Personalführung
Günstige Ideen, die Ihre Mitarbeiter positiv überraschen
Wer gute Mitarbeiter anwerben und halten möchte, der sollte kreativ werden. Wie Chefs das "Wir-Gefühl" im Team stärken und mit kleinen Gesten die Mitarbeiter an den Betrieb binden können.
Ob Azubi oder Geselle, Facharbeiter oder Meister – für Unternehmen wird es immer wichtiger, Mitarbeiter langfristig zu binden. Doch wie lässt sich mit wenig Aufwand ein hoher Nutzen und eine hohe Motivation erreichen?
Die Antwort auf diese Frage ist nicht in Büchern, Werbemittelkatalogen oder Ähnlichem zu finden, sondern in der inneren Einstellung und dem kreativen Handeln einer Führungskraft. Führungskräfte sollten grundsätzlich berechenbar sein in dem, was sie tun. In einer Beziehung sollten sie jedoch bewusst davon abweichen: wenn sie Menschen (im privaten und beruflichen Umfeld) im positiven Sinne überraschen. Das heißt, wenn sie etwas tun, womit der andere absolut nicht rechnet oder gerechnet hat.
Kleine Geste, große Wirkung
Liest Ihr Mitarbeiter gerne? Dann schenken Sie ihm doch ein interessantes Buch, eine Fachzeitschrift oder einen Buchgutschein. Es gibt nur sehr wenige Menschen, die nicht gerne etwas naschen. Eine Praline mit einem "Post-it", auf dem ein großes "Danke!" steht, zaubert mehr als ein Lächeln auf die Lippen des Empfängers.
Blumen können auch außerhalb des Geburtstags verschenkt werden – es muss nicht ein riesiger Strauß sein. Karten für den neuen Kinofilm, ein Eis im Sommer, ein Gutschein für ein Abendessen mit dem Partner, eine Duschmöglichkeit im nahegelegenen Fitnessstudio für Mitarbeiter, die mit dem Rad zur Arbeit kommen… Die Liste der Möglichkeiten lässt sich schier endlos fortsetzen.
Meist geht es um Kleinigkeiten von geringem materiellem Wert. Das "Tun", die Geste bzw. der ideelle Wert sind weit wichtiger, als der materielle Wert. Es gilt den Anlass zu erkennen und sich die Zeit dafür nehmen. Dafür muss die Führungskraft ihre Mitarbeiter allerdings gut kennen.
image Diese Bücher empfehlen DHZ-Leser und Unternehmer
Der kleine Prinz: Das Märchen von Antoine de Saint-Exupéry ist eine versteckte Kritik an der Gesellschaft und zeigt egoistisches, kapitalistisches und eitles Verhalten. Der kleine Prinz reist zu verschiedenen Planeten und lernt die unterschiedlichsten Menschen kennen: Einen Eitlen, der nur Bewunderung sucht, einen Reichen, der nur an Geld denkt, einen König ohne Untertanen und einen Trunkenbold.
Das sagt Leserin Jacky: "Es ist ein besonderes Buch. Es zeigt, wie unnötig es ist, wenn wir alle alles allein meistern wollen. Der berühmte Satz: 'Wenn alle Menschen nur so handeln würden, wie ihr Herz es ihnen sagt, dann wäre die Welt besser und friedlicher' sagt, wie die Welt wirklich funktionieren sollte."
Die 6 Säulen des Selbstwertgefühls: Was ist Selbstwertgefühl? Warum ist es wichtig? Was können wir tun, um unser Selbstwertgefühl zu steigern? Inwieweit beeinflussen andere unser Selbstwertgefühl? Diese Fragen beantwortet Nathaniel Branden in seinem Buch. Die sechs Säulen sollen zeigen, wie man sein Leben ganz einfach erfolgreicher gestalten kann. Das Grundprinzip dabei ist, sich selbst zu fördern.
Das sagt Leser Daniel: "Erst wenn wir unseren eigenen Wert erkennen und für uns definieren, können wir unser Leben nach unseren eigenen Vorstellungen gestalten. Die Fähigkeit zur Selbstreflexion ermöglicht es uns, uns selbst besser kennenzulernen und dadurch authentischere Entscheidungen zu treffen. Unsere persönliche Entwicklung wirkt sich auf alles aus. Deshalb empfehle ich dieses Buch."
Die 7 Wege zur Effektivität: Das Buch von Stephen R. Covery soll den über 50 Millionen Käufern helfen, ihre Effektivität erfolgreich, verantwortungsvoll und nachhaltig zu steigern. Dabei hat der Autor eine zentrale Botschaft: Oberflächliche Erfolgstechniken, seelenlose Managementtools und belanglose Motivationstipps bringen uns nicht weiter. Was wirklich zählt, sind zeitlose, allgemeingültige Prinzipien.
