Ende der Zettelwirtschaft Steuererklärung bald ohne Papierbelege

Wer seine jährliche Einkommensteuerklärung beim Finanzamt abgibt, soll künftig im Schnitt innerhalb von zwei Wochen den Steuerbescheid erhalten. Die Finanzminister von Bund und Ländern wollen ab 2016 den Papierkrieg bei der jährlichen Steuererklärung eindämmen. Papierbelege sollen überflüssig werden.

Steuererklärung: Papierbelege für die Ausgaben und Einnahmen könnten bald überflüssig werden. Archiviert werden müssen sie trotzdem. - © Foto: kristall/Fotolia

Verlierer der Reform ist die Post. Sie muss sich auf Umsatzeinbußen einstellen, wenn künftig keine dicken Umschläge mit Kopien von Rechnungen und Behördenschreiben mehr verschickt werden. Bund und Länder wollen den Aufwand bei der alljährlichen Einkommensteuerklärung drastisch senken und Papierbelege weitestgehend überflüssig machen. Zudem wollen die Finanzämter Steuerbescheide in Zukunft elektronisch versenden.

Ab Januar 2016 soll die Pflicht entfallen, zusammen mit der Einkommensteuererklärung Papierbelege einzureichen. Darauf hätten sich die Finanzminister von Bund und Ländern verständigt, sagte Bayerns Ressortchef Markus Söder (CSU) am Donnerstag in München.

Weniger Daten

Mit dem Wegfall der Zettelwirtschaft soll auch der Umfang der Daten schrumpfen, die jeder Steuerzahler Jahr für Jahr in der Erklärung angeben muss. Bürger sollen keine Daten mehr angeben müssen, die den Behörden sowieso schon vorliegen – etwa Lohnsteuerdaten, Rentenzahlungen oder Krankenversicherungsbeiträge. "Der Umfang der Steuererklärung reduziert sich deutlich", versprach Söder. Allein bei den bayerischen Finanzämtern gingen pro Jahr 6,7 Millionen Belege ein.

Zwar soll der Großteil der Steuererklärungen mittelfristig vollautomatisch per Computer bearbeitet werden, Belege müssen Steuerzahler dennoch aufbewahren. Bei Zweifeln sollen die Finanzämter nachträglich Belege anfordern können.

Kürzere Bearbeitungszeit

Laut Söder sei das Ziel, dass künftig bis zu 60 Prozent der Steuererklärung vollautomatisch bearbeitet werden. Derzeit sind es nur zwei Prozent. Die durchschnittliche Bearbeitungszeit soll sich von zehn auf etwa zwei Wochen reduzieren.

Eine Pflicht zur elektronischen Abgabe soll es allerdings nicht geben. Wer möchte, kann die Steuererklärung auch weiterhin per Post ans Finanzamt schicken. dpa/dhz