Etwa 670.000 Menschen in Deutschland haben kein eigenes Konto. Die EU hat im Frühjahr deshalb die Richtlinie "Girokonto für Jedermann" formuliert. Verbraucherminister Heiko Maas will die Vorgaben nun zügig umsetzen.

Bundesjustizminister Heiko Maas will den von der Europäischen Union geforderten Rechtsanspruch auf ein Konto auf Guthabenbasis schnell gesetzlich verankern, sagte er der "Rheinischen Post". Damit hätten auch Bürger Anspruch auf ein Konto, die keinen festen Wohnsitz in Deutschland haben. Unter den rund 670 000 Menschen ohne Girokonto sind Obdachlose, Saisonarbeiter, Gaststudenten oder freie Dienstleister.
Bis 2016 muss das Gesetz umgesetzt werden
"Wir brauchen das 'Girokonto für Jedermann'. Jeder sollte das Recht auf ein Basiskonto haben", fügte Maas hinzu. Im Berufs- und im Wirtschaftsleben komme fast niemand mehr ohne eines aus. Das Gesetz muss bis spätestens 2016 in den einzelnen EU-Mitgliedsländern national umgesetzt werden.
Grüne: Maas soll rasch handeln
Die verbraucherpolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Nicole Maisch, mahnte ein rasches Handeln an: "Maas muss die EU-Vorgabe zügig umsetzen und nicht nur ankündigen." Das neue 'Girokonto für Jedermann' dürfe zudem nicht durch überhöhte Gebühren oder eingeschränkte Funktionen zu neuen Diskriminierungen führen. meh/dpa