Depressionen, Anpassungsstörungen und Burnout: Häufig fehlen Arbeitnehmer in Deutschland heutzutage wegen psychischen Erkrankungen. Neue Umfragedaten zeigen nun, dass zunehmend mehr 18- bis 25-Jährige unter psychischen Erkrankungen leiden. Gründe: Leistungsdruck und Stress.

Ein aufs Maximum beschleunigtes Arbeitsleben, Wochenenden voller Termine – und eine Gesellschaft, in der vor allem das Äußere eines Menschen zu zählen scheint. Wenn der
Insgesamt nehmen die psychischen P robleme in der Gesellschaft zu. Eine neue Untersuchung der Barmer Ersatzkasse, über die faz.net berichtet, zeigt nun, dass jeder Vierte im Alter zwischen 18 und 25 Jahren an psychischen Erkrankungen wie
Beim Vorgehen gegen
Psychisch krank: Häufiger Grund für Fehltage
So waren die Deutschen im Jahr 2017 etwas häufiger krankgeschrieben als ein Jahr zuvor. Der Krankenstand stieg laut DAK von 3,9 P rozent auf 4,1 P rozent. Dabei spielen die
Zum g roßen P roblem wird für viele Deutsche ein
DAK-Krankenstandsreport 2017: die Fakten
- Insgesamt stieg der Gesamtkrankenstand von 3,9 auf 4,1 P rozent.
Psychische Erkrankungen hatten 2017 einenAnteil von 16,7 P rozent am Gesamtkrankenstand.Frauen (4,4 P rozent) waren im Jahr 2017 häufiger krankgeschrieben als Männer (3,8 P rozent).- Der häufigste Grund für Fehltage waren Muskel-Skelett-Erkrankungen, wie beispielsweise Rückenschmerzen. Mehr als jeder fünfte Ausfalltag (21,8 P rozent) wurde dadurch verursacht.
Psychische Erkrankungen folgten auf Rang zwei mit einem Anteil von 16,7 P rozent und Atemwegserkrankungen mit 15,4 P rozent auf Rang drei.
Quelle: dak
"Alle sind le istungsfähig, schön und jung und möchten das möglichst lange bleiben. Das hat Folgen im Verhalten der Menschen", sagte Iris Hauth, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN).
Wer ist von Stress besonders bet roffen?
In Zahlen schlägt sich die Befürchtung bisher nur bedingt wieder. Die "echten" psychischen Erkrankungen wie Depressionen, Angststörungen und Abhängigkeitserkrankungen haben laut Hauth in den vergangenen rund 15 Jahren nicht zugenommen. "Was zunimmt, sind Befindlichkeitsstörungen unter der Schwelle einer echten psychiatrischen Diagnose." Als Chefärztin der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik in Berlin-Weissensee erlebe sie, dass zum Beispiel zunehmend
Hauth zählt weitere Phänomene auf, die für sie ins Bild passen: Da sind
Was entscheidet darüber wie man mit Stress umgeht?
Besteht Grund zur Sorge um die Gesellschaft? Jein. Wie gut Menschen mit Stress zurechtkommen, ist auch eine Frage der persönlichen Verfassung. Dem Druck der Selbstoptimierung setzten sich vor allem Menschen aus, denen es an
Was hilft gegen Stress?
Jeder kann auch selbst etwas tun. Hauth ruft zu mehr Muße auf: «Auch einmal nichts zu tun, ist für die Gesundheit des Gehirns unglaublich hilfreich.» Man müsse nicht alles machen, was der Markt biete. Ihre Patienten bringt sie dazu, sich die gelungenen Dinge des Tages vor Augen zu führen statt der Defizite. Und sie appelliert, soziale Kontakte zu pflegen: Einzelgänger, die sich isoliert fühlen, trügen ein besonders hohes Risiko für psychische Erkrankungen und seien angreifbarer als Menschen in gesunden Beziehungen.
Zumindest im englischsprachigen Raum wird derzeit
Auch Fitness schützt vor Stress
Allerdings ist auch manchmal das Gegenteil wahr. Schon seit den 1980er Jahren wurde vermutet, dass
Für die Studie wurden die Teilnehmender nach ihrem subjektiven Stressempfinden befragt und anschließend in zwei Gruppen mit jeweils überdurchschnittlich hohem oder niedrigem Stresslevel eingeteilt. Beide Gruppen mussten dann einen Fahrradergometer-Test absolvieren, bei dem die maximale Sauerstoffaufnahme sowie die allgemeine Fitness gemessen wurde. Diejenigen, die sich ohnehin wenig gestresst fühlten, spürten hinterher keine nennenswerten Veränderungen. Ganz anders die gestresste Gruppe: Sie fühlte sich hinterher nicht nur weniger unter Druck, die Bewegung wirkte sich auch positiv auf kardiovaskuläre Risikofaktoren aus.
