die Stimmlage determiniert, wer "oben" und wer "unten" ist. Der Rangniedere passt sich dabei, natürlich unbewusst, der Stimmlage des Ranghöheren an oder geht mit seiner Stimme nach oben. Verändern Sie einmal Ihre Stimmlage in einer gegebenen Situation und schauen Sie, was passiert. Im Brustton der Überzeugung gesagt, kommen Ihre Worte viel besser an. Und Sie werden mehr verkaufen.
Buch zum Thema: Anne M. Schüller, "Come back! Wie Sie verlorene Kunden zurückgewinnen", Orell Füssli, Zürich 2007, 26,50 Euro, 226 Seiten, ISBN 978-3-280-05242-6
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