Mehr als Öl sparen

Klimaschutz ist dank finanzieller Fördermittel auch ein betriebswirtschaftlicher Erfolgsfaktor

Metzgermeister Martin Maier drehte erfolgreich an der CO2-Schraube. Foto: mb

Mehr als Öl sparen

Energiesparen ist für Metzgermeister Martin Maier aus Sasbachwalden nicht nur ein Beitrag zum Erhalt der regionalen Natur, sondern auch wirtschaftlich sinnvolll. Mit Unterstützung der L-Bank Baden-Württemberg, senkte er den jährlichen Energieverbrauch seines Betriebs um 30 Prozent und den CO2-Ausstoß um beachtliche 30 t.

20 Jahre hatten die Anlagen zur Raumkühlung und Warmwassererzeugung zuverlässig ihren Dienst verrichtet. „Aber uns war seit langem klar, dass wir mit neuer Technologie vor allem auch Energie und Geld sparen können“, erinnert sich Metzgermeister Maier. Die in den letzten Jahren stark gestiegenen Energiekosten und die Klimaschutzdiskussion veranlassten ihn schließlich, in neue Anlagen zu investieren. Das Einsparpotenzial der Metzgerei, die bereits seit 1888 in Sasbachwalden ansässig ist, war dabei größer als erwartet. Denn der große Verkaufsraum, der im Sommer gekühlt wird, war nur die Spitze des Eisbergs. Selbstverständlich waren auch für die Lagerung von Würsten, Fleisch und anderen Produkten Kühlräume nötig. Außerdem war der Heißwasserverbrauch sehr hoch, da ausschließlich Produkte aus eigener Schlachtung verkauft werden. „Einerseits brauchen wir Energie zur Aufbereitung des Wassers und produzieren also Hitze, andererseits müssen wir die Räume herunterkühlen“, erklärt Maier. So musste ein Konzept her, das nicht nur eine effiziente Kühlung der Räume ermöglicht, sondern gleichzeitig die entstehende Abwärme bei der Heißwasserbereitung sinnvoll nutzt und damit den Energieverbrauch insgesamt deutlich reduziert.

„Mir war von Anfang an wichtig, einen Komplettanbieter zu beauftragen“, sagt Maier. Umso mehr, da die Umstellung bei laufendem Betrieb erfolgen musste und das Unternehmen mit 17 Angestellten seinen Chef brauchte. Ohnehin absolviert Maier 60 bis 70 Arbeitsstunden in der Woche: „Was in den letzten Jahren viel Hektik reingebracht hat, ist die Kurzfristigkeit der Aufträge.“

Planung aus einer Hand

Viele Kunden erwarten eben, dass auch Großaufträge kurzfristig möglich sind. So rufen viele den Maier-Partyservice erst am Vortag an, auch wenn der Termin schon seit langer Zeit geplant ist. „Da werden dann schon mal von einem Tag auf den anderen 1.500 Brötchen für die seit langem terminierte Abi-Feier bestellt.“ Um seine Zeit also weiterhin im selben Maße dem Betrieb widmen zu können, übergab er die Planung und Ausführung der Modernisierung Roland Bodmer von der Firma Eishaar in Gengenbach. „Bei diesem Projekt war mir vor allem wichtig, nicht einfach ein bisschen Öl zu sparen, sondern eine nachhaltige Lösung zu finden“, erzählt der Kälteanlagenspezialist Bodmer, der auch als Sachverständiger für das Kälteanlagenbauer-Handwerk arbeitet.

Nachhaltig und effizient

Er plante eine Anlage zur Kraft-Wärme-Kopplung (KWK), mit der Wärme und Strom erzeugt wird. Das Blockheizkraftwerk (BHKW) wird mit Öl betrieben, kann aber auch auf Pflanzenöl umgestellt werden. Die Kälteverbundanlage wurde durch eine frequenzgeregelte Kälteanlage mit modernster Wärmerückgewinnung ersetzt. Dadurch sind weitere Energieeinsparungen möglich. Bei der Wasseraufbereitung selbst wird wie bei einem Durchlauferhitzer das Wasser erst dann erwärmt, wenn es auch gebraucht wird. Eine weitere Idee war, durch eine intelligente Steuerung Strom zu sparen. Denn die Stromkosten richten sich nicht nur nach der Menge, die insgesamt benötigt wird, sondern auch danach, wie viel in der Spitze verbraucht wird. Belohnt wird also nicht nur sparsamer, sondern auch gleichmäßiger Verbrauch. Die Anlage ist so eingestellt, dass vor dem Überschreiten eines Höchstwerts (und damit vor Eintritt in einen teureren Tarif) weniger wichtige Stromverbraucher abgeschaltet werden. Sie werden erst dann wieder angefahren, wenn dies keine ungünstigen Auswirkungen auf den Stromtarif hat.

Zinsgünstige Darlehen nutzen

Bei der Finanzierung konnte sich Martin Maier auf seinen guten Ruf bei seiner Hausbank und auf seine Landes-Förderbank verlassen. Sie unterstützte ihn mit einem zinsgünstigen Darlehen aus ihrem Umweltschutz- und Energiesparprogramm. Grundsätzlich können kleine und mittlere Unternehmen, die wie Maier Umweltschutzmaßnahmen forcieren, dank solcher Förderprogramme vergünstigte und langfristige Kredite in Anspruch nehmen.

Die Metzgerei Maier spart durch die Maßnahmen etwa 30 Prozent der vorher benötigten Energie ein. Aber genau so wichtig, betonen sowohl Maier als auch Bodmer, war die Verringerung des CO2-Ausstoßes: Jährlich sind das jetzt 30 t weniger. Dies entspricht dem CO2-Ausstoß von zehn mit Öl beheizten Zweifamilienhäusern. Auch betriebswirtschaftlich ist die Maßnahme ein großer Erfolg: „Bereits in drei bis vier Jahren“, ist sich Maier sicher, „werden sich die Investitionen für diese Maßnahmen amortisiert haben.“mb

Die Förderbank Ihrer Region finden Sie im Internet auf den Seiten des Bundesverbands Öffentlicher Banken Deutschlands unter www.voeb.de. Informationen zu bundesweiten Förderprogrammen erhalten Sie unter anderem unter www.kfw.de