Umfrage zeigt Nachholbedarf Note 3+ für Führungsverhalten und Betriebsklima

Mitarbeiter stellen ihren Chefs in punkto Führungsverhalten und Betriebsklima gute Noten aus. Das zeigt eine repräsentative Umfrage im Auftrag der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen. Trotzdem besteht kein Grund zu Jubel, denn die Unternehmer tun zu wenig, um Unfälle und Gesundheitsgefahren zu verhindern.

Chefs lassen ihre Mitabeiter zu selten in Arbeitssicherheit schulen. Fürs Betriebsklima und das Führungsverhalten gab es aber gute Noten. - © motorradcbr/fotolia

"Viele Beschäftigte stellen ihren Arbeitgebern gute bis sehr gute Noten aus, wenn es um ein wertschätzendes, gesundes Arbeitsklima geht", erklärt Walter Eichendorf, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV). Ein beträchtlicher Teil der Befragten kreuzte aber an, ihnen fehle eine konstruktive Fehlerkultur, Jahresmitarbeitergespräche und Beteiligungsmöglichkeiten zu Sicherheit und Gesundheit .

28 Prozent der Befragten gaben an, in ihrem Unternehmen gebe es keinerlei konkrete Maßnahmen, um Sicherheit und Gesundheit zu fördern. Jeweils 22 Prozent antworteten, es gebe keine Führungsleitlinien oder Regeln der Zusammenarbeit mit Bezug auf die Sicherheit und Gesundheit.

Während also das Betriebsklima die Schulnote 2,4 und das Führungsverhalten allgemein die Note 2,6 bekam, schnitten die Unternehmen aus Sicht ihrer Mitarbeiter in Sachen Schulungen zum Arbeitsschutz am schlechtesten ab. Eine 2,8 gaben die Befragten ihren Betrieben, weil es hier keine Regelmäßigkeit gibt.

Kleinbetriebe schneiden besser ab

Tendenziell fallen die Ergebnisse besser in Kleinunternehmen mit bis zu 9 Beschäftigten und in der Produktion aus, während Beschäftigte in Unternehmen mit 50 bis 249 Beschäftigten und im öffentlichen Dienst eher schlechtere Noten vergaben. Zudem urteilten Führungskräfte auf der unteren Ebene im Schnitt schlechter als Führungskräfte der oberen Ebenen und Befragte ohne Führungsrolle.

31 Prozent der Befragten arbeiten in Unternehmen, die keine Unternehmensziele für Sicherheit und Gesundheit haben. Jeweils 22 Prozent antworteten, es gebe keine Führungsleitlinien oder Regeln der Zusammenarbeit mit Bezug auf die Sicherheit und Gesundheit.

"Es wäre falsch, daraus abzuleiten, dass in diesen Betrieben tatsächlich nichts getan wird", sagte Eichendorf. Immerhin handele es sich hierbei teilweise um gesetzliche Verpflichtungen. "Allerdings zeigen diese Zahlen deutlich, dass es in einem Teil der Unternehmen zumindest am Bewusstsein für sichere und gesunde Arbeit noch hapert."

An diesem Punkt wollen Berufsgenossenschaften und Unfallkassen ab 2017 mit einer neuen Präventionskampagne ansetzen. dhz