Sie sitzen bei der Arbeit und wüssten nur zu gerne, was es Neues in der Welt oder bei der Familie daheim gibt? Es sind nur ein paar Klicks zu den Newsportalen und E-Mail-Diensten. Fast sechzig Prozent der deutschen Chefs haben nichts gegen die private Internetnutzung am Arbeitsplatz. Darunter vor allem kleine und mittelständische Unternehmer.
Nicht immer freiwillig Erlauben gerade kleinere und mittlere Betriebe ihren Mitarbeitern privat im Internet zu surfen. Die Kontrolle und das Sperren von Seiten sind für diese Unternehmen schlicht zu aufwendig und zu teuer. Von den Betrieben mit einem Umsatz unter einer Million Euro gestattet die Hälfte das Surfen ohne Einschränkung. "Wir empfehlen Arbeitgebern, eine klare Regelung zum privaten Surfen zu treffen - durch eine Vereinbarung im Arbeitsvertrag, eine Richtlinie oder eine Vereinbarung mit dem Betriebsrat", rät Bernhard Rohleder Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (Bitkom), um arbeitsrechtlichen Streitigkeiten vorzubeugen. In elf Prozent der von Bitkom befragten Betriebe gibt es keine Regelung.
Dabei sollten auch Datenschutz und IT-Sicherheit bedacht werden. "Wenn man tausend PC-Arbeitsplätze verwalten muss, hat man tausend potenzielle Einfallstore für Internet-Kriminelle. Um das Risiko zu verkleinern, braucht es einheitliche Sicherheits-Standards, die von der IT-Abteilung kontrolliert werden können", erklärt Rohleder. Ein komplettes Verbot des privaten Surfens am Arbeitsplatz hält der Verband jedoch für wenig hilfreich, denn es gibt einen Trend zur Verschmelzung von Beruf und Privatleben. Während neunzig Prozent der Arbeitnehmer auch nach Dienstschluss für Arbeitsfragen erreichbar sind, nutzen auch zwei Drittel das Internet für private Zwecke in der Arbeitszeit. dhz