Das sagt Leser Andreas: "Die Inspirationen aus den '7 Wegen zur Effizienz' haben mich tief geprägt. Durch standardisierte Arbeitsprozesse und effiziente Materialbeschaffung sind wir nachhaltiger und effizienter geworden. Dies ist nur eines von vielen Beispielen, wie das Buch mein berufliches und privates Handeln wertvoll beeinflusst hat."
Der Arschlochfaktor: Wichtigtuer, Intriganten, Tyrannen und Egomanen im Berufsleben – oder wie es im Buch heißt: Arschlöcher. Sie sind nicht nur eine Zumutung für ihre Mitmenschen, sondern schaden auch dem Betrieb. Robert Sutton will zeigen, wie man sie erkennt und bietet einen Leitfaden mit Ideen und Strategien für den Umgang mit solchen Menschen.
Das sagt Leser Peter: "Es werden temporäre Arschlöcher und amtliche Arschlöcher unterschieden und das an zahlreichen Beispielen festgemacht. Jeder war bestimmt schon mal ein temporäres Arschloch und das Buch hilft, das zu verstehen und zu akzeptieren. Insgesamt ein super Ratgeber für Menschenkenntnis und dass man nicht immer gleich nach dem ersten Eindruck beurteilen sollte. Das Buch setzt sich fundiert, humorvoll und kurzweilig zu lesen mit diesem Thema auseinander."
Großerfolg im Kleinbetrieb: Das Buch von Hans-Peter Zimmermann richtet sich an Führungskräfte von Kleinunternehmen oder solche, die es werden wollen. Es enthält konkrete Handlungsstrategien mit praxisnahen Lösungen und alltagstauglichen Tipps für die Unternehmensführung. Inhalte sind unter anderem Gewinnsteigerung, Personalführung, Qualitätsverbesserung, Internetauftritt und Podcast- und Videohosting.
Das sagt Leser Herbert: "Der Titel sagt eigentlich schon alles, deshalb empfehle ich dieses Buch."
Wie man Freunde gewinnt: Die Sympathie seiner Mitmenschen zu gewinnen, seine Beliebtheit und sein Ansehen zu steigern, ein guter Redner und ein besserer Gesellschafter zu werden, andere zu überzeugen und mitzureißen – diese Fähigkeiten will das Buch von Dale Carnegie vermitteln. Nach über vierzig Jahren wurde es von seiner Tochter Donna inhaltlich und sprachlich aktualisiert.
Das sagt Leser Jürgen: "Mir wurde das Buch auf der Meisterschule und bei einer Betriebsbesichtigung eines großen Fensterbauers empfohlen. Ich habe es im Laufe der ersten fünf Jahre zwei oder dreimal gelesen. Es hat mir sowohl im Privat- als auch im Berufsleben geholfen. Theoretisch könnte man auch die zehn Gebote lesen, das Buch war hingegen sehr spannend geschrieben."
The Big Five for Life: John Strelecky erzählt die Geschichte des Unternehmers Thomas Derale. Dieser leidet an einem unheilbaren Gehirntumor und macht sich auf die Suche nach fünf wesentlichen Lebenszielen (Big Five for Life). Seine Geschichte veranschaulicht die Konzepte und Prinzipien, die der Autor vermitteln möchte. Weitere Geschichten und Beispiele sollen zusätzliche Ideen und Lehren vermitteln. Der Leser lernt die Big Five aus verschiedenen Blickwinkeln kennen und erfährt, was sie bedeuten.
Das sagt Leserin Simone: "Es ist ein inspirierendes Buch, das dazu ermutigt, Lebensziele zu definieren. Die Storys im Buch können helfen, wichtige Lebensentscheidungen zu treffen und dabei die eigenen Big Five in den Vordergrund zu stellen."
simplify your life: Finanzen, Arbeit, Gesundheit, Beziehungen und Partnerschaft – der Ratgeber deckt alle Bereiche des Selbst- und Zeitmanagements ab. Die Autoren Werner Tiki Küstenmacher und Lothar Seitwert geben Tipps für ein sorgenfreies und entspanntes Leben und liefern in lockerer Sprache viele Beispiele.
Das sagt Leserin Annett: "Der Sinn des Lebens ist das Leben selbst in seiner Spontanität und Unvollkommenheit. Wir müssen es selbst entwirren und bewältigen – privat, geschäftlich und beruflich. Dieses Buch hilft mir dabei und ist ein dauerhaftes und nützliches Nachschlagewerk, um Ordnung und Einfachheit in alle Bereiche zu bringen. Es zentriert mich gelegentlich, wenn der Fluss des Lebens wieder ein paar Stromschnellen aufweist."
