Bauen für die Zukunft Energetische Gebäudesanierung

Bauliche Änderungen an bestehenden Gebäuden zur Reduzierung des Energieverbrauchs werden als Energetische Gebäudesanierung bezeichnet.

Knackpunkt Finanzierung: Die steuerliche Absetzbarkeit der Kosten für eine energetische Gebäudesanierung war lange ein Streitpunkt zwischen Bund und den Ländern. - © Fotolia

Mit einem gestiegenen Bewusstsein in der Bevölkerung für Energieverbrauch und Energieeffizienz und der Weiterentwicklung von Baumaterialien, kommt der energetischen Sanierung von Gebäuden im Bestand eine immer wichtigere Rolle zu. Die Bundesregierung hat 2010 das Ziel au sgegeben, den Verbrauch an Primärenergie bis 2020 um 20 Prozent und bis 2050 um 50 Prozent zu senken. Für das Handwerk ist die energetische Gebäudesanierung ein großes Geschäftsfeld mit Zukunftsperspektiven.

Warum wird energetisch saniert?

Ältere Gebäude weisen in der Regel einen sehr hohen Energieverbrauch auf. Das schlägt sich nicht nur in den Heizkosten nieder, sondern nutzt unnötig viele Ressourcen und schädigt zum Beispiel durch das in den Heizungsabgasen freigesetzte Kohlendioxid die Umwelt. Durch eine Energetische Sanierung wird die Gebäudehülle weniger durchlässig, Energie kann besser im Rauminneren gespeichert werden. So muss weniger Energie erzeugt werden und die Verbrauchskosten sinken. Durch eine umfassende energetische Sanierung können die Kosten um mehr als 75 Prozent gesenkt werden, je nachdem wie energieeffizient das Gebäude bisher war.

Welche Formen der energetischen Sanierung gibt es?

  • Ein wesentlicher Bestandteil der energetischen Gebäudesanierung ist die Fassadendämmung mit Fenstern und Wänden.
  • Fenster mit einfacher oder Doppelverglasung können durch Fenster mit Dreifachverglasung und einer verbesserten Rahmenkonstruktion ersetzt werden.
  • Außenwände können durch geeignete Dämmstoffe Wärme besser speichern. Auch die Dämmung von Böden und Kellerdecken kann ein Teil der energetischen Gebäudesanierung sein.
  • Durch einen Austausch der Heizungsanlage kann der Energieverlust beim Heizen gesenkt werden. Ein Beispiel wäre der Austausch eines Gas-Heizkessels durch einen Gas-Brennwertkessel.
  • Eine Lüftungsanlage mit einem Wärmerückgewinnungssystem kann ebenfalls den Energieverlust senken und das Raumklima verbessern.
  • Die Nutzung erneuerbarer Energien ist ein weiterer Aspekt der Energetischen Gebäudesanierung. Dazu zählt zum Beispiel die Installation einer Photovoltaikanlage auf dem Dach oder eine Windkraftanlage.

Was kostet die energetische Gebäudesanierung?

Eine umfassende Gebäudesanierung ist eine große Investition, die sich nur auf lange Sicht finanziell amortisieren kann. Die Kosten lassen sich nicht pauschalisieren. Die Deutsche Energie-Agentur beziffert die Kosten für die Sanierung eines Einfamilienhauses zu einem Top-Energiestand-Haus auf etwa 73.000 Euro. Die TU Darmstadt nennt für eine vergleichbare Sanierung hingegen Kosten von 140.000 Euro.

Energetische Sanierungen werden gefördert, zum Beispiel durch die Finanzierungsprogramme der KfW Bankengruppe.

Die zukünftige Einsparung an Energiekosten durch die energetische Sanierung ist abhängig von der Preisentwicklung auf dem Energiemarkt für Öl und Gas und die Förderung erneuerbarer Energien. Berücksichtigt werden sollte aber auch die langfristige Wertsteigerung von energieeffizienten Gebäuden. Hinzu kommt die Verbesserung der Wohnqualität, zum Beispiel durch eine bessere Raumluft, die sich finanziell nicht aufrechnen lässt.

Welche Fördermöglichkeiten gibt es?

Im Dezember 2012 hat sich die damalige Bundesregierung gegen steuerliche Anreize für die Energetische Gebäudesanierung entschieden. Während das Thema im Handwerk weiter schwillt, können bei der Sanierung aber zumindest verschiedene Förderprogramme von Bund, Ländern und Kommunen in Anspruch genommen werden.

Die KfW Bankengruppe bietet etwa über das Programm 430 einen Investitionszuschuss für ein Effizienzhaus-Standard an. Förderberechtigte Gebäude müssen vor dem 01. Januar 1995 errichtet worden sein. Ein Zuschuss von 18.750 Euro je Wohneinheit ist möglich. Einen Überblick zu allen Förderprogrammen der KfW für die Energetische Gebäudesanierung finden Sie unter kfw.de. Ein Förderrechner steht unter baufoerderer.de zur Verfügung. sg