Konjunkturdaten des statistischen Bundesamts Deutsche Wirtschaft wächst kräftig

Die deutsche Wirtschaft wächst stark. Dank der Konsumfreude von Verbrauchern und Staat legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im zweiten Quartal 2013 wieder rasant zu und lässt die Schwächephase zu Beginn des Jahres hinter sich. Zusätzlich hat der Staat einen Milliardenüberschuss an Steuereinnahmen erzielt.

Die Deutschen bauen und konsumieren fleißig. Die deutsche Wirtschaft boomt. - © Foto: Bertold Werkmann/Fotolia

Nach einem schwachen Winterhalbjahr wuchs das BIP im zweiten Quartal dieses Jahres zum Vorquartal preis-, saison- und kalenderbereinigt um 0,7 Prozent, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag mit. Die Wiesbadener Behörde bestätigte damit erste Schätzungen.

Die extrem winterliche Witterung im ersten Quartal dürfte für den Aufschwung im Frühjahr eine Rolle gespielt haben, vermuten die Statistiker. Den neuesten Berechnungen zufolge hatte die deutsche Wirtschaft im Auftaktquartal 2013 stagniert, im Schlussquartal 2012 war das BIP sogar um 0,5 Prozent zurückgegangen. Nun scheint das Wachstum rasant anzuziehen und davon profitiert auch der Staat.

Staatskassen machen Gewinn

So hat der robuste Arbeitsmarkt dem deutschen Staat im ersten Halbjahr 2013 einen Überschuss von 8,5 Milliarden Euro beschert. Gemessen am BIP schlossen die Haushalte von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherung laut Statistischem Bundesamt das Halbjahr mit einem Überschuss von 0,6 Prozent der Wirtschaftsleistung ab.

Während die Länder von Januar bis Juni nach einem Mini-Minus im Vorjahreszeitraum einen Überschuss von 1,2 Milliarden Euro erzielten, erwirtschaftete der Bund erneut ein Defizit. Dieses schrumpfte allerdings im Vorjahresvergleich um knapp 6 Milliarden Euro auf 2,2 Milliarden Euro.

Der Finanzierungsüberschuss der Gemeinden erhöhte sich um eine Milliarde Euro auf rund 5,3 Milliarden Euro. Hingegen sank das Plus der Sozialversicherung nach den Angaben auf 4,3 Milliarden Euro. Es fiel damit wie erwartet deutlich niedriger aus als bisher (Vorjahr: 11,8 Mrd Euro). Die Statistiker begründeten die Entwicklung unter anderem mit der Absenkung der Rentenversicherungsbeiträge und dem Wegfall von Zuschüssen aus dem Bundeshaushalt.

Nach diese guten Wirtschafts- und Einkunftswerten dürfte Deutschland im Gesamtjahr weit unter der Defizitmarke von 3,0 Prozent des BIP bleiben. Das ist die Grenze, die der Maastricht-Vertrag maximal erlaubt. 2012 hatte Deutschland mit einem Plus von 0,2 Prozent erstmals seit 2007 wieder einen Überschuss ausgewiesen. dpa