Unterschiede je nach Position, Geschlecht und Region Urlaubstage: In diesen Bundesländern gibt es am meisten Urlaub

Im Durchschnitt haben Fachkräfte aus Deutschland 28,2 Tage Urlaub im Jahr. Doch nicht überall sind die Urlaubstage gleich verteit. Wie viel Urlaub Arbeitnehmern zur Verfügung steht, hängt nicht nur von der Branche oder dem Geschlecht ab, sondern auch von den einzelnen Bundesländern. In welcher Region es am meisten und am wenigsten Urlaub gibt.

Wer in Bayern arbeitet, hat besonders viele Urlaubstage. - © Sven Weber - stock.adobe.com

Ein neues Land entdecken, in Ruhe aufgeschobene Termine erledigen oder einfach mal nichts tun: Im Urlaub haben wir Zeit für genau diese Dinge. Manche Menschen genießen jedoch weniger Urlaubstage als andere, was nicht nur etwas mit individuellen Regelungen im Arbeitsvertrag zutun hat. Wie Compensation Partner in einer Studie herausgefunden hat, variiert die Anzahl der Urlaubstage 2020 in Deutschland je nach Region, Geschlecht, Branche, Beruf oder Unternehmensgröße. Genau nach diesen Faktoren haben die Hamburger Vergütungsanalysten 220.489 Datensätze zu Urlaubstagen von Beschäftigten in Deutschland untersucht.

Männer haben mehr Urlaub als Frauen

Die Auswertung zeigt, dass bereits die berufliche Stellung einen Einfluss auf die Anzahl der Urlaubstage hat: Fachkräfte haben demnach durchschnittlich über 28,2 und Führungskräfte über 29,5 Urlaubstage im Jahr. Auch hinsichtlich des Geschlechts gibt es Unterschiede: Während Arbeitnehmerinnen durchschnittlich 27,3 Urlaubstage zustehen, haben Arbeitnehmer in Deutschland laut Studie Anspruch auf 29 Urlaubstage.

Ebenfalls eine Rolle spielt die Unternehmensgröße: In kleineren Firmen mit bis zu 100 Mitarbeitenden erhalten die Beschäftigten im Durchschnitt 27,9 Urlaubstage. In großen Unternehmen mit mehr als 1.000 Beschäftigten sind es laut Auswertung fast zwei Urlaubstage mehr (29,5). "Große Unternehmen sind oft tariflich organisiert, sodass die Anzahl der Urlaubstage hier höher ausfällt als in kleinen und mittleren Firmen", erklärt Philip Bierbach, Geschäftsführer von Compensation Partner. Bei der Verteilung nach Altersgruppen beträgt die Differenz zwischen den unter 25- und über 55-Jährigen rund 0,6 Tage.

In Bayern gibt es die meisten Urlaubstage

Zusätzlich steht den Beschäftigten neben den Urlaubstagen auch an gesetzlichen Feiertagen freie Zeit zu. Diese unterscheiden sich unter den Bundesländern. Im Studien-Vergleich führt Bayern die Liste mit insgesamt 41,3 freien Tagen (28,3 Urlaubstage und 13 gesetzliche Feiertage) an. Es folgen Baden-Württemberg mit 40,8 und Saarland mit 40,2 Tagen. Auf dem letzten Platz liegt Mecklenburg-Vorpommern mit 37,5 Tagen. Im Vergleich liegen die westlichen mit 28,2 Urlaubstagen vor den ostdeutschen Bundesländern (27,6). Die genauen Zahlen gibt es im Bundesländer-Überblick:

Anzahl der Urlaubstage 2020: Die Bundesländer im Vergleich

BundeslandUrlaubstageFeiertageGesamt
Bayern 28,31341,3
Baden-Württemberg 28,81240,8
Saarland 28,21240,2
Brandenburg 27,61239,6
Nordrhein-Westfalen 28,51139,5
Rheinland-Pfalz 28,11139,1
Thüringen 28,01139,0
Sachsen-Anhalt 27,71138,7
Berlin 27,51138,5
Hessen 28,51038,5
Sachsen 27,41138,4
Hamburg 28,41038,4
Bremen 28,41038,4
Niedersachsen 28,11038,1
Schleswig-Holstein 27,81037,8
Mecklenburg-Vorpommern 27,51037,5

Quelle: Compensation Partner

Spannend: Verlgeicht man diese Zahlen mit denen der Compensation Partner-Studie zum gleichen Thema aus dem Jahr 2018, zeigt sich, dass in fast jedem Bundesland die durchschnittliche Anzahl der Urlaubstage abgenommen hat. Außnahme ist Sachsen-Anhalt. Hier ist die Anzahl der Urlaubstage im Vergleich der beiden Jahre unverändert. In zwei Bundesländern ist diese zudem gestiegen: In Berlin von 36,8 auf 38,5 Tage und in Brandenburg von 37,7 auf 39,6 Tage. Grund dafür könnten unter anderem neue Feiertage sein. Seit 2019 ist etwa in Berlin der Internationale Frauentag ein gesetzlicher Feiertag.

Weniger Urlaub im Handwerk

Weitere Unterschiede fanden die Analysten im Branchenvergleich. Mit 30,7 Urlaubstagen profitieren Angestellte in der Investitionsgüterbranche laut Studie am stärksten. Beschäftigten in Hotels und Gaststätten stehen fast fünf Urlaubstage weniger zu (26,2). Ähnlich niedrig ist das Niveau lediglich in der Call-Center-Branche mit 26,3 Urlaubstagen. Das Handwerk zählt in puncto Urlaub ebenfalls zu den Verlierern der Auswertung: Beschäftigten stehen im Durchschnitt 27,8 freie Tage zur Verfügung. ew