Handwerkskonjunktur Trotz Umsatzminus: Baugewerbe ist optimistisch

Von April bis Juni ist der Umsatz im Handwerk im Vergleich zum Vorjahr erneut gesunken – und damit zum fünften Mal in Folge. Doch der Rückgang fällt weit weniger drastisch aus, als in den vergangenen vier Quartalen. Bei einigen Branchen keimt vorsichtiger Optimismus auf. Vor allem die Orthopädietechniker verzeichnen Wachstum.

Im zweiten Quartal 2013 ist der Umsatz im zulassungspflichtigen Handwerk erneut gesunken. - © Foto: Jürgen Fälchle/Fotolia

Wieder weniger Umsatz: Von April bis Juni machte das zulassungspflichtige Handwerk laut Zahlen des Statisti schen Bundesamtes 0,6 Prozent weniger Umsatz als im zweiten Quartal 2012. Damit ist der Umsatz im fünften Quartal in Folge gesunken. Im Vergleich zu den vier Vorquartalen ist das jedoch eine Verbesserung – denn da lag der Rückgang zwi schen 3,3 und 6,5 Prozent. Laut Statisti schem Bundesamt ist vor allem das bis in den Mai anhaltend schlechte Wetter für die Ergebnisse verantwortlich.

Am deutlichsten sanken die Umsätze erneut im Bauhauptgewerbe (2,7 Prozent). Bereits in den ersten drei Monaten 2013 war der Umsatzrückgang von 9,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr drasti sch ausgefallen.

Der Zentralverband Deut sches Baugewerbe ist deshalb aber nicht beunruhigt. "Wir befinden uns zwar momentan im Minus, doch die Unternehmen haben hervorragende Auftragsbestände. Die schlechten Zahlen im zweiten Quartal sind also definitiv dem Wetter zuzurechnen", erläutert Andreas Geyer, Leiter der Hauptabteilung Wirt schaft beim Zentralverband. "Bei den Unternehmen ist keine Unruhe zu spüren, sie haben das Schlimmste hinter sich." Ob die Umsatzprognose von plus zwei Prozent für dieses Jahr noch zu erreichen ist, sei aber nicht sicher.

Orthopädietechniker machen deutliches Plus

Auch das Ausbaugewerbe erwirt schaftete im zweiten Quartal 2013 weniger als im Vergleichszeitraum 2012 (minus 1,7 Prozent). Hier fiel die Umsatzentwicklung bei den Elektrotechnikern mit einem Minus von 5,9 Prozent am schlechtesten aus. Auch die Handwerke für den gewerblichen Bedarf (-1 Prozent) und das Lebensmittelgewerbe (-0,4 Prozent) kamen nicht ganz an die Resultate im Vorjahresquartal heran.

Deutlich gestiegen sind die Umsätze dagegen im Gesundheitsgewerbe (4 Prozent). Vor allem die Orthopädietechniker trugen zu dem positiven Ergebnis bei. Um 7,7 Prozent ist der Umsatz in der Branche im Vergleich zum zweiten Quartal 2012 gewachsen. Bereits in den ersten drei Monaten dieses Jahres hatten die Orthopädietechniker 10,3 Prozent mehr erwirt schaftet als im Vergleichszeitraum 2012. Doch auch die Augenoptiker (3,1 Prozent) und Zahntechniker (1,1 Prozent) erzielten von April bis Juni ein Umsatzplus.

Kfz-Gewerbe erholt sich langsam

Auch das Kraftfahrzeuggewerbe konnte von April bis Juni 1,2 Prozent mehr Umsatz machen als im Vorjahreszeitraum. Nachdem es im ersten Quartal ein deutliches Umsatzminus von 9,2 Prozent zu verbuchen hatte, ist das zwar eine deutliche Verbesserung. Doch die Verluste vom Frühjahr werden laut Zentralverband Deut sches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) nicht mehr zu kompensieren sein.

Hoffnung setzt der ZDK aber auf die Internationale Automesse IAA, die am 12. September in Frankfurt beginnt: "Wir erhoffen uns durch die IAA einen positiven Schub für den Handel, um die Zuwächse noch zu verstärken", sagt Verbandssprecher Ulrich Köster. Die Effekte werden allerdings wohl erst im kommenden Jahr zu spüren sein. "Es wird nicht ganz gelingen, unsere Umsatzziele noch zu erreichen." sch