Auf dem Weg nach Hause kommen Sie an einem Briefkasten vorbei? Vielleicht können Sie Ihrer Büroangestellten einen Weg abnehmen und die Briefe selbst dort einwerfen? Für Sie bedeutet das keinen wesentlichen Mehraufwand – aber Ihre Angestellte wird über das "Mitdenken" und die kleine Erleichterung verblüfft sein.
Stärkung des "Wir-Gefühls"
Mit einem Abend im Biergarten, einem Besuch auf dem Weihnachtsmarkt, einem Erlebnisabend auf der Kart-Bahn, einem Besuch in einer Kneipe nach einem Erfolgserlebnis, einer Runde Minigolf, einem Bowling-/Kegelabend, einem gemeinsamen Eisstockschießen, dem Besuch eines Klettergartens lässt sich vorzüglich das "Wir-Gefühl" stärken und Führungskraft und Mitarbeiter erleben sich auch einmal "privat".
Das Signal bzw. die Botschaft, die von einer überraschenden "Tat" ausgeht, ist: "Ich habe an Dich gedacht und mir etwas Besonderes für einen tollen Menschen einfallen lassen."
Verblüffen fällt dann leicht, wenn man seine Mitmenschen gut kennt und auch etwas aus ihrem Privatbereich und über ihre Hobbys, Vorlieben und Interessen (aber auch ihre Abneigungen) weiß. Bei dem Einen ist es ein kleines Präsent, bei dem Anderen ein Lob, beim Nächsten vielleicht die Ausstattung des Arbeitsplatzes (ein neuer Bürostuhl, ein schnellerer Computer, ein besserer Bildschirm, eine neue Schreibtischunterlage, Visitenkarten, die nicht vorgesehen waren usw.).
Sachwerte bis 50 Euro
Arbeitgeber haben die Möglichkeit, ihren Mitarbeitern monatlich unbürokratisch und ohne jedes Risiko ein steuer- und sozialversicherungsfreies Extra in Höhe von 50 Euro zukommen zu lassen. Das können zum Beispiel Essensgutscheine, Geschenkkarten für den Einzelhandel, Zeitungsabonnements oder Tankgutscheinesein. Der Bundesfinanzhof (BFH) entschied in drei Urteilen, unter welchen Voraussetzungen Tank- und Geschenkgutscheine ein steuerbegünstigter Sachbezug sind:
Mitarbeiter erhielten anlässlich ihres Geburtstages von ihrem Arbeitgeber Geschenkgutscheine über 20 Euro, die sie bei einer Buchhandelskette einlösen konnten (Urteil vom 11.11.2010, Az. VI R 21/09).
Arbeitnehmer konnten mit vom Arbeitgeber ausgestellten Tankgutscheinen innerhalb eines Monats bei einer Tankstelle ihrer Wahl 30 Liter tanken. Die Arbeitnehmer zahlten aus eigener Tasche und erhielten die Kosten später gegen Vorlage des Gutscheins und der Quittung vom Arbeitgeber erstattet (Urteil vom 11.11.2010, Az. VI R 40/10).
Gegen Vorlage einer elektronischen Tankkarte des Arbeitgebers durften Mitarbeiter bei einer bestimmten Tankstelle monatlich tanken. Auf der Karte waren die Literzahl eines bestimmten Kraftstoffs sowie der Höchstbetrag von 44 Euro gespeichert. Der Betrag wurde vom Konto des Arbeitgebers abgebucht (Urteil vom 11.11.2010, Az. VI R 27/09). (Anmerkung der Redaktion: Seit 2022 liegt der Höchstbetrag für Sachwerte bei 50 Euro)
Wer seine Mitarbeiter gezielt verblüffen möchte, muss sich bereits im Vorfeld einige Gedanken machen, sich mit ihrem Verhalten auseinandersetzen und sie genau beobachten.
Wer hat sich bei welcher Aktion sehr engagiert, hervorgetan oder Besonderes geleistet?
Was könnte der Mitarbeiter am Arbeitsplatz gebrauchen, was ihm gefällt und gleichzeitig nützlich ist?
Welche "Verblüffung" passt zu welcher Gelegenheit? (Kein "Gießkannenprinzip"!)
Und dann – beginnen Sie rasch mit der kreativen Umsetzung. Ihre Mitarbeiter werden es Ihnen durch Wertschätzung, Engagement und Loyalität danken.