Stress reduzieren: Acht Tipps für den Berufsalltag
Dass ein Ausgleich zu hektischen Zeiten wichtig ist, wissen die me isten. Wie man dies aktiv umsetzen kann, hat die Bertelsmann-Stiftung in einer Studie zusammengestellt.
Mit diesen acht Tipps kann jeder Arbeitnehmer selbst für weniger Stress am Arbeitsplatz sorgen.
Erholungskompetenz erweitern: Eine Tätigkeit, die man gerne mag und die einen Kontrast zum Arbeitsalltag darstellt, hilft in der Freizeit zu entspannen.Aktiv abschalten: Fast40 P rozent der Beschäftigten denkt auch nach Feierabend an die Arbeit. Ein Ritual kann dabei helfen, nach Dienstschluss die Gedanken an die Arbeit wirklich loszulassen. Hilfreich ist zum Beispiel ein Zettel auf den man notiert, was heute gut gelungen ist und was man am kommenden Tag als erstes erledigen muss.Multitasking meiden: Während dem Telefonat die E-Mails checken oder in der Besprechung schon die Themen für die nächste Runde vorbereiten, dass zerrt an den Nerven und führt auf Dauer zu Stress. Menschen sind nicht wirklich multitaskingfähig. Das Gehirn arbeitet anspruchsvolle Aufgaben immer der Reihe nach ab. Also einfach malversuchen einen Tag lang auf Multitasking zu verzichten. Störungen streichen: Nach jeder Störung benötigt maneinige Minuten, bis man wieder konzentriert in seinem Themaist . Kleine Unterbrechungen können also einen Arbeitsschritt stark verlangsamen. Wer in 30 Minuten dreimal für zwei Minuten unterb rochen wird braucht länger. Nicht nur 36 Minuten sondern bis zu einer Stunde. Störungsfreie Zeiten sind ein nützliches Mittel, aber auch eigene Ablenkungsversuche müssen reduziert werden. Also nicht "kurz" in die E-Mails schauen, auf die Toilette gehen und auf dem Weg zurück ein Gespräch mit Kollegen anfangen. Auch Durst und Hunger sollten keine Gründe für häufige Störungen sein.Balance ist Verhandlungssache: Egal ob Familie oder Beruf. Aufgaben sollten geteilt und abgesp rochen werden. Dazu gehört zum Beispiel auch maldem Chef zu sagen, dass eine Aufgabe heute nicht mehr fertig wird. Kraftquellen kennen und nutzen: Kraftquellen können fachliche Kompetenzen oder Unterstützung durch Kollegen sein. Wer wissen will, welche Kraftquellen er nutzen kann, kann sich überlegen "Auf welche Kollegen kann ich zählen? " oder "Kann ich nach der Arbeit gut abschalten?".Pünktliche Pausen: Pausen bringen Entspannung und beugen Überlastung vor. Rund ein Viertel der Beschäftigten macht keine Pausen und erhöht so unwissentlich den Stress.Nach 90 Minuten Kopfarbeit eine Denkpause machen und in der Mittagspause etwas spazieren gehen, so entspannt sich der ganze Körper. Auch eine Pause zwischen Berufsalltag und Privatleben ist sinnvoll. Einfach auf dem Heimweg bewusst die Gedanken wechseln oder Musik hören.Persönliche Antreiber und stressverstärkende Glaubenssätze: Wenn etwas im Beruf schief geht oder ein P rojekt sich verzögert, bedeutet dies Stress. Aberdie Hälfte der gefühlten Belastung entsteht durch innere Überzeugung. Stress entsteht zum Beispiel auch bei dem Gedanken: "Ich muss das alleine schaffen"
Was sind die größten Stressfaktoren?
Wie g roß das P roblem ist, zeigt zum Beispiel auch der
Wie können Chefs für weniger Stress sorgen?
In kleinen und mittleren Betrieben sollte Gesundheit "Chefsache" sein. Oft sind die wirtschaftlichen Vorteile gesundheitsfördernder Maßnahmen nicht sichtbar. Aber gerade Handwerksbetriebe sollten ihre Vorteile –
Nicht zuletzt aufgrund der vielen Fehltage ist es aus Sicht des Arbeitgebers wichtig, die Gesundheit am Arbeitsplatz zu fördern. Ein
Arbeitgeber können ihre
Bereits die Arbeitsatmosphäre im Betrieb wirkt sich auf die Gesundheit der Mitarbeiter aus. Ältere und jüngere Mitarbeiter sollten gleichermaßen "mitgenommen" werden
Auch Kleinstbetriebe können ihren Mitarbeitern außerdem
So lassen sich einige Stressfaktoren beseitigen
Wenn es möglich ist, vereinbaren Sie mit den Kollegen untereinander Zeiten, wo Sie nicht gestört werden. Dann ist jeder p roduktiver.
In einigen Berufen, vor allem wenn an Maschinen oder mit Gefahrenstoffen gearbeitet wird, kann Multitasking sogar gefährlich sein. Hier sollte es daher immer vermieden werden, bestimmte Dinge gleichzeitig zu erledigen. ro