Test Nokia Lumia 800: Schicker Allrounder

Das neue Smartphone von Nokia mit Microsoft-Betriebssystem kann im Test überzeugen. Google und Apple macht das Lumia durchaus Konkurrenz.

Benjamin Reuter

Das neue Nokia Lumia 800 - auch in Schwarz erhältlich - © Nokia
DHZ bewertet
positivnegativ
Design
Bedienerfreundlichkeit
Integriertes Navigationsgerät
Zugriff auf soziale Netzwerke
Anschluss für das Aufladegerät

"Ein Neuanfang" soll das Lumia 800 laut Nokia-Chef Stephen Elop sein. Und tatsächlich: Dem finnischen Handyhersteller ist mit diesem Smartphone im Vergleich mit den Modellen der vergangenen Jahre ein Qualitätssprung gelungen.

Zwar ist der Rücken des Telefons aus Kunststoff gefertigt (Nokia bietet das Chassis in drei verschiedenen Farben an), aber dennoch sieht es edel aus. Vor allem liegt es warm in der Hand. Dagegen fühlt sich Apples iPhone, das mit einem Metallstreifen verkleidet ist, an wie ein Eiswürfel. Zur angenehmen Haptik des Lumia trägt auch das leicht geschwungene Display bei.

Was außerdem auffällt: Mit nur 142 Gramm gehört das Lumia zu den Leichtgewichten in der Smartphone-Klasse.

Windows überzeugt

Der gute Eindruck setzt sich beim Betriebssystem Windows 7.5 von Microsoft fort. Auf dem – je nach Einstellung - nachtschwarzen oder schneeweißen Hintergrund heben sich die Kacheln deutlich ab, über die Telefon, Nachrichten und alle anderen Funktionen über ein Tippen erreichbar sind. An Bedienkomfort und Übersichtlichkeit hat Microsoft das Google-System Android damit überholt. Selbst Smartphone-Neulinge arbeiten sich so schnell in ihr neues Telefon ein.

Auch wer viel auf Facebook und Twitter unterwegs ist oder unterwegs häufig mailt, wird am Windows-Betriebssystem seine Freude haben. Denn in den Kontakten werden nicht nur Telefonnummern und Adressen gespeichert, sondern man kann direkt auf die Emailadresse oder Nachrichten aus sozialen Netzwerken zugreifen. Beim neuen Nokia sind damit alle Kommunikationskanäle in einem einzigen Kontaktordner gebündelt.

Mit rund 40.000 Apps stehen auch genug Zusatzprogramme zur Verfügung.

Kostenloses "Navi" integriert

Ein Feature des Lumia ist besonders hervorzuheben: Das kostenlose Navigationsgerät im Telefon mit weltweitem Kartenmaterial. Bei einer Testfahrt durch Berlin und in die Uckermark führte das Handy einwandfrei und punktgenau. Bleifüße weist das Gerät sogar diskret auf Tempolimits hin.

Einziger Wermutstropfen ist die Kamera. Mit einer Auflösung von acht Megapixeln gelingen Fotos sicherlich besser als bei den meisten Handys. Im Vergleich zum neuen iPhone enttäuschen die Bilder. Zwar sind die Farben der Nokia-Schnappschüsse wärmer, dafür sind sie weniger scharf und brillant. Dasselbe gilt für Videos. Eine Kompaktkamera ersetzt dieses Handy nicht.

Für wen eignet sich das Lumia 800 also? Für langjährige Nokianutzer, die ihrer Marke treu bleiben wollen, ist das Gerät in Sachen Bedienfreundlichkeit eindeutig ein Fortschritt. Auch Einsteiger dürfte dieser Punkt für das Lumia einnehmen. Das schicke Design könnte den ein oder anderen Kunden von Samsung oder Apple abwerben. Wer allerdings sehr viel mit dem Handy fotografiert, sollte vor dem Kauf die Produkte der Konkurrenz noch einmal zum Vergleich testen.

Der Preis des Geräts liegt unter 500 Euro . Es hat eine Speicherkapazität von 16 Gigabyte.