Mittelstand Geschäftsklima: Risikofaktor Ukraine

Anders als in den Vormonaten schätzt die mittelständische Wirtschaft ihre aktuelle Geschäftslage deutlich positiver ein als ihre künftige Geschäftslage. Für den KfW-Chefvolkswirt dennoch kein Grund zur Besorgnis. Ein Grund, warum die Erwartungen eher verhalten ausfallen: die politische Lage in der Ukraine.

Die politische Lage in der Ukraine sorgt für Verunsicherung auch im deutschen Mittelstand. - © Foto: aviavlad/Fotolia

Die aktuellen Zahlen sprechen seiner Ansicht nach viel mehr für Realitätssinn: "Es bleibt ein gesünderer Blick auf die Zukunft, der keinesfalls mit aufkeimendem Pessimismus verwechselt werden darf", sagte KfW-Volkswirt Jörg Zeuner zum aktuellen KfW-ifo-Mittelstandsbarometer.

Erwartungen schwächer

So schrauben die mittelständischen Unternehmen im Februar ihre Erwartungen für die Geschäftsentwicklung in den nächsten sechs Monaten erstmals um 3,0 Zähler auf 14,7 Saldenpunkte zurück. Mit Blick auf die aktuelle Geschäftslage berichteten sie dagegen von einer Verbesserung um 5,3 Zähler auf insgesamt 28,6 Saldenpunkte. Dies sei der höchste Wert seit fast zwei Jahren, heißt es bei der KfW.

Stimmungsbarometer realistischer

Unter dem Strich steigt das mittelständische Geschäftsklima damit um 1,2 Zähler auf 21,8 Saldenpunkte. Für Zeuner kein schlechtes Zeichen: "Endlich treibt eine deutliche Verbesserung der Realität die Stimmung im Mittelstand nach oben", erklärt er. Die erfolgte Konsolidierung bringe Realität und Erwartungen wieder mehr in Einklang.

Auch gibt es nach Einschätzung der KfW Gründe dafür, dass die Erwartungen eher verhalten ausfallen. So gehe die "größte konjunkturelle Gefahr weiterhin von einem Rückschlag in der Europäischen Währungsunion aus", heißt es. Hinzu kämen Turbulenzen an den Finanzmärkten der Schwellenländer sowie die schwachen Konjunkturdaten aus China und den USA und als neuestes Risiko die politische Lage in der Ukraine, wenngleich diese in den aktuellen Umfragewerten noch keine Rolle gespielt haben dürfte.

Zweites Halbjahr schwächer

Insgesamt hält die KfW-Bankengruppe an ihren Wachstumsaussichten für dieses Jahr mit einem Plus von insgesamt 2,0 Prozent fest. Dabei werde das erste Halbjahr "konjunkturell stark", während ab dem Sommer eher mit flacheren Wachstumsraten zu rechnen sei. Für 2015 erwartet die Bank ein Plus von 1,6 Prozent. bir